Copyright | www.ralf-michael-ackermann.de © | 97877 Wertheim, 26.11.2020

Das Panorama-Magazin

Kugelpanoramen. Die Welt in 360 Grad.

DIE URHEBERRECHTE DER FOTOS UND PANORAMEN LIEGEN BEIM JEWEILIGEN FOTOGRAFEN
Das Panorama Magazin Kugelpanoramen, die Welt in 360 Grad

Der Nodalpunktadapter im Eigenbau

Der preiswerte Acra-Swiss-Adapter aus dem Baukasten Sämtliche Nodalpunktadapter, die wir bis hierhin vorstellten, bestehen aus selbst gefertigten Komponenten. Unser Blechwinkel-Adapter fürs Einbein-Stativ kann mit einfachsten Mitteln nachgebaut werden, während der zuletzt gezeigte Speedy ohne professionellen Maschineneinsatz nicht zu realisieren ist. Wem der Weg von der Konstruktion bis zur Fertigung fremd ist, wer über keine Werkstatt verfügt oder wer meint, Bastelarbeit sei so gar nicht sein Ding, kann dennoch sparen, indem er vor- konfektionierte Kaufteile zu einem kompletten VR-System montiert. Zubehörteile, die Acra-Swiss kompatibel sind, eigenen sich hierfür am Besten. Das Acra-Swiss-System ist ein standardisiertes Schnellwechselsystem. Von der Grundidee her sind die Teile entweder mit einem Schwalbenschwanzprofil ausge - stattet, oder aber mit einer Klemme, die in dieses Profil eingreift. Wir sprechen von einem Baukastensystem. Der nun folgende Adapter besteht aus folgenden Kauf- teilen: 1) Drehteller MENGS DH-55 = 78 EURO 2) Mini-Klemme MENGS DC-25 = 22 EURO 3) L-Winkel MENGS DPU-100 = 19 EURO 4) Schnellwechselplatte MENGS BPL-160 = 25 EURO Summe = 144 EURO Dieses VR-System eignet sich für einzeilige Panoramen; im Verbund mit einem Fisheye-Objek - tiv haben wir erfolgreich mehrere Kugelpanoramen erstellt. Die einzige Kritik gilt dem Drehteller. Die Rastpositionen sind kaum wahrnehmbar und das Radialspiel könnte kleiner sein. Dem ent - gegen steht der günstige Kaufpreis. Ein vergleichbares Produkt aus dem Hause Novoflex (VR- System II) ist dreimal so teuer (440 EURO). Anmerkung Bitte haben Sie Verständnis, wenn wir unsere Fertigungspläne nicht 1:1 veröffentlichen. In der Konstruktion Speedy steckt sehr viel Kopfschmalz - und so gerne wir Tipps und Anregungen geben, so sehen wir in unserer Konstruktion ein Unikat. Ebenso wenig können wir für jeden denkbaren VR-Adapter eine Bauanleitung erstellen. Das dürfte auch gar nicht nötig sein, denn jeder Hobby - bastler hat seine eigenen Methoden und kann mit dem Wissen um den Knotenpunkt ans Werk gehen. Wir wünschen viel Spaß und Erfolg beim Basteln! Zum Thema Rotator und Nivellierer verweisen wir auf unsere Site Hardwaretest . Hier stellen wir viele Modelle in sämtlichen Preisklassen vor. Darüber hinaus finden Sie auf der rechten Seite diverse Bauteile, die bei Amazon erhältlich sind und die den Bau eines Adapters enorm erleichtern. Zu guter Letzt bitten wir unsere Leser um Zusendung ihrer Eigenbauten! Mailen Sie uns bitte ein Foto, damit der Einsteiger an Ihrer Lösung lernen kann. Wir veröffentlichen Ihre Zusendungen in dieser Rubrik. Bitte vergessen Sie nicht die schriftliche Bestätigung zum Recht der Veröffentlichung. Vielen Dank! VR-Systeme im Eigenbau von unseren Leser
Inhaltsverzeichnis Der Nodalpunktadapter Kann man ein Kugelpanorama auch aus der Hand erstellen? Der Multirow-Adapter Der Singlerow-Adapter Unterschied zwischen Multirow und Singlerow-Adapter Warum ein Eigenbau? Grundlagenwissen zum Bau eines VR-Systems Wie wird der Knotenpunkt (Nodalpunkt) ermittelt? Bauanleitung „Fisheye-Halter“ - auch fürs Einbein geeignet „Fisheye-Halter“ fürs Tripod mit Indexierung Der preiswerte Acra-Swiss-Adapter aus dem Baukasten VR-Systeme im Eigenbau von unseren Lesern
In diesem Artikel beschäftigen wir uns mit einer Vorrichtung, die zum Erstellen eines professionellen Kugelpanoramas benötigt wird. Umgangssprachlich hat sich die Bezeichnung Nodalpunktadap - ter durchgesetzt. Wir sprechen hier von einem VR-System, erklären dessen Funktionsweise und räumen obendrein mit dem Mythos auf, ein Eigenbau sei zwar preiswerter als eine Kauflösung, dafür aber weniger komfortabel und weniger stylish. Viel Spaß beim Lesen wünscht Ihr
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Der Nodalpunktadapter Wer immer sich mit der Panoramafotografie beschäftigt, wird über kurz oder lang mit einem Adapter konfrontiert, der zum Erstellen eines Kugelpanoramas unerlässlich ist. Die Kamera sitzt in einem Galgen - meist hochkant montiert - und kann gedreht und ggf. auch geschwenkt werden. Umgangssprachlich wird solch eine Konstruktion Nodalpunktadapter genannt. Der Profi wählt die Bezeichnung VR-System oder Panoramakopf , denn fachlich korrekt dreht sich die Kamera um den Eintrittspunkt der Pupille , den sogenannten Knotenpunkt . Für mehrzeilige Panoramen wird ein Multirow-Adapter benötigt. Für einzeilige Panoramen kommt ein Singlerow-Adapter zum Einsatz. Kann man ein Kugelpanorama auch frei aus der Hand erstellen? Wozu ein VR-System? Kann man ein Kugelpanorama nicht auch frei aus der Hand erstellen? Derlei Fragen werden uns immer wieder gestellt und in der Tat gibt es Stimmen, die meinen, ein VR-System sei unnützer Luxus. Wer dies behauptet, hat mit großer Wahrscheinlichkeit Landschaftspanoramen erstellt, aber nicht bedacht, es treten massive Parallaxefehler auf, je näher sich das VR- System am Motiv befindet. Oder aber der Anspruch an das finale Panorama ist derart gering, dass unschöne Nahtfehler akzeptiert werden. Unser Anspruch liegt höher. Und so stellen wir jetzt die unterschiedlichsten Bauformen vor und gehen zugleich auf die Thematik Eigenbau ein. Der Multirow-Adapter Die erste Animation links zeigt unseren Multirow-Eigenbau „Gibby“ in Aktion. Als Kamera dient eine DSLR von Nikon im Verbund mit einem 18er Weitwinkelobjektiv. Der Adapter kann jede beliebige Kamera- und Objektivkombination aufnehmen. Kompaktkameras und selbst Mittelformartkameras sind kein Problem, denn die Verfahrwege sind großzügig dimensioniert. Wie man sieht, schwenkt die Kamera nicht allein um die Achse des Stativs, sie wird auch zum Himmel und zum Boden hin geschwenkt. Der Singlerow-Adapter Die zweite Animation rechts präsentiert unseren Eigenbau „Speedy“. Auch hier wieder kommt die Nikon zum Einsatz, nur diesmal ist kein Weitwinkel - objektiv angeflanscht, sondern ein Fisheye. Auf - grund des erweiterten Bildwinkels von 180° verbleibt die Kamera in der Horizontalen und wird nicht geneigt. Wo ist der Unterschied? Bis zu einer Auflösung von ca. 10.000 x 5.000 Pixel (Webpräsentation) lässt sich mit beiden Systemen eine gleichwertige Qualität erzielen. Ein Singlerow- Adapter macht Sinn, wenn der Zeitfaktor eine Rolle spielt (weniger Einzelaufnahmen), oder wenn uns z.B. eine bewegte Menschenmasse Probleme bereiten könnte. Die Stärken eines Multirow-Adap - ters sind schnell umschrieben: Ein Weitwinkelob - jektiv zählt fast schon zu Grundausstattung und so entfällt der Kauf eines zusätzlichen Objektivs. Für extrem hochauflösende Panoramen ist ein Multi - row-Adapter ein absolutes Muss. Warum ein Eigenbau? Wir konnten unsere Eigenbauten realisieren, weil wir Zugriff hatten auf eine professionell ausgestat - tete Werkstatt mit Drehbank und CNC-Fräsma - schine. So komfortabel waren wir aber nicht immer unterwegs. Unser erster Adapter bestand aus einem zurecht gesägten Blechwinkel mit Alu-Vier - kantprofil nebst Holzleiste (siehe Bild links). Für die Herstellung des Baumarkt-Adapters benötigten wir eine Säge, eine Bohrmaschine und eine Feile zum entgraten. Die Lösung sieht etwas abenteuerlich aus, aber sie erfüllt ihre Aufgabe perfekt, solange man mit der Einschränkung lebt, dass dieser Adap - ter nur im Verbund mit der Lumix TZ4 von Panaso - nic funktioniert. Multifunktional ist der Adapter nicht. Wohl aber ein Schnäppchen für den Einsteiger! Weshalb wir uns von Anfang an zu einem Eigenbau entschlossen, liegt also klar auf der Hand. Ver - gleichbare Kauflösungen sehen zwar gut aus, sind aber unverhältnismäßig teuer, insbesondere dann, wenn man um die relativ einfache Funktionsweise weiß, die ein VR- System erfüllen muss. Werfen wir kurz einen Blick auf das Novoflex VR-System Pro II. Dieser Kopf wird von Profis favorisiert und gilt als leicht zu bedienendes Einstellsystem bestehend aus patentierten Aluprofilen. Der Kaufpreis beträgt ca. 740 EURO. Natürlich bietet der Markt auch preiswertere Lösungen an (siehe Hardwaretest ). Für ca. 200 Euro ist ein brauchbarer Kopf zu haben. Im Gegensatz dazu kostet unsere Blechwinkelkon - struktion keine 20. Und genau das ist der Punkt, wo unserer Artikel ansetzt. Wer handwerklich geschickt ist, wägt den Kaufpreis mit dem Nutzen ab und spart durch etwas Eigenleistung eine Menge Geld. Die Option zum Kauf steht mit gewachsenen Ansprüchen immer noch offen. Der Spaß indes, das erste Panorama mit einem Eigenbau zu realisieren, ist unbezahlbar. Grundlagenwissen zum Bau eines VR-Systems Wie geht man vor beim Bau eines Nodalpunktadapters? Wichtig ist zu wissen, wo sich der Knotenpunkt ungefähr befindet. Ungefähr deshalb, weil dieser Punkt anfangs meist nur zu schätzen ist und später im fertigen Aufbau millimetergenau einjustiert wird. Die folgenden Skizzen verdeutlichen die wichtigsten Achsen. In der Regel liegt der Knotenpunkt knapp hinter Mitte FL “, also knapp hinter der Frontlinse. Im Internet kursieren Tabellen, die den Knotenpunkt angeblich ausweisen. Inwieweit man diesen Werten vertrauen möchte, muss jeder für sich selbst entscheiden. Wir verlassen uns hier auf den eignen Kopf und können auf diese Weise für jedes nur erdenkliche Objektiv einen maßgeschneiderten Nodalpunktadapter bauen.
Multirow-Adapter mit Nikon D5300 und Weitwinkel-Objektiv
Singlerow-Adapter mit Nikon D5300 und 8mm Sigma Fisheye
Nodalpunktadapter Novoflex VR-System Pro II Kaufpreis ca. 740 EURO Der Adapter Pro II aus dem Haus Novoflex gilt unter Profis als ultimative Lösung für alle Panorama-Projekte. Für das Hobby ist der Preis zu hoch.
Nodalpunktadapter aus Blech und Holz mit Lumix TZ4. Eine einfache Baumarktlösung kostet ca. 20-30 EURO. Das Einsparpotential im Vergleich zu einer Kauflösung ist enorm.
Bauanleitung „Fisheye-Halter“ - auch fürs Einbeinstativ geeignet Vielleicht konnten wir Ihnen das Prinzip zum Bau eines eigenen Adapters bis hier hin schmackhaft machen. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt, der Aufwand nicht groß - ganz abgesehen vom Einsparpotential. Das Bild links zeigt als Beispiel unseren schwarz lackierten Einbein-Adapter, der mittels zweier Blechwinkel entstand. Er kostete uns 2 Stunden Arbeit bei einer Investition von 16,31 Euro. Die Firma PT4Pano in Egmating bie - tet einen vergleichbaren Adapter nach Kundenwunsch an. Abhängig von der Kamera und dem Objektiv kostet der Winkel “Kiss” zwischen 129 und 139 Euro. Zwar sieht unser Adapter nicht so schmuck und professionell aus, aber in Sachen Funktionalität müssen wir keine Einbusen hinnehmen. Wie haben wir den Adapter gebaut? Nicht anders, wie oben beschrieben! Wir ermittelten die erforderlichen Maße und los ging´s zum Baumarkt. Am Anfang steht die Einkaufsliste. Die Kaufteile, den Lack und die Normalien mit Aus - nahme der Hutmutter können wir überall beziehen. Die Hutmutter für das Stativgewinde wird bei Ebay angeboten. Wer eine Kameraschraube benötigt, findet bei Amazon eine reichhaltige Auswahl (siehe auch Stativgewinde ). 1 x Flachstahl-Betonanker (EAN 4004338332105) = 1,59 € 1 x Lochplatten-Winkel (EAN 4004338330705) = 0,95 € 1 x Sprühlack schwarz matt = 5,49 € 3 x Zylinderschraube M4x10 6 x Mutter M4 = 3,99 E 3 x Scheibe D 4,2 1 x Hutmutter 3/8 Zoll UNC Edelstahl = 4,29 € Summe = 16,31 €
Wie wird der Knotenpunkt (Nodalpunkt) ermittelt? Nachdem das Grundgerüst des VR- Systems steht, bleibt jetzt die Frage zu klären, wie der Knotenpunkt (Nodal - punkt) ermittelt und eingestellt wird. Die wohl beste und verständlichste Erklä - rung zu diesem Thema lieferte der Panoramafotograf Jan Röpenack bereits vor einigen Jahren in einem mehrteiligen Video. Teil 4 fasst alles Wesentliche zusammen. Bitte schauen Sie sich das Video an. Das Wissen um den Knotenpunkt ist von unschätzbarem Wert.
“x”
optische Achse
Stativebene
Vor der Konstruktion sollte man verinnerlicht haben, wo sich der Knotenpunkt befindet, denn um diesen Punkt wird sich später alles drehen. Achten Sie darauf, dass Sie kein scharfes Messzeug verwenden, um die Kamera nicht zu beschädigen.
Gewinde
optische Achse
“y”
“y1”
KIT-Objektiv 18-135
KIT-Objektiv 18-55
TIP TIP
Mitte FL
Mitte FL
Mitte FL
Nikon DSLR Maß x = 39 Maß y = 122 Maß y1= 123
Bevor Sie zum Zollstock, Maßband oder zur Schieblehre greifen, müssen wir aus rechtlichen Gründen darauf hinweisen, dass Sie für ihr Tun selbst verant - wortlich sind. Wir zeigen, wie ein Adapter zu bauen ist, Sie müssen entschei - den, ob Sie das erforderliche Geschick mitbringen, die beschriebenen Schritte nachzuvollziehen. Für Verletzungen und Beschädigungen sind wir nicht haftbar zu machen.
Knotenpunkt
Knotenpunkt
optische Achse Mitte FL Stativebene Mitte FL Knotenpunkt Knotenpunkt Diese Skizze veranschaulicht, wie die Kamera korrekt im Knotenpunkt steht. Der Knotenpunkt dreht sich um die Stativachse und egal, wie die Kamera gedreht und geschwenkt wird, der Knotenpunkt ist und bleibt fixiert. Zum besseren Verständnis haben wir den Nodalpunktadapter erst mal außen vor gelassen und die Kamera freigestellt.  In den nun folgenden Skizzen zeigen wir Schritt für Schritt, wie man diese überaus wichtige Kameraposition ermitteln kann. optische Achse Mitte FL Stativebene “y” Mitte FL “y” Knotenpunkt Dreidimensional zu konstruieren, ist nicht jedermanns Sache. Also starten wir mit Bild 1. Hier ist die Kamera in altgewohnter Weise auf einem Stativ montiert. Diese Konstellation kennen wir alle.  Nun müssen wir die Kamera so positionieren, dass sie sich nicht um das Stativgewinde dreht, sondern um die Mitte der Frontlinse, hier als Mitte FL gekennzeichnet. Das Maß "y" können Sie an Ihrer Kamera abmessen. Achtung: Bei einem Zoom-Objektiv muss die Brennweite eingestellt sein, mit der Sie später fotografieren möchten. 1 1 2 2 optische Achse Mitte FL Stativebene “y” Mitte FL “x” Knotenpunkt Knotenpunkt Jetzt kippen wir die Kamera ins Hochkantformat und rücken sie ein Stück weit nach oben, so dass genügend Freiraum zwischen Kamera und Stativkopf entsteht. Wir empfehlen einen Freiraum von mindestens 10 Zentimeter. Auf diese Weise entstehen später keine Abschattungen im finalen Panorama. Ferner wird die Kamera in einem Multirow-Adapter geschwenkt; auch dafür benötigen wir ausreichend Freiraum.  Das Maß "y" ist uns bereits bekannt, wir nehmen Maß "x" ab; ggf. macht der Kamerahersteller näherer Angaben. Oftmals ist dies leider nicht der Fall. Mitte FL Langloch Mitte FL optische Achse Knotenpunkt Knotenpunkt Wer mit einem Fisheye-Objektiv einzeilig arbeiten möchte, kann bereits jetzt schon einen Blechwinkel skizzieren (hier blau dargestellt), der lediglich ein Langloch beinhalten muss, damit man die Kamera später dann in den Knotenpunkt hinein einjustieren kann. Mitte FL Mitte FL “y” optische Achse Knotenpunkt Langloch Wer mit einem Weitwinkel-Objektiv mehrzeilig arbeiten möchte, muss in die Skizze ein wenig mehr Arbeit investieren. Der blaue Grundträger ähnelt dem ersten Beispiel, allerdings trägt er diesmal einen beweglichen Galgen (braun). Das heißt, die Kamera kann um den Dreh- und Knotenpunkt nach oben und nach unten geschwenkt werden.
Als erstes legen wir die beiden Winkel grob übereinander und suchen uns zwei deckungsglei - che Befestigungsbohrungen, die wir zum Verschrauben ver - wenden können. Dass der große Blechwinkel noch nicht zurecht geschnitten ist und teils übersteht, stört uns nicht (siehe Bild 1). Jetzt verschrauben wir die beiden Winkel. Sie sollten sich mit Kraft noch bewegen lassen (siehe Bild 2). Diese Vorgehensweise bringt Stabili - tät ins System und verhindert, dass die Teile während der Arbeit verrutschen. Nun greifen wir zum Messzeug und suchen uns die Position für die Kame - raschraube (siehe Bild 3). Dazu müssen wir die ideale Spreizung der beiden Winkel finden, damit die Bohrung spä - ter gut positioniert ist und nicht mit anderen Bohrungen kolli - diert. Danach markieren wir diesen Punkt mit einem Bleistift und achten sorgsam darauf, dass sich die gefundene Sprei - zung nicht verändert (Schraub - zwinge verwenden). Die Mar- kierung dient zunächst nur als Anhaltspunkt; die Bohrung erfolgt später! Im vierten Schritt bohren wir durch den Trägerwinkel den Kameraträger auf und ver - schrauben die beiden Winkel (siehe Bild 4). Nach einer Überprüfung kön - nen wir dann die 7,0 mm Boh - rung für die Kameraschraube setzen. Im Anschluss putzen wir die Winkel, indem wir alle Überstände abtrennen und sämtliche Ecken verrunden (siehe Bild 5). Zum Schluss wird die Bohrung für die Stativschraube ermittelt und gebohrt (siehe Bild 6). Prüfen Sie bitte Ihr Stativgewinde. Das 3/8 Zoll UNC-Gewinde hat einen Durchmesser von 9,5 mm, das kleinere 1/4 Zoll UNC einen Durchmesser von 6,3 mm. Mit etwas Schwarzlack kann die Blechwinkelkonstruktion noch aufgehübscht werden - und fertig ist der Nodalpunktadapter fürs Einbeinstativ. Alternativ zu dieser Lösung können Sie mit entsprechenden CAD-Daten (dxf) oder mithilfe einer Zeichnung bzw. Skizze einen Werker für die Blechbearbeitung konsultieren und ein lasergeschnittenes Abkantblech in Auf - trag geben. Wählen Sie ein 3mm star - kes Edelstahlblech mit Schutzfolie, dann erübrigt sich ein Oberflächen- finish. Tipp: Der Werker wird CAD-Daten immer bevorzugen, was sich im Preis niederschlägt. Ordern Sie wenigstens zwei bis drei Stück, ansonsten ist der Mindermengenzuschlag zu hoch. 25 bis 35 Euro pro Stück ist ein fairer und vertretbarer Preis. Wir haben mit unserer „Abkant-Version“ zahlreiche Panoramen erstellt und nutzen diesen leichten Adapter hauptsächlich auf Reisen und bei Wanderungen. Ein Blechwinkel sitzt auf dem Monopod, der zweite auf dem Hochstativ (siehe Artikel Kugelbilder vom Ein - bein / Hochstativ im Eigenbau ). „Fisheye-Halter“ fürs Tripod mit Indexierung Der nun folgende Adapter „Speedy“ nimmt das Kon - struktionsprinzip des Einbeinadapters auf, ist aber für ein klassisches Tripod gedacht und verfügt obendrein über einen integrierten Drehteller mit 4-fach Indexie - rung. Das heißt, der Rotator rastet in 90 Gradschrit - ten spürbar ein, so dass der Fotograf ganz genau weiß, wann das nächste Bild ausgelöst werden muss. Ein feststehender Zeiger hilft dabei, das Motiv anzuvi - sieren und markiert zugleich die Start- und Endposi - tion eines Panoramas. Wer jemals mit nervig kleinen Skalen gearbeitet hat, wird die Funktionalität dieses extrem kleinen Adapters zu schätzen wissen. Die Indexierung hat merklich Spiel, so dass sie keine Behinderung darstellt, son - dern vielmehr als Unterstützung dient. Fast alle Kauflösungen rasten viel zu hart ein. Dies rührt aus der Erwartungshaltung des unerfahrenen Käufers. Eine satte Indexierung wird mit Präzision gleich- gesetzt. Der Stitcher indes kann mehrere Winkel - grade Abweichung problemlos verarbeiten; auch eine ungleichmäßige Überlappung der Einzelaufnahmen führt zu keinem schlechten Ergebnis. Eine leicht zu überwindende Indexierung aber hat mehrere Vor- teile. Der Drehvorgang läuft weich und flüssig ab - also frei von Vibrationen. Möchte man zwischen den Einzelaufnahmen eine weitere Aufnahme mit einfügen (bewegtes Motiv), springt der Adapter weder vor noch unvermutet zurück. Die Arbeit mit unserem Speedy geht folglich rasant vonstatten. Die Fertigung indes ist nicht mit ein paar Blechwinkeln getan. Folgende Bau - teile verlangen nach einer Drehbank und nach einer kompetenten Fräsmaschine. Träger Die 6mm massive Aluminiumplatte nimmt unsere Kamera auf. In das Auge kann eine kleine Kamerata - sche mittels Karabiner eingehakt werden. Das große Langloch spart Gewicht ein. Rotator Das zylindrische Messing-Drehteil fügt sich mit einer Spielpassung in den Kopf ein und verlangt nach etwas Lagerfett. In die 4-fach-Indexierung drückt spä - ter ein Federstück mit Edelstahlkugel. Alternativ zu den Nuten können auch Bohrungen eingebracht wer - den. Kopf Der Stativkopf ist abermals aus Alu gefertigt. Hier wird das Federstück eingeschraubt, ein Feststellgriff ange - bracht - und natürlich der Träger. Mutter Mithilfe der Mutter wird die Friktion eingestellt, also wie leicht- oder wie schwergängig sich der Adapter drehen soll. Der große Drehkörper garantiert eine feinfühlige Justiermöglichkeit. Zeiger, Federdruckstück und Normalien Jetzt fehlen nur noch 2 Nylonscheiben, die jeweils zwischen Rotator und Kopf & zwischen Kopf und Mut - ter sitzen. Ein paar Schrauben und das Federstück komplettieren das Set. Unser Adapter verfügt ganz bewusst über kein Rollenlager, sondern über eine klassische Lagerform, die sich über ein Jahrhundert Technikgeschichte bewährt hat: die verspannte Spielpassung. Kritiker könnten nun einwenden: Aluminium und Messing; das frisst. Ja, könnte es, würden wir unseren Rotator an eine Bohrmaschine hängen und mit mehreren tausend Umdrehungen in der Minute beaufschlagen. Aber das tun wir nicht - und so dreht sich unser Speedy nach über 600 Panoramen so butterweich wie am ersten Tag. Eine Wartungsarbeit am Lager war nie erforderlich.
Bild 1 Bild 2 Bild 3 Bild 4 Bild 3
Bild 5
Bild 6
“Nodalpunktadapter” fürs Einbein-Stativ
144 €
Träger
Rotator
Kopf
Mutter
Zeiger
Normalien
mit 4-fach Stopp Nodalpunktadapter Speedy für Nikon D5300 mit Fisheye für Tripod-Stativ
Animation Nodalpunktadapter Speedy mit Nikon D5300 und Sigma Fisheye 8mm
Nodalpunktadapter aus Acra-Swiss-Bauteilen für einzeilige Panoramen Preis = 144€ Drehteller  10-fach indexierbar MENGS® DH-55
Lutz Müller aus Ilmenau ist Maschinenbauer und inter - essiert sich neben der Panoramafotografie für das CNC- Fräsen. Aus der Idee, ein extrem handliches VR-System für Kompaktkameras zu entwickeln, entstand im Jahr 2016 zunächst ein bemerkenswerter Prototyp, später dann eine Kleinserie, die im ersten Schritt für die Sony- Familie RX100 Mark I bis V gedacht ist. Auf seiner Homepage www.pocketpano.de bietet Lutz Müller sei - nen in Deutschland gefertigten pocketPANO für unter 80 EURO an. Weitere Adapter für Canon, Fujifilm, Leica, Panasonic, Ricoh und Sigma stehen in der Planung. Das Konstruktionsprinzip ist schnell erklärt. Der Adapter ist immer nur für ein Kameramodell gedacht. Somit ent - fällt jedwede Justagearbeit. Das VR-System ist folglich nicht nur leicht und ultrakompakt, sondern auch extrem schnell einsatzfähig. Dank dieser Tatsache dürfte der pocketPANO für all jene interessant sein, die auf der Suche sind nach einer professionellen Reiseausrüstung. Auf den ersten Blick hin sind wir von der Idee als auch von der technisches Ausführung begeistert. Da unsere Lumix LX3 in die Jahre gekommen ist und unser Nodal - punktadapter für diese Sensorklasse bei weitem nicht so kompakt ist, haben wir uns kurzerhand mit Lutz Mül - ler in Verbindung gesetzt und einen Adapter aus der Kleinserie geordert. In Kürze also mehr. Bis dahin bedanken wir uns für den netten Kontakt und wünschen Lutz viel Glück und Erfolg bei all seinen Pro - jekten.
Friedrich Schmidt aus Hildesheim hat sich vor kurzem von der Panoramafotografie begeistern lassen. Mithilfe einer mechanischen Werkstatt realisierte er ein solides VR System, das er ein einem zweiten Entwicklungsschritt um einen mehrfach indexierbaren Drehteller erweitern möchte. Das erste Foto zeigt den Gesamtaufbau, das zweite Bild offenbart uns den aufwändig gefertigten Stator. Jede Lochbildreihe steht für eine andere Teilung. Die obere Reihe arretiert in 15° Winkelschritten und ist für den Einsatz eines Weitwinkel- Objektivs geeignet. Die zweite Lochbildreihe teilt den Vollkreis in vier Rastpunkte á 90° und verlangt nach einem Fisheye mit großem Bildwinkel. Wie funktioniert die Sache? Nun, über den Stator wird eine Lagerschale (Rotator) gestülpt und ein federgestütztes Kugelstück rastet dann in die jeweils gewählte Lochbildreihe ein, also immer dann, wenn das nächste Bild ausgelöst werden muss. Herzlichen Dank für die Zuschrift!
Mitte Juli 2014 erreichte uns ein Mail von Gerhard Blom - berg. Gerhard betreibt einen lesenswerten Blog rund um das Thema der Fotografie und ist ganz offensichtlich schon des Längeren mit dem Virus der Panoramafoto - grafie infiziert. Das erste Bild rechts zeigt Gerhards Eigenbau bestehend aus Lochplattenwinkel geeignet für mehrzeilige Panoramen. Irgendwann ersetzte Gerhard seine Konstruktion und arbeitet seit-dem mit dem kom - pakten Nodal Ninja 3. Für Reisen indes kann ein VR- System gar nicht handlich genug sein. Gerhard nahm die Idee zum Bau eines Monopod-Adapters auf und griff zum Werkzeug. Das Ergebnis seiner Arbeit ist auf dem zweiten Bild zu sehen. Der Adapter trägt solide Arbeits - pferde: Die Nikon D90 im Verbund mit dem 8mm Fisheye aus dem Hause Peleng. Zu einer ausführlichen Beschreibung geht es hier .
Olaf M. aus Verchen folgte unserer Bitte. Er sandte uns mehrere Ansichten seiner Eigenkonstruktion zu. Oben- drein die ersten zwei Flächenpanoramen, die mithilfe dieses Adapters erfolgreich vollendet werden konnten. Der Grundträger besteht aus einem L-Profil, an dem ein schwenkbares Aluminiumblech nebst Kamera-Platte montiert sind. Das VR-System ist somit für einzeilige und mehrzeilige Panoramen geeignet und hinterlässt einen extrem soliden Einruck. Und preiswert war es außerdem. Der Adapter ist übrigens ausgelegt für die Canon EOS 60D im Verbund mit dem Objektiv Canon 10-22 EFS. Diese Kombination ist bestens für hochauflösende Pan - oramen geeignet. Wir wünschen Olaf M. viel Erfolg bei all seinen Projekten und bedanken uns für sein Schreiben!
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In diesem Artikel beschäftigen wir uns mit einer Vorrichtung, die zum Erstellen eines professionellen Kugelpanoramas benötigt wird. Umgangssprachlich hat sich die Bezeichnung Nodalpunktadapter durchgesetzt. Wir sprechen hier von einem VR-System, erklären dessen Funktionsweise und räumen obendrein mit dem Mythos auf, ein Eigenbau sei zwar preiswerter als eine Kauflösung, dafür aber weniger komfortabel und weniger stylish. Viel Spaß beim Lesen wünscht Ihr
Der Nodalpunktadapter Wer immer sich mit der Panoramafotografie beschäftigt, wird über kurz oder lang mit einem Adapter konfrontiert, der zum Erstellen eines Kugelpanoramas unerlässlich ist. Die Kamera sitzt in einem Galgen - meist hochkant montiert - und kann gedreht und ggf. auch geschwenkt werden. Umgangssprachlich wird solch eine Konstruktion Nodalpunktadapter genannt. Der Profi wählt die Bezeichnung VR-System oder Panoramakopf , denn fachlich korrekt dreht sich die Kamera um den Eintrittspunkt der Pupille , den sogenannten Knotenpunkt . Für mehrzeilige Panoramen wird ein Multirow-Adapter benötigt. Für einzeilige Panoramen kommt ein Singlerow-Adapter zum Einsatz. Kann man ein Kugelpanorama auch frei aus der Hand erstellen? Wozu ein VR-System? Kann man ein Kugelpanorama nicht auch frei aus der Hand erstellen? Derlei Fragen werden uns immer wieder gestellt und in der Tat gibt es Stimmen, die meinen, ein VR-System sei unnützer Luxus. Wer dies behauptet, hat mit großer Wahrscheinlichkeit Landschaftspanoramen erstellt, aber nicht bedacht, es treten massive Parallaxefehler auf, je näher sich das VR-System am Motiv befindet. Oder aber der Anspruch an das finale Pan - orama ist derart gering, dass unschöne Nahtfehler akzeptiert werden. Unser Anspruch liegt höher. Und so stellen wir jetzt die unterschiedlichsten Baufor - men vor und gehen zugleich auf die Thematik Eigenbau ein. Der Multirow-Adapter Die erste Animation links zeigt unseren Multi - row-Eigenbau „Gibby“ in Aktion. Als Kamera dient eine DSLR von Nikon im Verbund mit einem 18er Weitwinkelobjektiv. Der Adapter kann jede beliebige Kamera- und Objektivkom - bination aufnehmen. Kompaktkameras und selbst Mittelformartkameras sind kein Problem, denn die Verfahrwege sind großzügig dimen - sioniert. Wie man sieht, schwenkt die Kamera nicht allein um die Achse des Stativs, sie wird auch zum Himmel und zum Boden hin geschwenkt. Der Singlerow-Adapter Die zweite Animation rechts unten präsentiert unseren Eigenbau „Speedy“. Auch hier wieder kommt die Nikon zum Einsatz, nur diesmal ist kein Weitwinkelobjektiv angeflanscht, sondern ein Fisheye. Aufgrund des erweiterten Bildwin - kels von 180° verbleibt die Kamera in der Horizontalen und wird nicht geneigt. Wo ist der Unterschied? Bis zu einer Auflösung von ca. 10.000 x 5.000 Pixel (Webpräsentation) lässt sich mit beiden Systemen eine gleichwertige Qualität erzielen. Ein Singlerow-Adapter macht Sinn, wenn der Zeitfaktor eine Rolle spielt (weniger Einzelauf - nahmen), oder wenn uns z.B. eine bewegte Menschenmasse Probleme bereiten könnte. Die Stärken eines Multirow-Adapters sind schnell umschrieben: Ein Weitwinkelobjektiv zählt fast schon zu Grundausstattung und so entfällt der Kauf eines zusätzlichen Objektivs. Für extrem hochauflösende Panoramen ist ein Multirow-Adapter ein absolutes Muss. Warum ein Eigenbau? Wir konnten unsere Eigenbauten realisieren, weil wir Zugriff hatten auf eine professionell ausgestattete Werkstatt mit Drehbank und CNC-Fräsmaschine. So komfortabel waren wir aber nicht immer unterwegs. Unser erster Adapter bestand aus einem zurecht gesägten Blechwinkel mit Alu-Vierkantprofil nebst Holz - leiste (siehe Bild links). Für die Herstellung des Baumarkt-Adapters benötigten wir eine Säge, eine Bohrmaschine und eine Feile zum entgraten. Die Lösung sieht etwas abenteuer - lich aus, aber sie erfüllt ihre Aufgabe perfekt, solange man mit der Einschränkung lebt, dass dieser Adapter nur im Verbund mit der Lumix TZ4 von Panasonic funktioniert. Multifunktional ist der Adapter nicht. Wohl aber ein Schnäpp - chen für den Einsteiger! Weshalb wir uns von Anfang an zu einem Eigenbau entschlossen, liegt also klar auf der Hand. Vergleichbare Kauflösungen sehen zwar gut aus, sind aber unverhältnismäßig teuer, insbesondere dann, wenn man um die relativ einfache Funktionsweise weiß, die ein VR-System erfüllen muss. Werfen wir kurz einen Blick auf das Novoflex VR-System Pro II. Dieser Kopf wird von Profis favorisiert und gilt als leicht zu bedienendes Einstellsystem bestehend aus patentierten Aluprofilen. Der Kaufpreis beträgt ca. 740 EURO. Natürlich bietet der Markt auch preiswertere Lösungen an (siehe Hardware - test ). Für ca. 200 Euro ist ein brauchbarer Kopf zu haben. Im Gegensatz dazu kostet unsere Blechwinkelkonstruktion keine 20. Und genau das ist der Punkt, wo unserer Artikel ansetzt. Wer handwerklich geschickt ist, wägt den Kaufpreis mit dem Nutzen ab und spart durch etwas Eigenleistung eine Menge Geld. Die Option zum Kauf steht mit gewachsenen Ansprüchen immer noch offen. Der Spaß indes, das erste Panorama mit einem Eigenbau zu realisieren, ist unbe - zahlbar. Grundlagenwissen zum Bau eines VR-Systems Wie geht man vor beim Bau eines Nodalpunktadapters? Wichtig ist zu wissen, wo sich der Knotenpunkt ungefähr befindet. Ungefähr deshalb, weil dieser Punkt anfangs meist nur zu schätzen ist und später im fertigen Aufbau millimetergenau einjustiert wird. Die folgenden Skizzen verdeutlichen die wichtigsten Achsen. In der Regel liegt der Knotenpunkt knapp hinter Mitte FL “, also knapp hinter der Frontlinse. Im Internet kursieren Tabellen, die den Knotenpunkt angeblich ausweisen. Inwieweit man diesen Werten vertrauen möchte, muss jeder für sich selbst entscheiden. Wir verlassen uns hier auf den eignen Kopf und können auf diese Weise für jedes nur erdenkliche Objektiv einen maßgeschneiderten Nodalpunktadapter bauen.
Multirow-Adapter mit Nikon D5300 und Weitwinkel-Objektiv
Singlerow-Adapter mit Nikon D5300 und 8mm Sigma Fisheye
Nodalpunktadapter aus Blech und Holz mit Lumix TZ4. Eine einfache Baumarktlösung kostet ca. 20-30 EURO. Das Einsparpotential im Vergleich zu einer Kauflösung ist enorm.
Bauanleitung „Fisheye-Halter“ - auch fürs Einbeinstativ geeignet Vielleicht konnten wir Ihnen das Prinzip zum Bau eines eigenen Adapters schmackhaft machen. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt, der Aufwand nicht groß - ganz abge - sehen vom Einsparpotential. Das Bild links zeigt als Beispiel unseren Einbein-Adapter, der mittels zweier Blechwinkel entstand. Er kostete uns 2 Stunden Arbeit bei einer Inves - tition von 16,31€. Die Firma PT4Pano in Egmating bietet einen vergleichbaren Adap - ter nach Kundenwunsch an. Abhängig von der Kamera und dem Objektiv kostet der Winkel “Kiss” zwischen 129 und 139€. Zwar sieht unser Adapter nicht so schmuck und professionell aus, aber in Sachen Funktionali - tät müssen wir keine Einbusen hinnehmen. Wie haben wir den Adapter gebaut? Nicht anders, wie oben beschrieben! Wir ermittel - ten die erforderlichen Maße und los ging´s zum Baumarkt. Am Anfang steht die Einkaufsliste. Die Kaufteile, den Lack und die Normalien mit Ausnahme der Hutmutter können wir überall beziehen. Die Hutmutter für das Stativgewinde wird bei Ebay angeboten. Wer eine Kameraschraube benö - tigt, findet bei Amazon eine reichhaltige Auswahl (siehe auch Stativgewinde ). 1 x Flachstahl-Betonanker (EAN 4004338332105) = 1,59 € 1 x Lochplatten-Winkel (EAN 4004338330705) = 0,95 € 1 x Sprühlack schwarz matt = 5,49 € 3 x Zylinderschraube M4x10 6 x Mutter M4 = 3,99 E 3 x Scheibe D 4,2 1 x Hutmutter 3/8 Zoll UNC Edelstahl = 4,29 € Summe = 16,31 € Die folgenden Bilder sind für jeden geübten Heimwerker selbsterklärend.
Wie wird der Knotenpunkt (Nodalpunkt) ermittelt? Nachdem das Grundgerüst des VR-Systems steht, bleibt jetzt die Frage zu klären, wie der Knotenpunkt (Nodalpunkt) ermittelt und eingestellt wird. Die wohl beste und verständlichste Erklärung zu diesem Thema lieferte der Pan - oramafotograf Jan Röpenack bereits vor einigen Jahren in einem mehrteiligen Video. Teil 4 fasst alles Wesentliche zusammen. Bitte schauen Sie sich das Video an. Das Wissen um den Knotenpunkt ist von unschätzbarem Wert.
“x”
optische Achse
Stativebene
Gewinde
optische Achse
“y”
“y1”
KIT-Objektiv 18-135
KIT-Objektiv 18-55
Mitte FL
Mitte FL
Mitte FL
Bevor Sie zum Zollstock, Maßband oder zur Schieblehre greifen, müssen wir aus rechtlichen Gründen darauf hinweisen, dass Sie für ihr Tun selbst verant - wortlich sind. Wir zeigen, wie ein Adapter zu bauen ist, Sie müssen entschei - den, ob Sie das erforderliche Geschick mitbringen, die beschriebenen Schritte nachzuvollziehen. Für Verletzungen und Beschädigungen sind wir nicht haftbar zu machen.
Knotenpunkt
Knotenpunkt
optische Achse
Mitte FL
Stativebene
Mitte FL
Knotenpunkt
Knotenpunkt
Diese Skizze veranschaulicht, wie die Kamera korrekt im Knotenpunkt steht. Der Knotenpunkt dreht sich um die Stativachse und egal, wie die Kamera gedreht und geschwenkt wird, der Knotenpunkt ist und bleibt fixiert. Zum besseren Verständnis haben wir den Nodalpunktadapter erst mal außen vor gelassen und die Kamera freigestellt. In den nun folgenden Skizzen zeigen wir Schritt für Schritt, wie man diese überaus wichtige Kameraposition ermitteln kann.
optische Achse
Mitte FL
Stativebene
“y”
Mitte FL
“y”
Knotenpunkt
Dreidimensional zu konstruieren, ist nicht jedermanns Sache. Also starten wir mit Bild 1. Hier ist die Kamera in altgewohnter Weise auf einem Stativ montiert. Diese Konstellation kennen wir alle. Nun müssen wir die Kamera so positionieren, dass sie sich nicht um das Stativgewinde dreht, sondern um die Mitte der Frontlinse, hier als Mitte FL gekennzeichnet. Das Maß "y" können Sie an Ihrer Kamera abmessen. Achtung: Bei einem Zoom-Objektiv muss die Brennweite eingestellt sein, mit der Sie später fotografieren möchten.
1 1 2 2
optische Achse
Mitte FL
Stativebene
“y”
Mitte FL
“x”
Knotenpunkt
Knotenpunkt
Jetzt kippen wir die Kamera ins Hochkantformat und rücken sie ein Stück weit nach oben, so dass genügend Freiraum zwischen Kamera und Stativkopf entsteht. Wir empfehlen einen Freiraum von mindestens 10 Zentimeter. Auf diese Weise entstehen später keine Abschattungen im finalen Panorama. Ferner wird die Kamera in einem Multirow-Adapter geschwenkt; auch dafür benötigen wir ausreichend Freiraum. Das Maß "y" ist uns bereits bekannt, wir nehmen Maß "x" ab; ggf. macht der Kamerahersteller näherer Angaben. Oftmals ist dies leider nicht der Fall.
Mitte FL
Langloch
Mitte FL
optische Achse
Knotenpunkt
Knotenpunkt
Wer mit einem Fisheye-Objektiv einzeilig arbeiten möchte, kann bereits jetzt schon einen Blechwinkel skizzieren (hier blau dargestellt), der lediglich ein Langloch beinhalten muss, damit man die Kamera später dann in den Knotenpunkt hinein einjustieren kann.
Mitte FL
Mitte FL
“y”
optische Achse
Knotenpunkt
Langloch
Wer mit einem Weitwinkel-Objektiv mehrzeilig arbeiten möchte, muss in die Skizze ein wenig mehr Arbeit investieren. Der blaue Grundträger ähnelt dem ersten Beispiel, allerdings trägt er diesmal einen beweglichen Galgen (braun). Das heißt, die Kamera kann um den Dreh- und Knotenpunkt nach oben und nach unten geschwenkt werden.
Mit etwas Lack kann die Blechwinkelkonstruktion noch aufgehübscht werden - und fertig ist der Nodalpunktadapter fürs Einbeinstativ. Alternativ zu dieser Lösung können Sie mit entsprechenden CAD-Daten (dxf) oder mithilfe einer Zeichnung bzw. Skizze einen Werker für die Blechbearbei - tung konsultieren und ein lasergeschnittenes Abkantblech in Auftrag geben. Wählen Sie ein 3mm starkes Edelstahlblech mit Schutzfolie, dann erübrigt sich ein Oberflächenfinish. Der Werker wird CAD-Daten immer bevor - zugen, was sich im Preis niederschlägt. Ordern Sie wenigstens zwei bis drei Stück, ansonsten ist der Mindermengen - zuschlag zu hoch. 25 bis 35 Euro pro Stück ist ein fairer und vertretbarer Preis. Wir haben mit unserer Abkantversion zahlreiche Panoramen erstellt und nutzen diesen Adapter hauptsächlich auf Reisen und bei Wanderungen. Ein Blechwinkel sitzt auf dem Monopod, der zweite auf dem Hochstativ (siehe Artikel Kugelbilder vom Einbein / Hochstativ im Eigenbau ). „Fisheye-Halter“ fürs Tripod mit Indexierung Der nun folgende Adapter „Speedy“ nimmt das Konstruktionsprinzip des Einbeinadapters auf, ist aber für ein klassisches Tripod gedacht und verfügt obendrein über einen integrierten Dreh - teller mit 4-fach Indexierung. Das heißt, der Rotator rastet in 90 Gradschritten spürbar ein, so dass der Fotograf ganz genau weiß, wann das nächste Bild ausgelöst werden muss. Ein feststehender Zeiger hilft dabei, das Motiv anzuvisieren und markiert zugleich die Start- und Endposition eines Panoramas. Wer jemals mit nervig kleinen Skalen gearbeitet hat, wird die Funktionalität dieses extrem klei - nen Adapters zu schätzen wissen. Die Indexie - rung hat merklich Spiel, so dass sie keine Behinderung darstellt, sondern vielmehr als Unterstützung dient. Fast alle Kauflösungen rasten viel zu hart ein. Dies rührt aus der Erwartungshaltung des unerfahrenen Käufers. Eine satte Indexierung wird mit Präzision gleich-gesetzt. Der Stitcher indes kann meh - rere Winkelgrade Abweichung problemlos verarbeiten; auch eine ungleichmäßige Über - lappung der Einzelaufnahmen führt zu keinem schlechten Ergebnis. Eine leicht zu überwin - dende Indexierung aber hat mehrere Vor-teile. Der Drehvorgang läuft weich und flüssig ab - also frei von Vibrationen. Möchte man zwi - schen den Einzelaufnahmen eine weitere Aufnahme mit einfügen (bewegtes Motiv), springt der Adapter weder vor noch unvermutet zurück. Die Arbeit mit unserem Speedy geht folglich rasant vonstatten. Die Fertigung indes ist nicht mit ein paar Blechwinkeln getan. Fol - gende Bauteile verlangen nach einer Drehbank und nach einer kompetenten Fräsmaschine.
Bild 1 Bild 2 Bild 3 Bild 4 Bild 3
Bild 5
Bild 6
“Nodalpunktadapter” fürs Einbein-Stativ mit Nikon D5300 und 8mm Sigma Fisheye
Träger
Rotator
Kopf
Mutter
Zeiger
Normalien
mit 4-fach Stopp Nodalpunktadapter Speedy für Nikon D5300 mit Fisheye für Tripod-Stativ
Animation Nodalpunktadapter Speedy mit Nikon D5300 und Sigma Fisheye 8mm
Lutz Müller aus Ilmenau ist Maschinenbauer und interes - siert sich neben der Panoramafotografie für das CNC- Fräsen. Aus der Idee, ein extrem handliches VR-System für Kompaktkameras zu entwickeln, entstand im Jahr 2016 zunächst ein bemerkenswerter Prototyp, später dann eine Kleinserie, die im ersten Schritt für die Sony- Familie RX100 Mark I bis V gedacht ist. Auf seiner Homepage www.pocketpano.de bietet Lutz Müller seinen in Deutschland gefertigten pocketPANO für unter 80 EURO an. Weitere Adapter für Canon, Fujifilm, Leica, Panasonic, Ricoh und Sigma stehen in der Planung. Das Konstruktionsprinzip ist schnell erklärt. Der Adapter ist immer nur für ein Kameramodell gedacht. Somit entfällt jedwede Justagearbeit. Das VR-System ist folglich nicht nur leicht und ultrakompakt, sondern auch extrem schnell einsatzfähig. Dank dieser Tatsache dürfte der pocket - PANO für all jene interessant sein, die auf der Suche sind nach einer professionellen Reiseausrüstung. Auf den ers - ten Blick hin sind wir von der Idee als auch von der technisches Ausführung begeistert. Da unsere Lumix LX3 in die Jahre gekommen ist und unser Nodalpunktadapter für diese Sensorklasse bei weitem nicht so kompakt ist, haben wir uns kurzerhand mit Lutz Müller in Verbindung gesetzt und einen Adapter aus der Kleinserie geordert. In Kürze also mehr. Bis dahin bedanken wir uns für den net - ten Kontakt und wünschen Lutz viel Glück und Erfolg bei all seinen Projekten.
Friedrich Schmidt aus Hildesheim hat sich vor kurzem von der Panoramafotografie begeistern lassen. Mithilfe einer mechanischen Werkstatt realisierte er ein solides VR System, das er ein einem zweiten Entwicklungsschritt um einen mehrfach indexierbaren Drehteller erweitern möchte. Das erste Foto zeigt den Gesamtaufbau, das zweite Bild offenbart uns den aufwändig gefertigten Stator. Jede Lochbildreihe steht für eine andere Teilung. Die obere Reihe arretiert in 15° Winkelschritten und ist für den Einsatz eines Weitwinkel-Objektivs geeignet. Die zweite Lochbildreihe teilt den Vollkreis in vier Rastpunkte á 90° und verlangt nach einem Fisheye mit großem Bildwinkel. Wie funktioniert die Sache? Nun, über den Stator wird eine Lagerschale (Rotator) gestülpt und ein federgestütztes Kugelstück rastet dann in die jeweils gewählte Lochbildreihe ein, also immer dann, wenn das nächste Bild ausgelöst werden muss. Herzlichen Dank für die Zuschrift!
Mitte Juli 2014 erreichte uns ein Mail von Gerhard Blom - berg. Gerhard betreibt einen lesenswerten Blog rund um das Thema der Fotografie und ist ganz offen-sichtlich schon des Längeren mit dem Virus der Panoramafoto - grafie infiziert. Das erste Bild rechts zeigt Gerhards Eigenbau bestehend aus Lochplattenwinkel geeignet für mehrzeilige Panoramen. Irgendwann ersetzte Gerhard seine Konstruktion und arbeitet seit-dem mit dem kom - pakten Nodal Ninja 3. Für Reisen indes kann ein VR- System gar nicht handlich genug sein. Gerhard nahm die Idee zum Bau eines Monopod-Adapters auf und griff zum Werkzeug. Das Ergebnis seiner Arbeit ist auf dem zweiten Bild zu sehen. Der Adapter trägt solide Arbeitspferde: Die Nikon D90 im Verbund mit dem 8mm Fisheye aus dem Hause Peleng. Zu einer ausführlichen Beschreibung geht es hier .
Olaf M. aus Verchen folgte unserer Bitte. Er sandte uns mehrere Ansichten seiner Eigenkonstruktion zu. Oben- drein die ersten zwei Flächenpanoramen, die mithilfe dieses Adapters erfolgreich vollendet werden konnten. Der Grundträger besteht aus einem L-Profil, an dem ein schwenkbares Aluminiumblech nebst Kamera-Platte mon - tiert sind. Das VR-System ist somit für einzeilige und mehrzeilige Panoramen geeignet und hinterlässt einen extrem soliden Einruck. Und preiswert war es außerdem. Der Adapter ist übrigens ausgelegt für die Canon EOS 60D im Verbund mit dem Objektiv Canon 10-22 EFS. Diese Kombination ist bestens für hochauflösende Pan - oramen geeignet. Wir wünschen Olaf M. viel Erfolg bei all seinen Projekten und bedanken uns für sein Schreiben!
Unser Adapter verfügt ganz bewusst über kein Rollenlager, sondern über eine klassische Lagerform, die sich über ein Jahrhundert Technikgeschichte bewährt hat: die verspannte Spielpassung. Kritiker könnten nun einwenden: Aluminium und Messing; das frisst. Ja, könnte es, würden wir unseren Rotator an eine Bohrmaschine hängen und mit mehreren tausend Umdrehungen in der Minute beaufschlagen. Aber das tun wir nicht - und so dreht sich unser Speedy nach über 600 Panoramen so butterweich wie am ersten Tag. Eine Wartungs - arbeit am Lager war nie erforderlich.
Nodalpunktadapter aus Acra-Swiss-Bauteilen für einzeilige Panoramen Preis = 144€
Copyright | www.ralf-michael-ackermann.de © | 97877 Wertheim, 26.11.2020
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Das Panorama-Magazin

Kugelpanoramen. Die Welt in 360 Grad.

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