Das Stativgewinde

DIE URHEBERRECHTE DER FOTOS UND PANORAMEN LIEGEN BEIM JEWEILIGEN FOTOGRAFEN
Das Panorama Magazin Kugelpanoramen, die Welt in 360 Grad
Im   Regelfall   ist   eine   Kamera   an   der   Unterseite   des   Gehäuses   mit   einer kleinen   Gewindebuchse   ausgestattet,   dem   sogenannten   Stativgewinde . Aus   historischen   Gründen   handelt   es   sich   hierbei   um   kein   metrisches ISO-Gewinde    (wie    zum    Beispiel    M5    oder    M6),    sondern    um    ein handelsübliches   Zoll-Gewinde    basierend   auf   Norm   UNC   (Unified   Coarse Thread    Series),    auch   Amerikanisches    Einheits-Grobgewinde     genannt. Grobgewinde   deshalb,   weil   die   Gewindegänge   gröber   =   größer   sind.   Ein grober   Gewindegang   bedeutet,   dass   die   Schraube   im   Vergleich   zu   einer Standardschraube   mit   einer   geringeren   Umdrehungsanzahl      (Gangzahl) eingreift   als   ein   Standard-   oder   Feingewinde.   Ein   Feingewinde   könnte zwar   größere   Kräfte   aufnehmen,   aber   die   Montage   wäre   eine   schlimme Fummelei. Der    Mythos,    das    Stativgewinde    sei    ein    spezielles    Gewinde    nur    für Kameras   gedacht,   ist   weit   verbreitet   -   aber   falsch.   Ein   Stativgewinde   ist ein      gewöhnliches      Zollgewinde.      Für      den      Fotograf      sind      zwei Größenbezeichnungen wichtig: 1)  1/4 Zoll 20-Gang-UNC-Gewinde (1/4"-20 UNC) 2)  3/8 Zoll 16-Gang-UNC-Gewinde (3/8”-16 UNC) Das   1/4   Zoll-Gewinde   ist   in   nahezu   jedem   Kameramodell   verbaut.   Das größere     3/8     Zoll-Gewinde     findet     man     in     einigen     Mittel-     und Großformatkameras.    Darüber    hinaus    kommt    es    bei    professionellen Stativen, Neigern, Köpfen, Nodalpunktadaptern  usw. zum Einsatz. Leider   schenken   die   wenigsten   Fotografen   beim   Kauf   einer   neuen   Kamera   dem   Stativgewinde   Aufmerksamkeit.   Letztlich   vertraut   man   auf die   Sachkunde   des   Herstellers   und   denkt,   sollte   man   jemals   ein   Stativ   benötigen,   so   wird   es   sich   schon   irgendwie   mit   der   Kamera verschrauben lassen. Irgendwie ist selten gut genug. Das   Bild   oben   zeigt   am   Beispiel   der   Canon   600D,   wie   ein   Stativgewinde   im   Gehäuseboden   positioniert   sein   sollte.   Das   Gewinde   sitzt   auf   der optischen   Achse   vor   der   Sensorebene.   Abhängig   vom   verwendeten   Objektiv   wandert   der   Schwerpunkt   des   Gesamtsystems   aus   dem Kameragehäuse    hinaus.    Unser    Beispiel    zeigt    das    in    der    Panoramafotografie    von    Einsteigern    oft    verwendete    Kit-Objektiv    18-55    und demonstriert,   dass   dieses   relativ   kompakte   Objektiv   den   Schwerpunkt   bereits   weit   nach   vorne   verlagert. Aus   der   Grafik   kann   man   folgende Schlussfolgerung   ziehen:   Die   höchste   Stabilität   wird   erreicht,   je   näher   die   Befestigung   am   Schwerpunkt   liegt.   Eine   Kamera   mit   Objektiv   ist immer    kopflastig    und    je    schwerer    das    verwendete    Objektiv    ist    (denken    wir    an    ein    extremes    Zoom-Objektiv),    desto    größer    ist    die Hebelwirkung   und   damit   das   resultierende   Drehmoment.   Ein   ungünstig   platziertes   Stativgewinde   kann   zur   Folge   haben,   dass   eine   DSLR beim   Hochklappen   des   Spiegels   in   Vibration   gerät.   Bei   einer   Nachtaufnahme   mit   langer   Belichtungszeit   führt   dieser   Umstand   zu   einer Unschärfe,   trotz   hochwertiger   Komponenten   wie   Stativ,   Panoramakopf,   Nivellierer,   Neiger   oder   was   auch   immer   zwischen   Stativ   und Kamera   montiert   sein   mag.   Die   Spiegelvorauslösung   (sofern   vorhanden)   schafft   zwar Abhilfe,   was   aber   an   der Aussage   nichts   ändert:   Eine professionelle Kamera sollte über ein professionelles Stativgewinde verfügen! Richtig positioniert und stabil ausgeführt! Zugegeben:   als   Panoramafotograf   ist   man   höchst   sensibilisiert.   Ein   falsch positioniertes    Stativgewinde    gilt    als    Ärgernis,    denn    die    meisten    VR- Systeme   setzen   voraus,   dass   das   Stativgewinde   exakt   auf   der   optischen Achse   liegt.   Glücklicherweise   sind   Hersteller   wie   Canon   und   Nikon   fast immer    bemüht,    die    Stativgewinde    ihrer    hochpreisigen    DSLR    Modelle sinnvoll   zu   platzieren.   Nikon   hat   in   letzter   Zeit   einige   Modelle   modifiziert und   dem   Stativgewinde   größere   Aufmerksamkeit   gewidmet.   Schaut   man allerdings   zu   den   spiegellosen   System   Kameras,   zeichnet   sich   ein   Trend ab,    der    bedenklich    ist.    Leica    zum    Beispiel    bewirbt    das    Modell    M9    als kleinste   Systemkamera   der   Welt   und   hat   in   dem   über   5.000   EURO   teurem Gehäuse    die    Optik    derart    niedrig    verbaut,    dass    entlang    der    optischen Achse   kein   Platz   mehr   blieb   für   das   Stativgewinde.   Folglich   wurde   die Gewindebuchse   seitlich   versetzt   im   Kameraboden   versenkt.   Sony   scheint beim   Design   der   NEX   das   Stativgewinde   völlig   vergessen   zu   haben.   Der kleine   Höcker   unterhalb   der   Optik   schaut   aus,   als   wäre   er   nachträglich   und in   aller   Eile   hinzu   gekommen.   Diese   Kamera   ist   aufgrund   der   fehlenden Fläche für ein Stativ denkbar ungeeignet.   Offensichtlich   treibt   der   aus   der   Kompaktklasse   stammende   Wahn   zum Miniaturisieren   immer   wildere Auswüchse.   Während   man   einer   kleinen   und preiswerten    Knipse    ein    falsch    platziertes    Gewinde    durchaus    verzeihen kann,   bleibt   die   Frage   offen,   ob   eine   Plastikbuchse   zur   Stativbefestigung wirklich   noch   akzeptabel   ist?   Ein   solches   Konstrukt   ist   heute   leider   keine Seltenheit   mehr.   Mittlerweile   findet   man   bei   Youtube    Reparaturanleitungen für     überdrehte     Stativgewinde.     Dies     bestätigt     den     Trend     der     Kos- tenreduktion auf Kosten der Stabilität. Wir reden hier von Cent-Beträgen! Kameraschrauben Die     Tragkraft     und     Belastungsfähigkeit     einer handelsüblichen    Stativschraube    wird    oft    über- schätzt.      Als      schwächstes      Glied      in      der Verbindungskette    zwischen    Stativ    und    Kamera verfügt    eine    1/4    Zoll    20-Gang    UNC-Gewinde- schraube     über     einen     Kerndurchmesser     von lediglich     5,1     mm.     Im     Idealfall     greifen     3 Gewindegänge   im   Gewinde:   das   entspricht   einer Höhe   von   ca.   4,5   -   5,0   mm.   Unabhängig   davon, wie   stabil   das   Stativ   nebst   montiertem   Equipment   auch   erscheint:   Letztlich hängt   die   Kamera   immer   nur   an   den   wenigen   Gewindegängen,   an   wenigen Kubikmillimetern    Material.    Dreht    man    die    Kamera    gar    ins    Hochformat, sollte   der   Kameraboden   plan   und   großflächig   aufgespannt   werden.   Liegt eine   zu   große   Hebelwirkung   an,   kann   die   Gewindebuchse   aus   dem   Boden der   Kamera   ausreißen.   Die   Schraube   sollte   folglich   ebenso   wie   die   Buchse von solider Qualität sein (hochfester Edelstahl). Im    Zubehörhandel    und    im    Fotofachge- schäft        werden        spezielle        Kamera- schrauben     angeboten.     Die     praktischen Bügelschrauben     z.B.     werden     in     unter- schiedlichen    Ausführungen    von    diversen Herstellern   vertrieben   und   können   je   nach Ausführung   zwischen   4,60   und   26   EURO kosten.      Wir      verwenden      für      unsere Eigenbauten    preiswerte    Sirui    Schrauben bis   hin   zu   handelsüblichen   Normteilen   und   konnten   selbst   bei   den billigsten      Normteilen      keinerlei      Qualitätsnachteile      feststellen. Allerdings   sind   zöllige   Schrauben   in   Deutschland   nicht   so   leicht   zu beschaffen.   Wer   aufs   Geld   schaut   und   wer   auf   preiswerte   Normalien   (Sechskant-Schrauben,   Inbus- Schrauben,   Muttern   und   Scheiben)   ausweichen   möchte,   wird   bei   Ebay   fündig.   Doch   Vorsicht:   Bei einer    Bestellung    müssen    Sie    auf    die    korrekte    Bezeichnung    des    Gewindetyps    achten.    Die Größenbezeichnung   1/4”   oder   3/8”   allein   genügt   nicht.   Darüber   hinaus   rostet   ein   gewöhnlicher Baustahl   und   verfügt   nicht   über   die   erforderliche   Zugfestigkeit.   Ein   vergüteter   Edelstahl   ist   unab- dingbar für die Festigkeit. Gewindeschneiden Mithilfe   geeigneter   Verbindungselemente   gelingen   Stativ-Adapter   und   ausgewachsene   VR   Systeme im   Eigenbau.   Die   Animation   links   zeigt   unseren   Multi-Row-Kopf;   eine   zugegebenermaßen   auf- wändige    Konstruktion.    Unabhängig    von    der    Komplexität    der    Konstruktion    wird    allerdings    jeder Hobby-Bastler   mit   ein   und   demselben   Problem   konfrontiert:   Wie   ist   die   Kamera   mit   dem   Adapter und wie der Adapter mit dem Stativ zu verbinden? In   unserem Artikel   Der   Nodalpunktadapter ”   stellen   wir   unseren   Multi-Row-Kopf   und   andere Adapter ausführlich   vor,   geben   Tipps   und   Ratschläge   und   zeigen   fertige   Baupläne.   Zum   Einbringen   der erforderlichen   Kameragewinde   verwenden   wir   sogenannte   Einschnitt-Gewindebohrer.   Das   heißt, nach   Einbringen   der   Kernbohrung   kann   das   Gewinde   in   einem   einzigen   Arbeitsgang   eingebracht werden. Der   Kernlochdurchmesser   für   das   1/4   Zoll   20-Gang-UNC-Gewinde   in   Aluminium   beträgt   5.1mm. Das 3/8 Zoll 16-Gang-UNC-Gewinde (3/8”-16 UNC) benötigt ein 8,0mm Kernloch. Wer   ungeübt   ist   im   Gewindebohren,   sollte   zwei   oder   drei   Gewinde   vorab   zum   Üben   schneiden. Bitte   ausreichend   Schmiermittel   verwenden   (z.B. Alkohol   beim   Schneiden   von Aluminium)   und   nach jeder   vollen   Umdrehung   den   Span   kurz   brechen   (1/2   Linksdrehung).   Dies   führt   zu   einem   sauberen Schnittbild   und   verhindert,   dass   der   Gewindebohrer   verklemmt   oder   gar   abreißt.   Ferner   muss   auf die   senkrechte   Achse   geachtet   werden.   Ein   schief   eingebrachtes   Gewinde   kann   zur   Folge   haben, dass    die    Komponenten    entweder    nicht    montierbar    sind,    oder    dass    die    Schraube    irgendwann abschert.   Neben   dem   eigentlichen   Gewindebohrer   benötigt   man   ein   passendes   Gewindeeisen   und eine solide Möglichkeit zum Einspannen des Werkstücks. Die Investition beträgt 20 bis 30 EURO. Praxistipp    =    Wer    eine    Ständerbohrmaschine besitzt,     sollte     den     Gewindebohrer     in     das Bohrfutter   einspannen   und   von   Hand   soweit drehen,   bis   der   Gewindebohrer   sicher   gefasst hat. So wird der Anschnitt kerzengerade. Das      nun      folgenden     YouTube-Video      von www.gewindebohrer.de   ist   zwar   als   Werbefilm für    Einschnittbohrer    gedacht,    da    uns    aber immer   wieder   mal   Fragen   erreichen,   die   sich per   Mail   nur   schwer   beantworten   lassen,   kann das     Filmchen     hier     an     dieser     Stelle     als Lehrmittel für Einsteiger dienen. Zum   Ende   hin   bleibt   noch   zu   sagen:   Wir   sind ständig   bemüht,   unsere   Artikel   zu   optimieren. Haben   Sie   eine   Anregung   für   uns,   einen   Tipp oder Kritik? Wir freuen uns auf Ihre Nachricht. Das könnte Sie auch interessieren
Stativgewinde 1/4 Zoll 20-Gang-UNC im Maßstab 2:1 Bügelschraube 1/4 Zoll 20-Gang-UNC im Maßstab 2:1
“Nodalpunktadapter” mit Nikon D5200 und Weitwinkel-Objektiv
Bohrer und Einschnitt- Gewindebohrer
Sony NEX Systemkameras sind häufig extrem miniaturisiert. Das Stativgewinde findet kaum noch Platz. Stativhöcker Stativgewinde optische Achse optische Achse Stativgewinde Nikon D5000 versus Nikon D5100 Bei der Nikon D5000 sitzt das Stativgewinde knapp an der Sensorebene, was zu einem ungünstigen Hebelarm führt.  Mit dem Nachfolgemodell D5100 rückte Nikon das Stativgewinde in eine sehr viel günstigere Position. optische Achse Stativgewinde Referenzebene Schwerpunkt Schwerpunkt Hebelweg Hebelweg optische Achse Schwerpunkt Stativgewinde Sensorebene Canon 600D Das Stativgewinde sitzt vorbildlich vor der Sensorebene  auf der optischen Achse. Hebel
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Das Stativgewinde

Im   Regelfall   ist   eine   Kamera   an   der   Unterseite   des   Gehäuses   mit   einer kleinen   Gewindebuchse   ausgestattet,   dem   sogenannten   Stativgewinde .   Aus historischen    Gründen    handelt    es    sich    hierbei    um    kein    metrisches    ISO- Gewinde   (wie   zum   Beispiel   M5   oder   M6),   sondern   um   ein   handelsübliches Zoll-Gewinde     basierend    auf    Norm    UNC    (Unified    Coarse    Thread    Series), auch Amerikanisches   Einheits-Grobgewinde    genannt.   Grobgewinde   deshalb, weil    die    Gewindegänge    gröber    =    größer    sind.    Ein    grober    Gewindegang bedeutet,   dass   die   Schraube   im   Vergleich   zu   einer   Standardschraube   mit einer   geringeren   Umdrehungsanzahl      (Gangzahl)   eingreift   als   ein   Standard- oder   Feingewinde.   Ein   Feingewinde   könnte   zwar   größere   Kräfte   aufnehmen, aber die Montage wäre eine schlimme Fummelei. Der   Mythos,   das   Stativgewinde   sei   ein   spezielles   Gewinde   nur   für   Kameras gedacht,    ist    weit    verbreitet    -    aber    falsch.    Ein    Stativgewinde    ist    ein gewöhnliches      Zollgewinde.      Für      den      Fotograf      sind      zwei      Größen- bezeichnungen wichtig: 1)  1/4 Zoll 20-Gang-UNC-Gewinde (1/4"-20 UNC) 2)  3/8 Zoll 16-Gang-UNC-Gewinde (3/8”-16 UNC) Das    1/4    Zoll-Gewinde    ist    in    nahezu    jedem    Kameramodell    verbaut.    Das größere      3/8      Zoll-Gewinde      findet      man      in      einigen      Mittel-      und Großformatkameras.   Darüber   hinaus   kommt   es   bei   professionellen   Stativen, Neigern, Köpfen, Nodalpunktadaptern  usw. zum Einsatz. Leider   schenken   die   wenigsten   Fotografen   beim   Kauf   einer   neuen   Kamera dem     Stativgewinde     Aufmerksamkeit.     Letztlich     vertraut     man     auf     die Sachkunde    des    Herstellers    und    denkt,    sollte    man    jemals    ein    Stativ benötigen,   so   wird   es   sich   schon   irgendwie   mit   der   Kamera   verschrauben lassen. Irgendwie ist selten gut genug. Das    Bild    zeigt    am    Beispiel    der Canon     600D,     wie     ein     Stativ- gewinde       im       Gehäuseboden positioniert      sein      sollte.      Das Gewinde       sitzt       entlang       der optischen       Achse       vor       der Sensorebene.      Abhängig      vom verwendeten     Objektiv     wandert der    Schwerpunkt    des    Gesamt- systems      aus      dem      Kamera- gehäuse   hinaus.   Unser   Beispiel zeigt     das     in     der     Panorama- fotografie     von     Einsteigern     oft verwendete     Kit-Objektiv     18-55 und    demonstriert,    dass    dieses relativ    kompakte    Objektiv    den Schwerpunkt    bereits    weit    nach vorne   verlagert. Aus   der   Grafik   kann   man   folgende   Schlussfolgerung   ziehen: Die   höchste   Stabilität   wird   erreicht,   je   näher   die   Befestigung   am   Schwerpunkt liegt.   Eine   Kamera   mit   Objektiv   ist   immer   kopflastig   und   je   schwerer   das verwendete   Objektiv   ist   (denken   wir   an   ein   extremes   Zoom-Objektiv),   desto größer   ist   die   Hebelwirkung   und   damit   das   resultierende   Drehmoment.   Ein ungünstig   platziertes   Stativgewinde   kann   zur   Folge   haben,   dass   eine   DSLR beim   Hochklappen   des   Spiegels   in   Vibration   gerät.   Bei   einer   Nachtaufnahme mit   langer   Belichtungszeit   führt   dieser   Umstand   zu   einer   Unschärfe,   trotz hochwertiger    Komponenten    wie    Stativ,    Panoramakopf,    Nivellierer,    Neiger oder   was   auch   immer   zwischen   Stativ   und   Kamera   montiert   sein   mag.   Die Spiegelvorauslösung   (sofern   vorhanden)   schafft   zwar   Abhilfe,   was   aber   an der    Aussage    nichts    ändert:    Eine    professionelle    Kamera    sollte    über    ein professionelles     Stativgewinde     verfügen!     Richtig     positioniert     und     stabil ausgeführt! Zugegeben:   als   Panoramafotograf ist    man    höchst    sensibilisiert.    Ein falsch   positioniertes   Stativgewinde gilt   als   Ärgernis,   denn   die   meisten VR-Systeme   setzen   voraus,   dass das    Stativgewinde    exakt    auf    der optischen   Achse   liegt.   Glücklicher- weise    sind    Hersteller    wie    Canon und   Nikon   fast   immer   bemüht,   die Stativgewinde   ihrer   hochpreisigen DSLR       Modelle       sinnvoll       zu platzieren.   Nikon   hat   in   letzter   Zeit einige     Modelle     modifiziert     und dem        Stativgewinde        größere Aufmerksamkeit   gewidmet.   Schaut man    allerdings    zu    den    spiegel- losen     Systemkameras,     zeichnet sich   ein   Trend   ab,   der   bedenklich ist.   Leica   zum   Beispiel   bewirbt   das Modell         M9         als         kleinste Systemkamera   der   Welt   und   hat   in dem    über    5.000    EURO    teurem Gehäuse   die   Optik   derart   niedrig verbaut,       dass       entlang       der optischen   Achse   kein   Platz   mehr blieb    für    das    Stativgewinde.    Folglich    wurde    die    Gewindebuchse    seitlich versetzt   im   Kameraboden   versenkt.   Sony   scheint   beim   Design   der   NEX   das Stativgewinde   völlig   vergessen   zu   haben.   Der   kleine   Höcker   unterhalb   der Optik   schaut   aus,   als   wäre   er   nachträglich   und   in   aller   Eile   hinzu   gekommen. Diese    Kamera    ist    aufgrund    der    fehlenden    Fläche    für    ein    Stativ    denkbar ungeeignet.   Offensichtlich    treibt    der    aus    der    Kompaktklasse    stammende    Wahn    zur Miniaturisierung   immer   wildere   Auswüchse.   Während   man   einer   kleinen   und preiswerten   Knipse   ein   falsch   platziertes   Gewinde   durchaus   verzeihen   kann, bleibt   die   Frage   offen,   ob   eine   billige   Plastikbuchse   zur   Stativbefestigung wirklich   noch   akzeptabel   ist?   Ein   solches   Konstrukt   ist   heute   leider   keine Seltenheit   mehr.   Mittlerweile   findet   man   bei   Youtube    Reparaturanleitungen für   überdrehte   Gewinde.   Dies   bestätigt   den   Trend   der   Kostenreduktion   auf Kosten der Stabilität. Wir reden hier von Cent-Beträgen! Kameraschrauben Die     Tragkraft     und     Belastungsfähigkeit einer   handelsüblichen   Stativschraube   wird oft   überschätzt.   Als   schwächstes   Glied   in der   Verbindungskette   zwischen   Stativ   und Kamera    verfügt    eine    1/4    Zoll    20-Gang UNC-Gewindeschraube         über         einen Kerndurchmesser    von    lediglich    5,1    mm. Im    Idealfall    greifen    3    Gewindegänge    im Gewinde:   das   entspricht   einer   Höhe   von ca.   4,5   -   5,0   mm.   Unabhängig   davon,   wie stabil      das      Stativ      nebst      montiertem Equipment   auch   erscheint:   Letztlich   hängt   die   Kamera   immer   nur   an   den wenigen   Gewindegängen,   an   wenigen   Kubikmillimetern   Material.   Dreht   man die     Kamera     gar     ins     Hochformat,     sollte     der     Kameraboden     plan     und großflächig   aufgespannt   werden.   Liegt   eine   zu   große   Hebelwirkung   an,   kann die   Gewindebuchse   aus   dem   Boden   der   Kamera   ausreißen.   Die   Schraube sollte   folglich   ebenso   wie   die   Buchse   von   solider   Qualität   sein   (hochfester Edelstahl). Im       Zubehörhandel       und       im       Fotofachgeschäft       werden       spezielle Kameraschrauben   angeboten.   Die   praktischen   Bügelschrauben   z.B.   werden in   unterschiedlichen   Ausführungen   von   diversen   Herstellern   vertrieben   und können    je    nach    Ausführung    zwischen    4,60    und    26    EURO    kosten.    Wir verwenden   für   unsere   Eigenbauten   preiswerte   Sirui   Schrauben   bis   hin   zu handelsüblichen   Normteilen   und   konnten   selbst   bei   den   billigsten   Normteilen keinerlei   Qualitätsnachteile   feststellen.   Allerdings   sind   zöllige   Schrauben   in Deutschland   nicht   so   leicht   zu   beschaffen.   Wer   aufs   Geld   schaut   und   wer   auf preiswerte   Normalien   (Sechskant-Schrauben,   Inbus-Schrauben,   Muttern   und Scheiben)   ausweichen   möchte,   wird   bei   Ebay   fündig.   Doch   Vorsicht:   Bei einer   Bestellung   müssen   Sie   auf   die   korrekte   Bezeichnung   des   Gewindetyps achten.   Die   Größenbezeichnung   1/4”   oder   3/8”   allein   genügt   nicht.   Darüber hinaus    rostet    ein    gewöhnlicher    Baustahl    und    verfügt    nicht    über    die erforderliche   Zugfestigkeit.   Ein   vergüteter   Edelstahl   ist   unabdingbar   für   die Festigkeit. Gewindeschneiden Mithilfe     geeigneter     Verbindungselemente gelingen       Stativ-Adapter       und       ausge- wachsene   VR   Systeme   im   Eigenbau.   Die Animation    links    zeigt    unseren    Multi-Row- Kopf;       eine       aufwändige       Konstruktion. Unabhängig     von     der     Komplexität     der Konstruktion    wird    allerdings    jeder    Hobby- Bastler    mit    ein    und    demselben    Problem konfrontiert:    Wie    ist    die    Kamera    mit    dem Adapter   und   wie   der Adapter   mit   dem   Stativ zu verbinden? In   unserem Artikel   Der   Nodalpunktadapter stellen    wir    unseren    Multi-Row-Kopf    und andere     Adapter     ausführlich     vor,     geben Tipps    und    Ratschläge    und    zeigen    fertige Baupläne.          Zum          Einbringen          der erforderlichen    Kameragewinde    verwenden wir    sogenannte    Einschnitt-Gewindebohrer. Das        heißt,        nach        Einbringen        der Kernbohrung   kann   das   Gewinde   in   einem einzigen   Arbeitsgang    eingebracht    werden. Der   Kernlochdurchmesser   für   das   1/4   Zoll 20-Gang-UNC-Gewinde    in    Aluminium    be- trägt   5.1mm.   Das   3/8   Zoll   16-Gang-UNC- Gewinde   (3/8”-16   UNC)   benötigt   ein   8,0mm Kernloch. Wer   ungeübt   ist   im   Gewindebohren,   sollte   zwei   oder   drei   Gewinde   vorab zum    Üben    schneiden.    Bitte    ausreichend    Schmiermittel    verwenden    (z.B. Alkohol   beim   Schneiden   von   Aluminium)   und   nach   jeder   vollen   Umdrehung den   Span   kurz   brechen   (1/2   Linksdrehung).   Dies   führt   zu   einem   sauberen Schnittbild    und    verhindert,    dass    der    Gewindebohrer    verklemmt    oder    gar abreißt.   Ferner   muss   auf   die   senkrechte   Achse   geachtet   werden.   Ein   schief eingebrachtes    Gewinde    kann    zur    Folge    haben,    dass    die    Komponenten entweder    nicht    montierbar    sind,    oder    dass    die    Schraube    irgendwann abschert.     Neben     dem     eigentlichen     Gewindebohrer     benötigt     man     ein passendes   Gewindeeisen   und   eine   solide   Möglichkeit   zum   Einspannen   des Werkstücks. Die Investition beträgt 20 bis 30 EURO. Praxistipp      =      Wer      eine      Ständerbohrmaschine      besitzt,      sollte      den Gewindebohrer   in   das   Bohrfutter   einspannen   und   von   Hand   soweit   drehen, bis     der     Gewindebohrer     sicher     gefasst     hat.     So     wird     der     Anschnitt kerzengerade. Das   nun   folgenden   YouTube-Video   von   www.gewindebohrer.de   ist   zwar   als Werbefilm    für    Einschnittbohrer    gedacht,    da    uns    aber    immer    wieder    mal Fragen   erreichen,   die   sich   per   Mail   nur   schwer   beantworten   lassen,   kann   das Filmchen hier an dieser Stelle als Lehrmittel für Einsteiger dienen. Zum   Ende   hin   bleibt   noch   zu   sagen:   Wir   sind   ständig   bemüht,   unsere Artikel zu   optimieren.   Haben   Sie   eine Anregung   für   uns,   einen   Tipp   oder   Kritik?   Wir freuen uns auf Ihre Nachricht.
optische Achse Schwerpunkt Gewinde Sensorebene Canon 600D Das Stativgewinde sitzt vorbildlich vor der Sensorebene auf der optischen Achse. Hebel
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