In wenigen Minuten zur eigenen kleinen Welt

Die    Panoramafotografie    kennt    viele    Projektionsarten,    aber keine   von   ihnen   dürfte   so   beliebt   und   populär   sein,   wie   die stereografische   Projektion.   Kurz   umschrieben,   wird   hier   eine vorhandene   Kugelfläche   zur   Abbildung   in   die   Ebene   verwen- det.   Das   Projektionszentrum   PZ   befindet   sich   auf   der   Kugel- oberseite,   die   Bildebene   ist   eine   Tangentialebene   durch   den gegenüber    liegenden    Punkt    TP    auf    der    Kugelunterseite. Klingt   kompliziert   -   und   in   der   Tat   ist   das   Schaubild   links   auf den   ersten   Blick   schwer   zu   entschlüsseln.   Dabei   wurde   die stereografische    Projektion    bereits    in    der    Antike    entdeckt (vermutlich   durch   Hipparchos   um   130   v.   Chr.).   Sie   half   uns- eren   Ahnen   bei   der   Abbildung   des   Himmels   auf   dem   Astro- labium.    In    der    Panoramafotografie    entstehen    heute    dank dieser   Technik   zauberhaft   kleine   Welten;   auch   Little   Planets genannt. Wer   nun   meint,   bei   einem   Little   Planet   handelt   es   sich   um   ein Kugelpanorama,   irrt.   Richtig   ist,   dass   man   die   Daten   eines Kugelpanoramas   hervorragend   zum   Erstellen   einer   stereo- grafischen   Projektion   verwenden   kann.   Darüber   hinaus   eig- nen   sich   Flächenpanoramen,   aber   auch   viele   planare   Fotos (dann allerdings mit Einschränkungen). Wie also erstellt man einen kleinen Planeten? Diese   Frage   lässt   sich   nur   dann   beantworten,   wenn   man   um die   Rohdaten   weiß,   die   verwendet   werden   sollen.   Wichtig   ist auch,   welches   Programm   zur   Anwendung   kommt.   Folglich haben   wir   mehrere   Vorgehensweisen   aufgezeichnet.   In   kei- nem    der    Fälle    dauert    das    Erstellen    länger    als    drei,    vier Minuten.   Auch   machen   Sie   sich   bitte   keine   Gedanken,   ob sich   ihr   Panorama   zum   Umformen   eignet.   Es   existiert   keine schlüssige   Formel,   wie   unsere   Galerie   Little   Planet    beweist. Die   anfängliche   These,   man   solle   einen   bewölkten   Himmel vermeiden,   erwies   sich   als   falsch.   Die   Annahme,   sämtliche   Gebäude   sollten   möglichst   im   gleichen   Abstand   und   kreisförmig zueinander   stehen,   erwies   sich   ebenfalls   als   falsch.   Wer   derlei   Mythen   verbreitet,   nutzt   mit   großer   Wahrscheinlichkeit   ein   Bild- bearbeitungsprogramm   wie   Adobe   Photoshop   oder   GIMP,   die   beide   die   Möglichkeit   bieten,   mittels   Polarkoordinaten   ein   Bild   zu verzerren.   Diese   Art   der   Bildbearbeitung   birgt   viele   Nachteile   und   heischt   um   einen   Effekt,   den   lediglich   ein   guter   Stitcher   be- herrscht.   Arbeiten   Sie   also   intuitiv.   Und   lassen   Sie   sich   von   dem   jeweiligen   Ergebnis   überraschen.   Ein   Little   Planet   ist   immer   für eine Überraschung gut.

1) Ein Little Planet erstellen mit PanoramaStudio Pro (360°-Bild vorhanden)

In    unserem    ersten    Video-Tutorial    setzen    wir    voraus,    Sie verfügen     über     ein     fertig     erstelltes     360°-Panorama-Bild. Natürlich   ist   diese   Vorgehensweise   nicht   zwingend,   wir   aber verwenden    für    unser    Beispiel    eine    sphärische    Nachtauf- nahme   aus   Heusenstamm   im   Format   380   x   180   Grad   und zeigen   Schritt   für   Schritt,   wie   man   solch   ein   Kugelpanorama in unter 2 Minuten zu einem Little Planet konvertiert. Das   fertige   Arbeitsergebnis   sehen   Sie   links   (zum   Vergrößern bitte anklicken). Wem   die   Software   PanoramaStudio   nicht   bekannt   ist:   dieses Programm   ist   kein   Bildbearbeitungsprogramm,   sondern   ein Stitcher.    Das    heißt,    es    können    mehrere    Fotos    zu    einem nahtlosen   Bild   zusammengefügt   werden.   Schwerpunkt   des Programms   ist   folglich   die   Erzeugung   von   qualitativ   hoch- wertigen   Panoramen   unter   einem   Blickwinkel   von   bis   zu   360 x   180   Grad.   Im   Vergleich   zur   Konkurrenz   positioniert   sich   das kleine   Softwareprogramm   ganz   weit   vorne   und   ist   zudem   vergleichsweise   günstig   in   der Anschaf- fung. Ab   der   Version   2.3   besteht   die   Möglichkeit,   Little   Planets   schnell   und   komfortabel   auszulei- ten.   Selbst   Panoramen   mit   starker   Wolkenzeichnung   bereiten   keine   Probleme.   Für   Nutzer   einer früheren   Version   (unter   der   Version   2.0)   stellt   der   Betreiber   ein   kostenloses   Update   auf   seiner Homepage    zur   Verfügung.   Dazu   muss   man   lediglich   die   aktuelle   Version   über   die   vorhandene Version   installieren.   Neueinsteiger   können   eine   Demoversion   zum   Ausprobieren   erhalten.   Bei Interesse klicken Sie bitte auf das blaue Logo links.

2) Ein Little Planet erstellen mit PTgui Pro (360°-Bild vorhanden)

Wann   immer   von   der   Panoramafotografie   die   Rede   ist,   wird der    Stitcher    PTgui    zur    Sprache    kommen.    Dieses    weit verbreitete    Programm    beherrscht    sämtliche    Spielarten,    die ein   Fotograf   zum   Erstellen   von   Panoramen   benötigt   und   ist für     professionelle     Fotografen,     die     mit     einem     Fisheye unterwegs     sind,     fast     schon     unverzichtbar.     In     unserem zweiten   Video   zeigen   wir,   wie   man   mithilfe   von   PTgui   Pro   ein fertiges   360°-Panorama-Bild   zu   einem   Little   Planet   verformt. Die   Vorgehensweise   ist   im   Vergleich   zu   PanoramaStudio   Pro nicht   ganz   so   simpel.   Störend   ist,   dass   der   Vorschaueditor niedrig   auflöst   und   dass   die   Positionierung   und   der   Zuschnitt verwirrend   sind.   Auch   ist   PTgui   nur   in   englischer   Sprache erhältlich.   Hat   man   diese   Hürden   genommen,   vermag   das Endergebnis    (siehe    links)    aber    voll    zu    überzeugen    (zum Vergrößern bitte anklicken). Was    PTgui    als    Stitcher    in    der    Praxis    zu    leisten    vermag, können    Sie    in    unserem    kleinen    Vergleichstest     nachlesen. Aktuell kostet die Pro-Version 149 EURO.
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