Der   Hersteller   Manfrotto   gilt   unter   Berufsfotografen   als   erste   Wahl   in   Sachen   Foto-Equipment   und   so   manch   ein   Hobby-Fotograf würde   sich   gerne   ebenfalls   aus   dem   italienischen   Produktregal   bedienen,   stünde   dem   nicht   eine   horrende   Preisliste   entgegen.   Wie im   Zubehörhandel   üblich,   zählen   Schnäppchenpreise   zu   einer   extrem   seltenen   bis   gar   nicht   vorkommenden   Gattung. Andere   Stativ- Hersteller   (wie   z.B.   Gitzo)   bilden   da   keine   Ausnahme.   Hochwertiges   Equipment   ist   teuer.   Auf   der   anderen   Seite   kann   sich   eine   In- vestition   durchaus   lohnen,   insbesondere   dann,   handelt   man   sich   durch   eine   solide   und   durchdachte   Konstruktion   Vorteile   ein.   Die Vorteile   eines   guten   Stativs   liegen   klar   auf   der   Hand,   ggf.   überlebt   es   sogar   die   eine   oder   andere   Kamera-Generation.   Nicht umsonst steht der Kauf eines professionellen Stativs an oberster Stelle auf der Wunschliste eines jeden Panorama-Fotografen. Doch   zurück   zu   unserem   Einzeltest,   dem   Manfrotto   Aluminium-Stativ   745(X)B   mit   nivel- lierbarer Mittelsäule MDeVe. Neben   den   altbekannten   Modellen   aus   der   Serie   190   und   055,   allesamt   Stative   ohne   Nivel- liermöglichkeit,   stehen   die   Modellbezeichnungen   755   und   745   für   Stative   mit   Nivellierhalb- schale.   Seltsamerweise   sind   die   beiden   Probanden   eher   unbekannt.   In   einigen   Foren   wird sogar    der    Kauf    von    herkömmlichen    Modellen    empfohlen,    die    man    zusätzlich    mit    einer MDeVe   Nivelliersäule   ausstattet.   Sorry,   solange   man   auf   eine   in   der   Höhe   einstellbare   Säule verzichten   kann,   macht   das   wenig   bis   gar   keinen   Sinn,   denn   es   gibt   faktisch   keinen   Unter- schied   zu   den   Standardmodellen.   Die   Serie   der   MDeVe-Stative   besteht   übrigens   aus   fünf Stativen;   drei   sind   völlig   aus   Aluminium   gefertigt,   zwei   haben   Kohlefaserbeine   mit   Mag- nesium-Gussteilen.   Alle    fünf    sind    zweiteilige    Stative    mit    Beinklemmen,    asymmetrischen Beinwinkel-Einstellungen und natürlich mit der zum Patent angemeldeten World-First Rapid-Mittelsäule. Hier die Produktbeschreibung des 745XB: Zweiteiliges   Aluminiumstativ,   das   sich   besonders   an   Videofilmer   auf   Achse   wendet,   die   ein einfaches,   unkompliziertes   und   preisgünstiges   Stativ   suchen,   das   keine   Abstriche   an   die Stabilität   macht.   Mit   einer   maximalen   Tragkraft   von   7kg   nimmt   das   Manfrotto   Videostativ 745XB   Lasten   auf,   die   man   gemeinhin   mit   MiniDV   oder   DVCAM   assoziiert.   Eine   integrierte 50-mm-Nivellierhalbschale   erlaubt   schnelle   Aufstellung   bei   einem   Nivellierbereich   von   +/- 15°.   Das   745XB   ist   ideal   für   die   Reise   –   es   ist   geschlossen   ganze   63cm   kompakt   und   wiegt nur   2,4kg.   Bei   vollem   Auszug   erreicht   das   745XB   eine   maximale   Aufstellungshöhe   von 133,5cm.   Bei   voller   Öffnung   aller   drei   Beine   auf   90°   erreicht   das   745XB   eine   Höhe   von   nur noch 22cm. UVP = EUR 239,90 Tatsächlich   bietet   der   Handel   das   745XB   für   ca.   199   EURO   an.   Der   Preisunterschied   im Vergleich   zu   einem   190er   oder   zu   einem   055er   ist   also   marginal,   wenn   man   bedenkt,   was eine    zusätzliche    Nivellierhalbschale    oder    gar    eine    separate    Nivelliereinrichtung    kostet (siehe Nodalpunktadapter und Co. Welches Equipment benötigen wir wirklich? ) Hier die Produktbeschreibung der Nivellierhalbschale, die im Stativ 745(X)B verbaut ist: Mit   dieser   bahnbrechenden   Innovation   können   Sie   Ihre   Foto-   oder   Videokameras   bequem und   schnell   nivellieren.   Dank   der   Verwendung   der   Nivellierhalbkugel   von   50mm   Durchmes- ser   kann   der   Winkel   der   Neigekopfauflage   individuell   ausgerichtet   werden.   Die   Halbkugel wird   mit   einem   Drehgriff   am   unteren   Ende   der   Mittelsäule   arretiert   und   gelöst.   Die   Halbkugel verfügt   über   eine   eingebaute   Nivellierlibelle   sowie   eine   3/8“   Kameraschraube   (m)   zur   Be- festigung eines Foto- oder Videokopfes. Um   es   kurz   zu   machen:   Mit   keiner   anderen   Nivelliereinrichtung   gelingt   mir   die   Justage   des Kopfes   so   schnell   wie   mit   diesem   System.   Meine   anfängliche   Befürchtung,   das   Gewicht   des Nodalpunktadapters   inklusive   Kamera   sei   zu   groß,   um   es   von   unten   her   im   Gleichgewicht zu   halten,   bewahrheitete   sich   nicht.   Im   Gegenteil.   Das   Handling   könnte   nicht   besser   sein. Binnen   weniger   Sekunden   hat   man   den   Griff   gelöst,   die   Dosenlibelle   ausgerichtet   und   den Griff    wieder    geschlossen.    Selbst    wenn    man    den    Handgriff    extrem    festzieht,    bleibt    das System   im   Wasser   stehen,   da   keine   Querkräfte   (wie   z.B.   bei   Kugelköpfen   mit   seitlicher Fixierung)   auftreten.   Ein   weiterer   Pluspunkt:   Dank   der   großen   Verstellmöglichkeit   der   Kugel kann   man   den   Stativaufbau   nahezu   vernachlässigen.   Weist   das   Gelände   ein   Gefälle   auf? Kein   Problem.   Während   man   bei   einem   traditionellen   Stativ   die   Beine   unterschiedlich   weit ausziehen   würde,   spreizt   man   das   Manfrotto   Stativ   745(X)B   auf   und   lässt   die   Beine   über den   Daumen   gepeilt   aus   der   Verankerung   gleiten.   Selbst   wenn   das   Stativ   windschief   in   der Landschaft steht: Die Kugel gleicht es aus. Gutes   gibt   es   folglich   auch   über   die   Schnellspannhebel   zu   berichten.   Sie   lassen   sich   mit einer   Hand   flott   öffnen,   die   Stativbeine   fahren   durch   ihr   Eigengewicht   selbständig   aus. Lediglich   für   das   Aufspreitzen   der   Beine   benötigt   man   etwas   Kraftaufwand,   der   jedoch   in Anbetracht   des   Konstruktionsvorteils   vernachlässigbar   ist:   jedes   einzelne   Bein   lässt   sich unter   einem   separaten   Winkel   aufstellen.   Dieses   Features   ist   praktisch,   möchte   man   z.B. von   einer   Brüstung   aus   eine   Landschaftsaufnahme   mit   Blick   ins   Tal   machen.   In   diesem   Fall kann   man   ein   Bein   flach   auf   die   Brüstung   legen,   während   die   anderen   auf   dem   Boden festen   Halt   finden.   Die   Beingelenke   verfügen   jeweils   über   eine   Arretierung,   so   dass   das Bein   fest   einrastet   und   nicht   plötzlich   die   Grätsche   macht.   Sind   alle   Beine   voll   aufgeklappt, befindet sich der Kopf fast in Bodennähe.

Fazit

Das   Manfrotto   745(X)B   hinterlässt   einen   extrem   soliden   und   wertigen   Eindruck.   Da   klappert und   wackelt   nichts.   Die   Beine   lassen   sich   für   den   Transport   mit   zwei   Federelementen   fix- ieren,   das   Packmaß   und   das   Gewicht   sind   für   einen Allrounder   akzeptabel,   die   Nivellierein- richtung   ist   erstklassig,   zum   Aufstellen   bedarf   es   ein   wenig   Kraft,   dafür   steht   das   Stativ sicher   auf   nahezu   jedem   Untergrund.   Nach   über   400   Panoramen   musste   ich   lediglich   einen Schnellspannhebel    etwas    nachziehen    (handelsübliche    Kreuzschlitzschraube),    ansonsten fand   ich   kaum   einen   Grund   zur   Beschwerde.   Einzig   die   fehlenden   Spikes   trüben   den   posi- tiven   Eindruck.   Hier   hätte   Manfrotto   großzügiger   sein   können.   Als   Tragetasche   verwende ich    das    MBAG    80N,    welches    im    Stativpreis    nicht    beinhaltet    ist    und    das    ich    nicht uneingeschränkt empfehlen möchte. Für das Stativ aber gilt: In   diesem   Preissegment   und   für   meine   Zwecke   bewerte   ich   das   Manfrotto   745X(B)   als   erste   Wahl.   Leider   wird   es   nicht   mehr   im Katalog geführt, wohl aber das etwas größere und nahezu baugleiche 755er.

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