Der   Mythos,   man   könne   ein   gutes   Kugelpanorama   nur   mit   einer   Profi-Ausrüstung   erstellen, ist   weit   verbreitet,   aber   falsch.   Ein   gutes   Panorama   vermittelt   Emotionen,   egal,   ob   die Aufnahme   kleinere   Mängel   (wie   zum   Beispiel   kleinere   Nahtfehler)   aufweist.   Viel   wichtiger als    der    Einsatz    sündhaft    teurer    Technik    ist    das    Auge    hinter    der    Kamera;    ist    die Auseinandersetzung   mit   dem   Motiv.   Und   mitunter   das   Glück,   im   richtigen   Moment   an   der richtigen Stelle zu sein. Zurzeit   liegen   One-Shot-Kameras   groß   im   Trend.   Auch   das   Smartphone   kommt   vermehrt zum   Einsatz.   Hier   steht   der   Spaß   an   der   Sache   an   vorderster   Stelle.   In   Sachen   Bildqualität, Auflösung   und   Farbtreue   können   beide   Systeme   nicht   so   recht   überzeugen.   Dazu   sind   die Sensoren   dann   doch   etwas   zu   klein   dimensioniert   und   die   Optiken   zu   schlecht   vergütet.   Mit dem   Problem   von   Farbsäumen   und   lens   flares   kämpfen   aber   auch   jene,   die   ein   preiswertes Fisheye   an   ihrer   Kamera   betreiben.   Es   nützt   die   beste   Kamera   nichts,   wenn   die   Optik   nichts taugt.     Kurzum:     Die     Idee,     eine     ausgereifte     und     womöglich     bereits     vorhandene Kompaktkamera     zum     Erstellen     eines     qualitativ     hochwertigen     Kugelpanoramas     zu verwenden,   ist   nicht   die   schlechteste. Auch   wenn   der   fotografische Aufwand   im   Vergleich   zu einer   360°-Kamera   etwas   größer   ist   und   weiteres   Equipment,   wie   z.B.   ein   Stativ   und   ein   VR- Kopf (Nodalpunktadapter), benötigt werden. Apropos    Equipment.    Wir    haben    eben    mal    schnell    eine    Profiausrüstung    (Bild    rechts) zusammengestellt, um preisliche Fakten zu schaffen: Ein   Hobbyfotograf   mit   Ambitionen   wird   sich   von   3.270   €   nicht   abschrecken   lassen.   Wer   auf die   Geldbörse   achtet,   wird   den   Teufel   tun,   mehrere   tausend   Euro   zu   investieren,   um   ein Kugelpanorama   anzutesten.   So   ähnlich   erging   es   auch   uns. Als   wir   im   Jahr   2010   das   erste Kugelpanorama   im   Internet   entdeckten,   stellten   wir   uns   die   Frage:   Wie   funktioniert   das?   Wie wird   so   ein   Panorama   fotografiert?   Wir   lasen   uns   sein   und   griffen   zur   Werkzeugkiste.   Die Zielsetzung   war,   unsere   Lumix   TZ4   auf   einen   simplen   Nodalpunktadapter   anzuflanschen. Das   Ergebnis   sehen   Sie   rechts:   Ein   Eigenbau   bestehend   aus   einem   Blechwinkel   und   einem Aluminiumausleger.   Nicht   hübsch   zwar,   aber   die   Bastelarbeit   funktionierte   perfekt.   Und   die Kosten konnten sich sehen lassen: Zum    Glück    hat    sich    der    Markt    mittlerweile    auf    die    Bedürfnisse    eines    Hobbyfotografen      eingestellt.   Die   ersten   Nodalpunktadapter   (auch   VR-Systeme   genannt)   kosteten   an   die   600€ und   waren   fürs   Hobby   viel   zu   teuer.   Wer   heute   nach   einem   preiswerten   VR-System   sucht, findet    Modelle    ab    ca.    80    €    aufwärts.    In    unserem    Artikel     „Sinnvolles    Zubehör    für    die Panoramafotografie“   stellen   wir   preiswerte   Hersteller   vor   und   geben   nützliche   Tipps.   Wer seinen   ganz   persönlichen Adapter   bauen   möchte:   Sich   einen   Nodalpunktadapter   zu   basteln, ist   keine   Hexerei.   Besuchen   Sie   unsere   Seite   Der   Nodalpunktadapter   im   Eigenbau    und informieren   Sie   sich,   worauf   Sie   achten   müssen.   Unseren   Eigenbau   haben   wir   übrigens   aus sentimentalen   Gründen   nicht   verschrottet,   aber   vor   kurzem   ersetzt   durch   ein   ultrakompaktes VR-System.   Lutz   Müller   Fototechnik    in   Ilmenau   steht   an   dieser   Stelle   exemplarisch   für preiswerte   Lösungen,   die   ihr   Geld   wert   sind   (was   man   von   so   manch   einem   China-Produkt nicht   behaupten   kann).   Das   Modell   pocketPANO    (Bild   rechts)   ist   in   zwei   Varianten   erhältlich. Die   Variante   COMPACT    wird   speziell   für   einen   Kameratyp   angeboten   (z.B.   Sony   RX100, Canon     G7X-II     oder     Fuji     X100F),     während     die     Variante     VARIO      für     spiegellose Systemkameras    mit    Wechselobjektiven    und    alle   Arten    von    Kompaktkameras    entwickelt wurde. Die Preise liegen je nach Ausführung zwischen 79,90 und 199 €.
Kugelpanorama erstellt mit Kompaktkamera Fassen   wir   kurz   zusammen:   Sie   benötigen   neben   Ihrer   Kamera   ein   solides   Stativ   und   einen   Nodalpunktadapter.   Um   die Einzelbilder   dann   zu   einem   Panorama   zusammenzunähen,   bedarf   es   spezieller   Software   (Stitcher).   Nahezu   jeder   Stitcher   kann als   Trial-Version   kostenlos   aus   dem   Netz   bezogen   werden.   Besuchen   Sie   unsere   Site   Softwaretest .   Hier   werden   Sie   fündig   und finden   weitere   Infos.   Wir   verwenden   PTGui   Pro   und   PanoramaStudio   Pro   als   auch   die   freeware   Hugin.   Das   nun   folgende Panorama    wurde    mit    PTGui    erstellt.    Als    Kamera    diente    unsere    Lumix    LX3.    Der    Kontaktabzug    zeigt    zunächst    die Einzelaufnahmen in logischer Reihenfolge. Sie können die Bilder zum Vergrößern anklicken. Bereits   in   der   Vorschau   ist   zu   erkennen,   dass   sich   die Bilder        hervorragend        zu        einem        Kugelpanorama zusammenfügen       lassen.       Der       Stitcher       hat       eine equirectangulare        Projektion        erzeugt        mit        einem Seitenverhältnis   von   2:1.   Die   maximale   Auflösung   beträgt     16.380    x    8.190    Pixel.    Obwohl    die    Vorschau    noch    nicht gerendert    ist,    sind    keine    Abweichung    hinsichtlich    der Helligkeit   ersichtlich.   Die   Farbtemperatur   ist   durchgehend harmonisch. Stitchingfehler haben wir keine entdeckt. Zum   Abschluss   zeigen   wir   das   fertige   Kugelpanorama   mit einer Auflösung   von   10.000   x   5.000   Pixel.   Die Auflösung   ist mehr als ausreichend für eine gelungene Webpräsentation.
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Mit der Kompaktkamera zum Kugelpanorama

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Kugelpanorama - Bad Orb - Martinskirche Innenansicht Kugelpanorama - Kreuzwertheim - Fuhrpark der Feuerwehr Kugelpanorama - Burg Runkel - Blick aus der Burgmauer
Bad Orb - Martinskirche Innenansicht
Burg Runkel - Blick aus der Burgmauer
Weitere Kugelpanoramen finden Sie auf unserer Galerie
Kreuzwertheim - Fuhrpark der Feuerwehr
Kugelpanorama - Rüdesheim - Souvenir-Shop in der Drosselgasse
Rüdesheim - Souvenir-Shop in der Drosselgasse
Animation: In dieser Reihenfolge wird ein Kugelpanorama fotografisch erstellt. Gestartet wird mit dem Blick in den Himmel (Zenit).
Nodalpunktadapter Novoflex VR-SLANT =    250 € Stativ Gitzo GT3541LS Systematic Carbon =    650 € Canon EOS 5D Mark II SLR-Digitalkamera Gehäuse = 1.700 € SIGMA 15mm F2,8 EX DG FISHEYE Objektiv =    670 € Summe = 3.270 €
Nodalpunktadapter Marke Eigenbau =        5 € Stativ Bilora mit drehbarem Panoramakopf       =      45 € Panasonic Lumix TZ4 =    259 € Summe =    309 €

Wie wird der Nodalpunkt ermittelt?

Anhand    dieses    Videos    möchten wir      Ihnen      zeigen,      wie      Ihre Kompaktkamera      korrekt   auf   den Nodalpunktadapter     montiert     und einjustiert     wird.     Jan     Röpenack verwendet       eine       Spiegelreflex- kamera     an     einem     mehrzeiligen Novoflex-Adapter.     Das     tut     der Sache   aber   keinen   Abbruch.   Das Objektiv        muss        korrekt        im Knotenpunkt     stehen,     ansonsten entstehen   Parallaxefehler,   die   das Zusammennähen   der   Einzelbilder entweder     erschwert,     oder     gar unmöglich macht. Bitte   schauen   Sie   sich   das   Video in     Ruhe     an.     Grundlagenwissen schadet nie.
29 Einzelaufnahmen ergeben eine “Sphäre”. Das erste Bild zum Himmel wird als Zenit bezeichnet, das letzte als Nadir (Bodenbild).
Kontaktabzug
Hier zeigen wir die komplette Bildserie eines Kugelpanoramas bestehend aus 29 Einzel- aufnahmen (zum Vergrößern bitte anklicken).
Wie viele Bilder werden für ein Kugelpanorama benötigt? Nach   der   korrekten   Justage   der   Kamera   stellt   sich   die   Frage,   in   welchen   Winkelschritten   das   Panorama   fotografiert   werden muss. Als   Regelsatz   gilt:   Je   kleiner   die   Brennweite,   um   so   weniger   Bilder   werden   benötigt.   Bei   einem   Zoom-Objektiv   wählt   man folglich   den   maximalen   Weitwinkelbereich.   Fotografiert   wird   im   Hochformat.   Wichtig   zu   wissen:   Die   Software   (Stitcher),   die   die Bilder später zu einem Kugelpanorama zusammennäht, erwartet eine Überlappung von ca. 20 - 50%. Wer   die   Werte   selbst   ermitteln   möchte:   Ein   35mm   Objektiv   verfügt   über   einen   Bildwinkel   von   38°   x   54°   am   Kleinbildformat.   Da wir   im   Hochformat   fotografieren,   steht   der   Wert   38°   für   den   horizontalen   Blickwinkel.   In   der   Betrachtung   sieht   das   aus   wie   folgt: Für   die   Berechnung   der   Winkelschritte   in   der   Senkrechten   (Schwenken   und   Neigen   der   Kamera)   sind   in   unserem   Beispiel   die 54° Bildwinkel des 35mm Objektiv ausschlaggebend:
Der max. Bildwinkel beträgt 38° in der Horizontalen Der Stitcher benötigt ca. 20 bis 25 % Überlappung (8°) Der nutzbare Bildwinkel beträgt folglich 38° - 8° = 30° Teilen wir den Vollkreis in 30°-Schritte auf, benötigen wir 12 Einzelbilder pro Reihe 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 Der max. Bildwinkel beträgt 54° in der Vertikalen Wir legen den nutzbaren Bildwinkel auf 45° fest. Die Überlappung sollte in der Regel etwas größer sein
Die     folgende     Tabelle     kann     als    Anhaltspunkt     für     die     Einstellung     der horizontalen   und   vertikalen   Rastwinkel   in   Abhängigkeit   der   Brennweite   im Kleinbildformat    (KB)    genutzt    werden.    Dazu    muss    der    an    Ihrem    Objektiv einstellbare     Brennweitenbereich     umgerechnet     auf     das     Kleinbildformat bekannt sein (siehe Benutzerhandbuch der Kamera).
3 Reihen á 12 Aufnahmen plus Nadir und Zenit schließen das Kugelpanorama 1 2 3 Zenit Nadir
Brennweite KB
Drehwinkel
Bilder
Überlappung
Neigungswinkel
Reihen
Überlappung
15 mm
60° Horizontal
6
22%
45° Vertikal
3
55%
18 mm
45° Horizontal
8
33%
45° Vertikal
3
50%
21 mm
40° Horizontal
9
33%
45° Vertikal
3
45%
24 mm
30° Horizontal
12
45%
45° Vertikal
3
39%
28 mm
30° Horizontal
12
35%
45° Vertikal
3
31%
35 mm
30° Horizontal
12
21%
45° Vertikal
3
17%
50 mm
20° Horizontal
18
26%
30° Vertikal
5
24%
Der Standort der Kamera beim Erstellen eines Kugelpanoramas will gut durchdacht sein!
360° tipp Hier finden Sie Tipps und Tricks rings zum das Thema der Panoramafotografie tipp VR-System im Eigenbau tipp Kugelbilder vom Einbein tipp Smartphone via WLAN tipp Tutorial Little Planet tipp Was sind Kugelbilder
Wichtige Tipps für das erste Kugelpanorama Nachdem   die   Kamera   montiert   und   korrekt   im   Knotenpunkt   sitzt,   sollte man   im   ersten   Schritt   das   Objektiv   zu   jener   Brennweite   zoomen,      für   die der   Nodalpunktadapter   eingestellt   wurde.   Alle   Bilder   werden   im   Idealfall mit   einer   festen   Blende,   einer   festen   Belichtungszeit,   einem   festen Weißabgleich,    fester    ISO-Empfindlichkeit,    sowie    manuellem bzw.   fest   eingestelltem   Fokus   aufgenommen.   Für   eine   hohe Schärfentiefe    wird    abgeblendet    (f8-f11).    Die    richtige Belichtungszeit   ermitteln   Sie   nach Augenmaß,   indem   Sie mehrere   Aufnahmen   in   schattige   und   sonnige   Partien schießen.   Darüber   hinaus   möchten   wir   Ihnen   folgende Tipps  mit auf den Weg geben: Wie   bereits   erwähnt,   lautet   unser   Rat,   die   Bilder   für   ein   Kugelpanorama im   M-Modus   (manuell)   zu   erstellen.   Viele   Kompaktkameras   bieten   diese Einstellung   leider   nicht   an.   Die   Belichtung   und   die   Fokussierung   erfolgen vollautomatisch.   In   diesem   Fall   müssen   Sie   Ihre   Bilder   mittels   eines Bildbearbeitungsprogramms      vor      dem      Stitchen      angleichen.      Bei durchschnittlich   28-38   Bildern   sind   immer   wieder   mal   einzelne   Bilder dabei,   die   etwas   zu   hell   oder   zu   dunkel   ausgefallen   sind.   Zwar   gleicht ein   Stitcher   Helligkeitsdifferenzen   aus,   aber   nur   bis   zu   einem   gewissen Grad.     Dann     entstehen     unschöne     Nebelgebilde,     unscharfe     Bild- sequenzen,     oder     aber     das     fertige     Panorama     wirkt     fehlbelichtet. Beurteilen   Sie   ihre   Bilder   sorgsam   und   passen   sie   die   Bilder   behutsam an.    Sich    eine    Sicherheitskopie    der    Originalaufnahmen    anzulegen    ist ratsam.
Die richtige Position des Stativs
Windstille Tage bevorzugt
Unbelebte Plätze und Orte
Weniger Himmel ist mehr
Sonnenbrand
Equirectangulare Projektion, no blend
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Schöllkrippen - Jahrtausendlinde St.-Lukas-Kapelle
Panorama von Ackermann Michael, fotografiert 07/07/2018
Schöllkrippen - Jahrtausendlinde St.-Lukas-Kapelle Landkarte
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