Während mein Großvater mit seinem Porst Gründermodell aus dem Jahr 1928 über Jahrzehnte hinweg die Welt auf Glasplatten bannte, unternahm mein Vater seine ersten Gehversuche in Sachen Fotografie mit der legendären Agfa-Box , um sich dann in den 50er Jahren die nicht minder legendäre Reporter-Kamera Leica IIIf zu gönnen. Unnötig zu erwähnen, dass auch er seinen Schatz über 35 Jahre hinweg ausgiebig nutzte und nicht im Traum daran dachte, nach einigen Jahren das Equipment zu wechseln. Weshalb auch? Die Leica IIIf kam in Ihrer analogen Technik so ausgereift daher, dass sie sich bis heute mit wesentlich moderneren Kleinbild-Apparaten messen kann. Nicht zuletzt aufgrund der ausgezeichneten Optik aus Wetzlar.
Kurzum: der Bazillus erwischte mich frontal. Binnen eines halben Jahres hatte ich annä - hernd 50 Kugelpanoramen beisammen. Der Wunsch nach einem professionellen Stativ manifestierte sich, je mehr mein noch gar nicht so altes Cullmann Stativ Typ 2800 zu wackeln begann. Und abermals hatte ich Glück. In einem bekannten Auktionshaus ge - lang mir 2010 der Kauf eines gebrauchten Manfrotto 745B inklusive nivellierbarer Mittelsäule MDeVe plus Tragetasche MBAG 80N . Kaufpreis: 100 Euro. Parallel dazu begann ich mit der Konstruktion eines CNC gefrästen Nodalpunktadapters, da ich keine Kauflösung fand, die all meine Bedürfnisse abzudecken verstand. So langsam musste ich einsehen, an Panoramen unter schwierigen Lichtverhältnissen oder gar an Nachtaufnahmen war mit meinem vibrierenden Aluminiumwinkel nicht zu denken. Zwei Wochen benötigte ich für die Konstruktion, drei weitere Wochen vergingen mit der Fertigstellung sämtlicher Teile. Darüber hinaus musste ich einen kleinen Konstruktionsfehler ausbügeln, denn einrastende Kugelstücke exakt auszulegen, ist nicht so profan wie gedacht. Dann allerdings begann die Arbeit richtig Spaß zu machen. Dank der nivellierbaren Mittelsäule konnte ich mein Stativ im Bruchteil einer Sekunden positionieren. Mittels der Rastnocken konnte ich blind arbeiten und musste nicht länger den Sucher bemühen. Burgen, Schlösser, Kirchen und Landschaftsaufnahmen waren meine bevorzugten Ziele.
Nikon D5000 (2009) Preis = ca. 579 € Digitale Spiegelreflexkamera 4.288 x 2.848 Bildpunkte
Das Bild rechts außen zeigt meine Nikon Ausrüstung, das Bild daneben die Low Cost Lösung meines Vaters auf Basis der Panasonic Lumix TZ-4 . Beide Systeme haben ihre Vorzüge. Während die Lumix eine ausgezeich - nete Reisebegleiterin ist, kennt die Nikon D5000 mit dem 18er Weitwinkel- objektiv kaum eine Hürde, die sie nicht zu nehmen wüsste. Einzig bewegte Menschenmassen stellen ein Problem dar. Die Lumix indes scheitert an zu hartem Gegenlicht und will gut durch - dacht eingesetzt werden. Mir wurde bewusst, ich hatte meine Möglichkeiten voll ausgeschöpft. Jetzt sollte ein weiterer Schritt folgen, wollte ich die Grenzen der Panoramafotografie weiter ausloten.
Zum Jahresanfang 2012 erwarb ich ein Fisheye-Objektiv. Und zwar ein Mittelklasse- Fisheye der Marke Sigma. Nicht das aktuelle Modell f3, sondern das etwas lichtschwa - che Vorgängermodell, das den Vorteil hat, am Nikon-DX-Sensor mit Crop 1,5 über 180° abzubilden ( Sigma 8mm Fisheye f4 ). Das heißt, für ein Panorama benötigte ich vier Bilder und erreichte mit diesen vier Aufnahmen eine Panorama-Auflösung von ca. 8200x4100 Pixel. Diese Qualität genügt in der Regel für eine saubere Webpräsentation. Zudem hat man im Vergleich zu einem Weitwinkel weniger Probleme mit Blendenflecken und kann “fast” bedenkenlos in die Sonne fotografieren. Neben der angenehmen Tatsache, das sich die Anzahl der Einzelaufnahmen auf ein Minimum re - duziert und man somit in der Lage ist, schnell ändernde Situationen festzuhalten, muss man allerdings auch respektieren, das die Bildqualität abnimmt, je kürzer die Brennweite wird. Profis favorisieren aus diesem Grund das Nikkor AF-G DX 2,8 / 10,5 in der Panoramafotografie, doch dieses Objektiv ist auf dem Gebrauchtmarkt rar und unverschämt teuer. Dessen ungeachtet beobachte ich immer wieder mal die eine oder andere Auktion. Man weiß ja nie......
Wer meint, das Erstellen eines Kugel- panoramas sei mit einem Fisheye frei von Problemen, sollte sich vor dem Kauf sehr genau informieren. Nicht nur die preiswerten Modelle zaubern gerne mal grüne und rote Farbsäume (Farbquer- fehler) ins Bild. Auch kann die Aufnahme bedingt durch Farblängsfehler unscharf und dunstig wirken. Hier muss man sich einlesen und lernen, wie man zum Beispiel eine chromatische Aberration erfolgreich beseitigt. Trotz aller Euphorie erstelle ich Innenaufnahmen von Kirchen nach wie vor mit dem Weitwinkel-Objektiv. Das große Bild links zeigt meinen zwei - ten Nodalpunktadapter im Eigenbau . Dieser Panoramakopf ist speziell auf das Sigma Fisheye abgestimmt. Diese Lösung ist im Vergleich zu meinem ers - ten Eigenbau leicht, handlich und dank der eingebauten vier Raststücke schnell zu bedienen. Wer mit einer vergleichbaren Ausrüstung fotografiert, sollte über einen guten Fernauslöser verfügen. Die Reichweite einer Infrarot-Lösung ist auf wenige Meter begrenzt und funktioniert Hochkant oftmals gar nicht. Sehr viel besser geeignet ist ein Funkauslöser. Doch Vorsicht. In vielen Funkauslösern sind Sonder-Batterien verbaut. Der Funkauslöser von Oppilas nimmt Standardbatterien und Akkus auf und verdient aus diesem Grund meine volle Empfehlung. Mit Kauf des Manfrotto 680B Mitte 2012 werden die Kenner unter Euch wissen, wohin der nächste Schritt mich führte. Eine Reise in die norwegische Fjord- und Bergenwelt animierte mich zum Bau eines dritten Adapters. Das Bild links zeigt meinen Wanderstock bestehend aus einer simplen Blechkonstruktion. Dieser Adapter ist abermals auf die Nikon D5000 mit aufgeflanschtem Fisheye ausgelegt, wobei zwei Festanschläge die Position der Kamera klar definieren. Eine Justagearbeit ist nicht erforderlich. Zum Wandern passen Kopf und Kamera in die Tragetasche MBAG 80. Wer mehr erfahren will, folgt diesem Artikel: Kugelpanoramen vom Einbeinstativ . Ende 2012 kochte die Gerüchteküche hoch. Nach Erscheinen der Nikon D3200 musste die Mittelklassekamera D5200 unweigerlich in den Startlöchern stehen. Doch aus welchen Gründen auch immer verpasste Nikon das lukra - tive Weihnachtsgeschäft. Erst Anfang Januar 2013 war die Nikon D5200 liefer - bar. Und sie hatte einen schweren Stand. Die schlechten Testergebnisse des 24 MPixel Sensors der Nikon D3200 schreckten potentielle Käufer ab. Es dauerte Zeit, bis durchsickerte, das die beiden Sensoren von unterschiedli - cher Qualität sind. In diesem Zeitfenster rutschten die Preise in den Keller. Ich kaufte die Kit-Ausführung mit Nikkor 18- 55 VR.
Die Frage, ob sich der Wechsel zur D5200 lohnte, wurde in dem Artikel Weitwinkel versus Fisheye-Objektiv mit einem eindeutigen Ja beantwortet. Das Sigma scheint an dem 24 MPixel Sensor in einer völlig anderen Liga zu spielen. In Sachen Schärfe, Abbildungsqualität und Pixelgröße hält ein D5200 Fisch-Panorama den Vergleich mit einem D5000 Weitwinkel-Panorama stand. Erstklassig! Darüber hinaus ermöglicht der bordeigene HDR-Modus der D5200 völlig neue Einsatzmöglichkeiten. Schade nur, dass sich dieser Modus nicht dauerhaft einstellen lässt. Nach jeder Aufnahme muss der HDR-Modus erneut aktiviert werden. Ein weiterer Wermutstropfen: Nikon verrückte das Stativgewinde um wenige Millimeter. Dementsprechend musste ich all meine Adapter dementsprechend nacharbeiten.
Apropos Adapter. Mit dem links darge - stellten VR-Saugnapf System verfüge ich seit Mitte 2014 über einen kleinen und nützlichen Helfer für außergewöhnliche Panoramen. Mithilfe dieses Eigenbaus konnte ich mich zum Beispiel im Inneren eines Feuerwehrautos drehen. Mein Dank gilt der Freiwilligen Feuerwehr Kreuz- wertheim, die mir den Zugang zu ihrem Tanklöschfahrzeug TLF 16/25 ermög - lichte. Das Panorama wurde in der Zwischenzeit mehrfach prämiert. Die ent - sprechende Bauanleitung für den Adapter finden Sie hier . Während man sich mit dem VR-Saugnapf System auf engstem Raum bewegen kann, will das Hochstativ VR-System hoch hinauf Die ausziehbare Teleskopstange stammt aus dem Fachhandel für den Reinigungsbedarf. Sie reicht zu einer Höhe von bis zu 6 Metern und ist mit einem Packmaß von 1,90 Meter noch gut zu transportieren. Im Verbund mit einem einfachen Blechwinkel kostet die Gesamtkonstruktion keine 100 Euro. Die Bauanleitung beinhaltet ein Video-Clip .
Am Anfang des Jahres 2015 feierte die Leica IIIf meines Vaters ihren 60ten Geburtstag. Wir erweckten die alte Dame aus ihrem Dornröschenschlaf, gönnten ihr ein 35mm Weitwinkelobjektiv (Zorki Jupiter-12) und montierten sie auf das frisch im Fachhandel erhältliche Novoflex VR-System Slim. Mit einer analogen Kamera aus dem Jahr 1954 zum Kugelpanorama? Ob das gelingt? Zum ersten Mal in der Geschichte dieser Homepage konnten die Leser über mehrere Monate hinweg den Werdegang eines Projekts zeitnah verfolgen, kommentieren und kriti - sieren. Das Ergebnis unserer Arbeit finden Sie hier . Was gibt es noch zu berichten? Mein Vater erstellte mit seiner geliebten Lumix TZ-4 über 355 Panoramen (das entspricht 13.490 Auslösungen) und hat sich nach 5 Jahren intensiven Gebrauchs zum Kauf einer Panasonic Lumix LX3 ent - schlossen. Dieses Modell verfügt über einen vollwertigen M-Modus inkl. manuel - lem Fokus. Die LX3 ist mit ihrem weitwinkellastigen Objektiv (24mm) eine Spezialistin, auf die es sich einzulassen lohnt. Dazu trägt nicht nur die hochwer - tige Verarbeitung bei, sondern auch das Systemkonzept sowie das hervorra - gende Objektiv und nicht zuletzt die sehr gute Bildqualität.

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Rüdesheim - Souvenir-Shop in der Drosselgasse
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Totalschaden 2016 Beim Versuch, von einer schmalen Stahlbrücke aus ein Panorama zu erstellen, geschieht das Unglück. Die Kamera nebst Nodalpunktadapter sind auf einem ca. 3 Meter langen Monopod montiert. Ich lege das ausgefahrene Einbeinstativ auf das Brückengeländer und schiebe den VR-Kopf langsam von mir weg. Als die gewünschte Position erreicht ist, halte ich das Stativbein mit der einen Hand fest, während ich mit der anderen Hand den Funk-Auslöser aus der Jackentasche krame. Cliffhanger nennt man diese Technik. Im fertigen Kugelpanorama erzielt man eine Wirkung, als hätte die Aufnahme frei schwebend über dem Abgrund stattgefunden. Dummerweise unterschätze ich den Schwerpunkt. Die Kamera kippt nach unten weg. Es gelingt mir noch das Monopod mit beiden Händen zu packen, doch das Geräusch unter mir Sekunden lässt Schlimmes erahnen. Das VR-System war ir - gendwo an der Brücke hart aufgeschlagen
Tatort: Eisenbahnbrücke in Wertheim, die den Stadtteil Bestenheid mit dem auf der gegenüberliegenden Mainseite befindlichen Hasloch verbindet. Dieses Panorama entstand kurz vor dem Unglück und ist das letzte Panorama, das mit der Nikon D5200 entstand. Schaden: Der Stecker des Fernauslösers hatte sich quer gelegt und dabei die Buchse zerstört. Schlimmer noch: Auf der Linse des Fisheyes zieht sich ein langer, durchgehender Kratzer sowie eine kleine, aber tief gehende Kerbe. Die Kerbe erzeugt massive Bildfehler.
Der langen Rede kurzer Sinn: Die Nikon D5200 geht nach über 400 Panoramen in Ruhestand. Zumindest in Sachen Panoramafotografie. Für “normale” Bilder wird sie mir noch gute Dienste leisten. Wem es ähnlich ergeht: Die Reparaturkosten der Buchse liegen bei ca. 180 - 250 Euro. Das 8mm Sigma Fisheye f3,5 benötigt eine neue Frontlinse. Sigma verlangt ca.150 Euro für den Austausch. Ggf. würde ich im kommenden Winter die Linse erneuern lassen und bis dahin versuchen, die Bildfehler (milchige Fehlstellen im Bild) zu retuschieren. Dann erreichte mich die Nachricht: ein Austausch ist nicht mehr möglich.
Dass die Nikon D5300 auf all meine Nodalpunktadapter passt, war eine we - sentliche Entscheidungshilfe bei der Frage, ob es denn wieder eine kleine APS-C Nikon aus der 5000er Serie wer - den soll. Viele meiner Panoramafreunde bevorzu - gen derzeit die Sony Alpha 7R oder auch die 7R Mark II. Nach einigem hin und her entschloss ich mich gegen den Wechsel ins Lager der Vollformaten. Weshalb? Weil ich der Meinung bin, dass das Quäntchen mehr an Qualität in keiner Relation steht zum Mehrpreis. Darüber hinaus kann die Nikon D5300 mit einem Feature punkten, auf das ich nicht verzichten möchte: das voll klapp- und schwenkbare Display. Und die Frage ob sich der Tiefenschärfenbereich eines großen Sensor nicht eher kontra - produktiv verhält in der Panoramafoto- grafie, wird viel zu selten erörtert.
Das Reisezoombjektiv Sigma 18-300 ist aufgrund des enormen Brennweitenbereichs ein praktischer Begleiter. Die Fokussierung erfolgt erstaunlich schnell. Noch erstaunlicher ist, dass meine beiden Objektive Nikkor 18-135 und Sigma 70-300 keinen sichtbaren Qualitätsvorsprung in Sachen Bildqualität abliefern können. Keine Frage. Festbrennweite ist immer zu bevorzugen. Auf Reisen jedoch möchte ich keinen Fuhrpark mit mir herumschleppen oder feststellen müssen, das ich für den Moment einer Aufnahme mal wieder das falsche Objektiv angeflanscht habe. Die beiden Alt-Objektive sind verkauft.
Der britische Panoramakopf Atome von 360precision ist ein kleines mechanisches Meisterwerk und stellt in Sachen Aufbau und Schnelligkeit viele andere VR-Systeme in den Schatten. Hier entfällt jede Art der Justagearbeit. Das Objektiv wird in den Spannring geklemmt und verbleibt in der Regel auch dort. Nachteil: Der Spannring funktioniert nur mit dem dazugehörigen Objektiv. Ein weiterer Nachteil: 360precision genießt in Sachen Service nicht den aller - besten Ruf. Im Sommer 2016 wurde der Atome inklusive Sigma Fisheye 8mm f3,5 (Nikon) gebraucht angeboten. Und zwar für einen Preis, den man nicht selten allein für das Objektiv auf den Tisch blättern muss. In Anbetracht mei - nes defekten Sigma f4 schlug ich zu. In der Praxis wird sich nun zeigen, ob ich weiterhin meinen NPA-Eigenbau Speedy verwende, oder ob ich dem Atome den Vorzug geben werde. An welchem VR-System von heute an un - sere alte Dame Leica IIIf betrieben wird, zei - gen die nun folgenden Bilder: Der PocketPANO VARIO von Lutz Müller Fototechnik aus Ilmenau (Thüringen) passt mit einer zusätzlichen Schiene von Mengs wie maßgeschneidert - und da dieser kleine aber feine Adapter nicht aus Aluminium, son - dern aus einem äußerst widerstandsfähigem und schwingungsarmen Hochdrucklaminat gefertigt ist, können wir mit der Leica IIIf erst - malig auch Langzeitbelichtungen realisieren. Der PocketPANO VARIO ist für für unter - schiedliche Arten von Kompakt- und System- kameras gedacht und lässt in Sachen Ausstattung keine Wünsche offen. So sind unter anderem an beiden Drehachsen Rotatoren mit einstellbaren Rastwinkeln ver - baut. Dieses Feature ist bei 2-3x so teuren Adaptern keine Selbstverständlichkeit. Ein weiteres Extra: Möchte man ein zusätzliches Bodenbild aufnehmen, kann man den Vertikalträger um 180° drehen.
Porst Gründermodell (1928) Preis = 18 Reichsmark Objektiv = Spezial-Aplanat 1:8 Negativformat 9x12 und 9,5x9 (Glas)
Agfa 44 “Preisbox” (1932) Preis = 4 Reichsmark Objektiv = Agfa Meniscus 1:11 Negativformat 6×9 Gehäuse aus Pappe
Bilder zum Vergrößern bitte anklicken
Leica IIIf RD (1953) Preis = 890 Deutsche Mark Wechselobjektiv M39 Summitar 5cm 1:2 Negativformat 24x36 Reporter-Kamera
Die 60er, 70er und 80er Jahre Sehr ähnlich erging es auch mir. Auch ich begann mit einer Agfa meine ersten Bilder zu knipsen. Die Modellserie Agfa Isolette wurde von 1938 bis 1960 in verschiedenen Ausführungen mit unterschiedlichen Verschlüssen, Objektiven und Suchern gebaut und dürfte das Einstiegsmodell der 50er und 60er Jahre gewesen sein. Übliche Probleme der Isolette waren ein undichter Balgen (winzige Löcher in den Ecken) und ein mit der Zeit unbeweglich werdender Fokussierring. Nach ein paar Jahren des Gebrauchs konnte man sich mit schwarzen Klebestreifen und etwas Fett behelfen. Dessen unge - achtet erlernte ich auf der Isolette die Basics in Sachen Fotografie. In den 80er Jahren folgte dann die erste analoge Spiegelreflexkamera aus dem Hause Asahi. Für 150 DM erstand ich eine gebrauchte Pentax me super mit Zeitautomatik, K-Bajonett-Objektiv- Anschluss, TTL-Mittelbetonung und Seiko-MFC-Metall-Lamellenverschluss. Die einge - stellten Zeiten wurden komfortabel im Sucher mittels LED`s angezeigt. Über 5 Jahre hinweg manifestierte die handliche und solide verarbeitete Pentax meine Leidenschaft, bis ich beim freundlichen Händler von nebenan mit einer Kamera konfrontiert wurde, die in Sachen Design alles bisher dagewesene in den Schatten stellte. Knapp ein Jahr nach Markteinführung konnte ich der Versuchung nicht länger widerstehen. Wider jede Vernunft schlachtete ich das Sparschwein und leistete sie mir: die Canon T90 . inkl. einem 50er Canon-Objektiv und einem Tokina Schiebezoom. Wenn ich mich recht ent - sinne, kostete allein das Gehäuse 950DM. Im Nachhinein erwies sich die Entscheidung aber als richtig, denn 22 Jahre lang war ich hochzufrieden mit meiner Canolani und würde sehr wahrscheinlich bis heute mit ihr fotografieren, hätte da nicht die digitale Neuzeit revoltiert.
Agfa Isolette (1950) Preis = 98 DM Objektiv = Agfa Color Agnar 4,5 / 85 Negativformat 6×6
Kodak DC 210 plus (1998) Preis = ca. 850 € Digitale Kompaktkamera 1.152 x 864 Bildpunkte
Pentax me super (1980) Preis = 150 DM gebraucht K-Bajonett-Objektiv-Anschluss Spiegelreflexkamera (35 mm SLR)
Bevor ich den Bogen weiter spanne, möchte ich kurz bei der alten Technik verweilen. Obwohl die Agfa-Box in Vergessenheit geraten sein dürfte, machte sie das Knipsen populär wie kaum ein anderer Fotoapparat. Darüber hinaus steht die kleine Pappschachtel für ein geniales Marketing, denn Agfa hatte die Idee, die Box nicht einfach zu verkaufen. Wer eine Box haben wollte, musste anfänglich 4 einzelne Markstücke mit den Prägebuchstaben A-G-F-A für ein Tauschgeschäft vorweisen. Lange vor Ablauf des Eintauschtermins steigerte diese Aktion den Verkauf der Box auf über 1.000.000 Exemplare und machte so den Firmennamen Agfa zu einem Begriff. Leica-Fotoapparate konnte man zu keiner Zeit zu Schnäppchen-Preisen ergattern, wie das Werbeprospekt rechts oben aus den frühen 50er Jahren beweist. In der einfachsten Ausstattung kostete die Leica IIIf 658,00 DM. Wenn man bedenkt, dass das mittlere Jahreseinkommen im Jahre 1950 in etwa 3.400 DM betrug, muss man den damaligen Verkaufspreis um den Faktor 10 potenzieren, um den heutigen Kaufwert zu ermitteln. 1998 = Meine erste Pixelschubse Apropos Preis: Meine erste Digitalkamera kaufte ich 1998. Eine Kodak DC210 plus , die für stolze 850 EURO fabrikneu über den Ladentisch ging. Eine ernstzunehmende Alternative zur analogen Fotografie war diese Pixelschubse aber nicht. Zwischen dem Druck auf den Auslöser und der Aufnahme verging eine Sekunde, gefolgt von mehreren Sekunden für das Abspeichern auf die CF-Karte. Da der Fokuspunkt der Kodak eher im Nahbereich lag, sahen Landschafts- und Architekturaufnahmen dementsprechend mat - schig aus. Die Kodak DC210 plus war nicht mehr als ein sündhaft teures Spielzeug.
2001 = Meine erste brauchbare Digitalkamera Die Canon PowerShot G2 avancierte bereits bei ihrer Markteinführung zu einer der inter - essantesten und besten Digitalkameras auf dem Markt. Mit einer Auflösung von 4 Megapixeln-CCD, 3 Punkt-Autofokus und einer Matrixmessung ausgestattet, konnte man fast genauso präzise arbeiten, wie mit ihren analogen EOS-Schwestern. Selbst Vollblutprofis gerieten in Versuchung, die G2 als kleine und leichte Zweitkamera im Gepäck mitzunehmen - und auch ich nutzte die Canon drei bis vier Jahre lang als hand - liche, praktische Reisekamera. Mit einem Verkaufspreis von 850 EURO schloss sie den Kreis und bestätigte die Aussage, gute Fotoapparate kosteten immer schon richtig viel Geld. Zugleich löste sie eine Hype aus. Die Hersteller begannen sich gegenseitig mit immer höheren Pixelzahlen zu übertrumpfen und warfen in immer kürzer werdenden Zyklen Modell um Modell auf den Markt. Seitdem ist der Reiz zum Kauf einer neuen Kamera so groß wie nie, allerdings ging ein Stück weit auch die Glaubwürdigkeit der Branche verloren. Stimmt es wirklich, dass ein Topmodell bereits nach zwei drei Jahren Produktionszeit technisch überholt ist? Steht eine hohe Anzahl an Pixel (umgangssprachlich Auflösung) wirklich für eine bessere Bildqualität? Woher rühren die hohen Verkaufspreise von Topmodellen im Vergleich zu Mittelklassenkameras bei teils identischer Elektronik und sehr vergleichbarem Materialeinsatz? Nun, die Anzahl an Megapixel hat auch heute noch einen großen psychologi - schen Effekt auf den Verbraucher. Das rührt teilweise von den Anfangsjahren her, als die “Auflösung” noch wirklich ein Qualitätsmerkmal war. Parallel dazu erliegen wir nur all zu gerne dem Irrglauben, neuere Modelle müssten technisch ausgereifter sein als das jeweilige Vorgängermodell - und sollten demzufolge die besseren Bilder schießen. Es dem wirklich so? Nur eine Frage von vielen, die ein Laie schwerlich beantworten kann. Wer sich hilfesuchend an einen Großmarkthändler wendet oder meint, im Internet mittels Testberichte und Usermeinungen weiter zu kommen, gerät alsbald in den einen oder anderen Glaubenskrieg. Genügt eine Kompaktkamera oder muss es wirklich eine Spiegelreflexkamera sein? Reichen Superzoom-Kameras an Kameras mit Wechselobjektiven heran? Übertrumpft Canon Nikon, oder Nikon Canon? Wo stehen Pentax, Panasonic, Sony und Co? Taugen Kit Objektive was? Oder greift man nicht besser zu einem Objektiv mit Festbrennweite? Und wie sind die sogenannten Systemkameras einzuschätzen? Je tiefer man in die Materie eintaucht, um so konfuser wird es. Als ich mich Mitte 2007 für den Kauf einer digitalen Spiegelreflexkamera entschloss, war ich mehr als verunsichert. Der Schritt, meine geliebte Pentax me super , meine Canon T90 , meine Kodak DC210 plus sowie meine Reisekamera Canon G2 zu veräußern, um mir von dem Erlös der Schätze eine vernünftige digitale Spiegelreflexkamera (kurz DSLR) zu leisten, war nun wirklich nicht einfach. Um es kurz zu machen: der Deal funktionierte. Obwohl mich der Verkauf im Herzen schmerzte, überwog die Tatsache, dass meine Schätze eigentlich nur noch verstaubten und mit Ausnahme der Canon G2 nicht mehr benutzt wurden. Die digitale Neuzeit wollte erobert werden. Und die Frage, mit welchem Modell diese Eroberung stattfinden sollte, beantwortete sich zu guter Letzt über den Preis. Drei Modelle standen in der engeren Wahl. Drei Modelle, zwischen denen ich mich nicht entscheiden konnte. Das Angebot eines Onlinehändlers brachte den Zuschlag. Für knapp 100 Euro unter Neupreis erstand ich eine Nikon D40 als Vorführmodell.
Canon G2 (2001) Preis = ca. 850 € Digitale Kompaktkamera 2.272 x 1.704 Bildpunkte
2007 = Meine erste digitale Spiegelreflexkamera Die Nikon D40 stellte anno 2007 das günstigste DSLR-Einstiegsmodell neben der D50 dar und war aufgrund einiger Features nicht ganz unumstritten. Die Fotogemeinde tat sich besonders mit der neuen Objektiv-Generation AF-S schwer, die fortan mit internem Fokusmotor ausgestattet war. Ältere Stangen-AF-Objektive konnten an der D40 nicht betrieben werden. Da ich keine Nikon-Objektive besaß und mich dieser Umstand nicht betraf, begeisterte mich die Abbildungsqualität dieser extrem kleinen und handlichen Kamera. Sie begleitete mich zum Beispiel nach Norwegen und entfachte meine Leidenschaft für die Makro- und Tierfotografie aufs Neue. Zu diesem Zeitpunkt erwarb ich ein Sigma Zoom-Objektiv 70-300 und tauschte ein Jahr später das Kit-Objektiv 18- 55 der D40 gegen das Nikkor 18-135 ein.
Nikon D40 (2007) Preis = ca. 650 € Digitale Spiegelreflexkamera 3008 × 2000 Bildpunkte
Sigma 70-300 DG Macro (2008) Preis = ca. 129 €
Nikkor 18-135 (2009) Preis = ca. 245 €
2009 = Meine zweite digitale Spiegelreflexkamera Im Nachhinein betrachtet, war es kein Fehler, mich nach Erscheinen der Nikon D5000 im Jahr 2009 von dem schwenkbaren Display und der Live-View-Option des Nachfolgemodells verleiten zu lassen. Ich verdanke dem Wechsel zur Nikon D5000 eine ganz spezielle Erfahrung. Im Sommer 2009 entdeckte ich im Internet bei einem Hersteller für Jachten ein Kugelpanorama und war auf Anhieb paralysiert von dieser faszinierenden Art der Fotografie. Nach Wochen des Suchens und Einlesens bastelte ich aus Aluminiumprofilen einen primitiven Nodalpunktadapter und sog mir den Stitcher PTGui Pro zum Testen aus dem Netz. Das erste Kugelpanorama gelang. Zwar benötigte ich Stunden der Retusche und zahlte Lehrgeld in Form von Ausschuss, doch mein Anfangswerk kann sich bis heute noch sehen lassen:
Cullmann 2800 (2007) Preis = ca. 69 € Universalstativ mit Einbein für Kugelpanoramen ungeeignet
Manfrotto 745 B mit MBAG 80N (2010) Preis = 100 € gebraucht
Nodalpunktadapter Marke Eigenbau (2010) für Weitwinkel und Fisheye auf Manfrotto 745B mit Nikon DSLR
Nodalpunktadapter aus Winkelblech (2010) für Kompaktkamera auf Bilora-Stativ mit Lumix TZ-4
Sigma Fisheye 8mm Cirkular f4 (2012) Preis = 549 € gebraucht
Funk-Fernauslöser Kabellos RW-221/DC0 Oppilas (2012) Preis = 30 €
Nodalpunktadapter “Speedy” Marke Eigenbau (2012 / 2013) für Fisheye-Objektive auf Manfrotto 745B mit Nikon DSLR
Infrarot Fernauslöser Nikon ML-L3 (2012) Preis = 18 €
Manfrotto - Monopod (Einbeinstativ) 680B (2012) Preis = 51 €
Manfrotto Autopol Nivellierlibelle (2012) Preis = 8 €
Nodalpunktadapter Marke Eigenbau (2012) für Fisheye-Objektive auf Manfrotto 680B Einbeinstativ
Nikon D5200 (2013) Preis = ca. 670 € Digitale Spiegelreflexkamera 6.000 x 4.000 Bildpunkte
Saugnapf VR-System im Eigenbau hier mit unserem “Speedy” und Nikon D5200 (2014) Preis = 30 €
Eigenbau-Hochstativ VR-System hier mit unserem “Speedy” und Nikon D5200 (2014) Preis = 90 €
Leica IIIf mit Jupiter-12 auf Novoflex VR-System Slim (2015)
Novoflex VR-System Slim (2015)
Panasonic LUMIX DMC-LX3 10 Megapixel Kompaktkamera 3.648 x 2.736 Bildpunkte Preis = 115 € gebraucht (2015)
Das Zorki Jupiter-12 ist ein russischer Nachbau des Zeiss Biogon 35mm/2.8 aus dem Jahr 1935. Dieses lichtstarke Objektiv verfügt über das M39 Gewinde der Schraub-Leica IIIf. Obwohl die Linsengruppe aus Deutschland stammt, wird die Optik stark unterschätzt. Dementsprechend günstig kann man diesen Oldtimer ergattern. (2015) Preis = 80 €
Atome 360precision + Sigma 8mm Fisheye f3,5 Preis = 580 € (gebraucht) 2016
Leica IIIf auf PocketPANO VARIO Preis = 199 € 2018
Der PocketPANO VARIO passt zusammengeklappt zur Not auch mal in die Jackentasche
Nikon D5300 (2016) Preis = ca. 480 € Digitale Spiegelreflexkamera 6.000 x 4.000 Bildpunkte
Sigma 18-300 Makro OS HSM (2016) Preis = ca. 390 € Reisezoomobjektiv
360° tipp Hier finden Sie Tipps und Tricks rings zum das Thema der Panoramafotografie Sinnvolles Zubehör für die Panoramafotografie
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Profis wissen in der Regel genau, welche Kamera(s) sie benötigen. Vermögende Amateure ebenso. Der ambitionierte Hobbyfotograf hingegen wägt zwischen Wunsch und Vernunft gerne mal ab, bevor er das Portemonnaie gar zu weit öffnet. Gute Fotoapparate sind teuer. Dies war zu allen Zeiten so und hat sich mit der Erfindung der digitalen Fotografie nicht geändert. Was sich geändert hat, ist eine undurchschaubare Produktvielfalt. Und die Tatsache, dass ein Fotosparrat keine Generation(en) mehr überlebt, sondern im höchsten der Fälle ein paar Jahre. Hier öffnen wir unsere Fototasche und blicken zurück - von gestern zu heute. Ihr
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Feuilleton
Canon T90 (1985) Preis = ca. 1.500 DM Der Urvater der Ergonomie Design by Colani
Systemwechsel in der Kompaktklasse 2019 Die traditionelle Kompaktkamera hat ausgedient. Die meisten digitalen Fotos entstehen heute mit dem Smartphone. Im Alltag so auch auf Reisen. Der Trend zieht sich fort, so dass auch höherwertige Kameras immer öfter ungenutzt im Schrank liegen bleiben. Infolgedessen ist der Gebrauchtmarkt gesättigt mit Spiegelreflex- und Systemkameras, die vor wenigen Jahren noch richtig viel Geld kosteten. In die Systemkamera Panasonic Lumix DMC-G3 musste man bei Markteinführung ca. 520 - 600 EURO investieren. Sie galt als die kleinste und leichteste Systemkamera mit Wechseloptik, hochauflösendem elektronischen Sucher, dreh- und schwenkbarem Display und 16 Megapixel auflösendem 4/3 CMOS-Sensor. In diversen Tests schnitt die G3 hervorragend ab. Insbesondere die sehr gute Bildqualität bis ISO 800 und der schnelle Kontrast-AF wurden hervorgehoben, so dass man auch im Jahr 2019 mit der G3 sehr zufrieden sein kann. Wir konnten heuer ein nahezu fabrikneues Exemplar für 126 Euro ergattern und schicken somit unsere Panasonic Lumix DMC- LX3 in den wohlverdienten Ruhestand. Ihr 1/1,6" Sensor (8,1 x 6,0mm) kann mit dem 4/3" Sensor der G3 (17,3 x 13,0mm) nicht konkurrieren. Zwei Wochen drauf, wir hatten gerade mal ein Test-Panorama mit dem G3 Kit-Objektiv erstellt, überraschte uns ein „Verkaufsangebot“, für das wir uns an dieser Stelle noch einmal herzlich bedanken möchten. Der Panoramakopf MFT Tom Shot 360 im Verbund mit dem Meike Fisheye MK 6,5 mm f2,0 machen unsere Lumix DMC-G3 zur Spezialistin für das schnelle Panorama bestehend aus 4 Quellbildern plus Bodenbild. Für ein Objektiv dieser Preisklasse (NP ca. 130 EURO) sind Auflösung, Kontrast und Gegenlichtverhalten erstaunlich gut. Chromatische Aberration und Flares treten selten auf. Die Schärfe ist in der Bildmitte hervorragend. An einer Kamera mit MFT-Sensor gibt es zurzeit nur ein Fisheye mit größerem Bildwinkel ( Laowa 4 mm f2,8 ). Wir sind gespannt, wohin uns die kleine Lumix mit dem Meike Fisheye führt….
Panasonic Lumix DMC-G3 Digitale Systemkamera 4.592 x 3.448 Bildpunkte Preis = 126 € (gebraucht) 2019
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MFT Panokopf Tom Shot 360 + Meike Fisheye MK 6,5mm f2.0 Fisheye (gebraucht) 2019
Manfrotto 755 mit Fluid-Video-Neiger 501 und Tasche MBAG 80N Preis = 100 EURO (gebraucht) 2019
Neun Jahre lang leistet uns das Stativ 745XB MDeVe von Manfrotto sehr gute Dienste. Bis zum heutigen Tag haben wir mit diesem Alu-Dreibein annähernd 1.000 Panoramen erstellt, teils in schwierigem Gelände. Insbesondere auf die nivellierbare Mittelsäule möchten wir nicht mehr verzichten. Ein weiteres Plus sind die sechs Auszüge, variabel spreizbar und mit Klemmhebeln ausgestattet, die sich bei Bedarf mit einfachsten Mitteln schnell wieder straff ziehen lassen. Kurzum: Wir sind von dieser Typenreihe voll überzeugt. Folglich schauten wir immer wieder mal nach, ob ein weiteres MDeVe-Video-Stativ vom Typ 745 oder 755 für unsere Lumix auf dem Gebrauchtmarkt angeboten wird. Jetzt endlich wurden wir fündig. Für lediglich 100 EURO erwarben wir bei eBay ein makellos erhaltenes Video-Stativ 755XB MDeVe mit Fluid/Teflon Video-Neiger 501 inklusive Lino Stativtasche MBAG80PN . Der aktuelle Straßenverkaufspreis liegt bei ca. 570 - 610 EURO. Fortsetzung folgt…..
Vorwort Während mein Großvater mit seinem Porst Gründermodell aus dem Jahr 1928 über Jahrzehnte hinweg die Welt auf Glasplatten bannte, unternahm mein Vater seine ersten Gehversuche in Sachen Fotografie mit der legendären Agfa-Box , um sich dann in den 50er Jahren die nicht minder legendäre Reporter-Kamera Leica IIIf zu gönnen. Unnötig zu erwähnen, dass auch er seinen Schatz über 35 Jahre hin - weg ausgiebig nutzte und nicht im Traum daran dachte, nach einigen Jahren das Equipment zu wechseln. Weshalb auch? Die Leica IIIf kam in Ihrer analogen Technik so ausgereift daher, dass sie sich bis heute mit wesentlich moderneren Kleinbild-Apparaten messen kann.
Kurzum: der Bazillus erwischte mich frontal. Binnen eines halben Jahres hatte ich annähernd 50 Kugelpanoramen beisammen. Der Wunsch nach einem professionellen Stativ manifestierte sich, je mehr mein noch gar nicht so altes Cullmann Stativ Typ 2800 zu wackeln begann. Und abermals hatte ich Glück. In einem bekannten Auktionshaus gelang mir 2010 der Kauf eines gebrauchten Manfrotto 745B inklusive nivellierbarer Mittelsäule MDeVe plus Tragetasche MBAG 80N . Kaufpreis: 100 Euro. Parallel dazu begann ich mit der Konstruktion eines CNC gefrästen Nodalpunktadapters, da ich keine Kauflösung fand, die all meine Bedürfnisse abzudecken ver - stand. So langsam musste ich einsehen, an Panoramen unter schwierigen Lichtverhältnissen oder gar an Nachtaufnahmen war mit meinem vibrieren - den Aluminiumwinkel nicht zu denken. Zwei Wochen benötigte ich für die Konstruktion, drei weitere Wochen vergingen mit der Fertigstellung sämtli - cher Teile. Darüber hinaus musste ich einen kleinen Konstruktionsfehler ausbügeln, denn einrastende Kugelstücke exakt auszulegen, ist nicht so profan wie gedacht. Dann allerdings begann die Arbeit richtig Spaß zu ma - chen. Dank der nivellierbaren Mittelsäule konnte ich mein Stativ im Bruchteil einer Sekunden positionieren. Mittels der Rastnocken konnte ich blind arbei - ten und musste nicht länger den Sucher bemühen. Burgen, Schlösser, Kirchen und Landschaftsaufnahmen waren meine bevorzugten Ziele.
Das Bild oben links zeigt meine Nikon Ausrüstung, das Bild daneben die Low Cost Lösung meines Vaters auf Basis der Panasonic Lumix TZ-4 . Beide Systeme haben ihre Vorzüge. Während die Lumix eine ausgezeich - nete Reisebegleiterin ist, kennt die Nikon D5000 mit dem 18er Weitwinkel- objektiv kaum eine Hürde, die sie nicht zu nehmen wüsste. Einzig bewegte Menschenmassen stellen ein Problem dar. Die Lumix indes scheitert an zu hartem Gegenlicht und will gut durchdacht eingesetzt werden. Mir wurde bewusst, ich hatte meine Möglichkeiten voll ausgeschöpft. Jetzt sollte ein weiterer Schritt folgen, wollte ich die Grenzen der Panoramafotografie weiter ausloten.
Zum Jahresanfang 2012 erwarb ich ein Fisheye-Objektiv. Und zwar ein Mittelklasse-Fisheye der Marke Sigma. Nicht das aktuelle Modell f3, sondern das etwas lichtschwache Vorgängermodell, das den Vorteil hat, am Nikon-DX-Sensor mit Crop 1,5 über 180° abzubilden ( Sigma 8mm Fisheye f4 ). Das heißt, für ein Panorama benötigte ich vier Bilder und er - reichte mit diesen vier Aufnahmen eine Panorama-Auflösung von ca. 8200x4100 Pixel. Diese Qualität genügt in der Regel für eine saubere Webpräsentation. Zudem hat man im Vergleich zu einem Weitwinkel weniger Probleme mit Blendenflecken und kann “fast” bedenkenlos in die Sonne foto - grafieren. Neben der angenehmen Tatsache, das sich die Anzahl der Einzelaufnahmen auf ein Minimum redu - ziert und man somit in der Lage ist, schnell ändernde Situationen festzuhal - ten, muss man allerdings auch respektieren, das die Bildqualität abnimmt, je kürzer die Brennweite wird. Wer meint, das Erstellen eines Kugelpanoramas sei mit einem Fisheye frei von Problemen, sollte sich vor dem Kauf sehr genau informieren. Nicht nur die preiswerten Modelle zaubern gerne mal grüne und rote Farbsäume (Farbquerfehler) ins Bild. Auch kann die Aufnahme bedingt durch Farblängsfehler unscharf und dunstig wirken. Hier muss man sich einlesen und lernen, wie man zum Beispiel eine chromatische Aberration erfolgreich beseitigt. Trotz aller Euphorie erstelle ich Innenaufnahmen von Kirchen nach wie vor mit dem Weitwinkel-Objektiv.
Das folgende Bild links zeigt meinen zweiten Nodalpunktadapter im Eigenbau . Dieser Panoramakopf ist speziell auf das Sigma Fisheye abgestimmt. Diese Lösung ist im Vergleich zu meinem ers - ten Eigenbau leicht, handlich und dank der eingebauten vier Raststücke schnell zu bedienen. Wer mit einer vergleichbaren Ausrüstung fotografiert, sollte über einen guten Fernauslöser verfügen. Die Reichweite einer Infrarot-Lösung ist auf wenige Meter begrenzt und funktioniert Hochkant oftmals gar nicht. Sehr viel besser geeignet ist ein Funkauslöser. Doch Vorsicht. In vielen Funkauslösern sind Sonder-Batterien verbaut. Der Funkauslöser von Oppilas nimmt Standardbatterien und Akkus auf und verdient aus diesem Grund meine volle Empfehlung.
Die Frage, ob sich der Wechsel zur D5200 lohnte, wurde in dem Artikel Weitwinkel versus Fisheye-Objektiv mit einem eindeutigen Ja beantwortet. Das Sigma scheint an dem 24 MPixel Sensor in einer völlig anderen Liga zu spielen. In Sachen Schärfe, Abbildungsqualität und Pixelgröße hält ein D5200 Fisch-Panorama den Vergleich mit einem D5000 Weitwinkel- Panorama stand. Erstklassig! Darüber hinaus ermöglicht der bordeigene HDR-Modus der D5200 völlig neue Einsatzmöglichkeiten. Schade nur, dass sich dieser Modus nicht dauerhaft einstellen lässt. Nach jeder Aufnahme muss der HDR-Modus erneut aktiviert werden. Ein weiterer Wermutstropfen: Nikon verrückte das Stativgewinde um wenige Millimeter. Dementsprechend musste ich all meine Adapter dementsprechend nacharbeiten.
Apropos Adapter. Mit dem VR-Saugnapf System verfüge ich seit Mitte 2014 über einen kleinen und nützlichen Helfer für außergewöhnliche Panoramen. Mithilfe dieses Eigenbaus konnte ich mich zum Beispiel im Inneren eines Feuerwehrautos drehen. Mein Dank gilt der Freiwilligen Feuerwehr Kreuzwertheim, die mir den Zugang zu ihrem Tanklöschfahrzeug TLF 16/25 ermöglichte. Das Panorama wurde in der Zwischenzeit mehrfach prämiert. Die entsprechende Bauanleitung für den Adapter finden Sie hier . Während man sich mit dem VR-Saugnapf System auf engstem Raum bewegen kann, will das Hochstativ VR-System hoch hinauf Die ausziehbare Teleskopstange stammt aus dem Fachhandel für den Reinigungsbedarf. Sie reicht zu einer Höhe von bis zu 6 Metern und ist mit einem Packmaß von 1,90 Meter noch gut zu transportieren. Im Verbund mit einem einfachen Blechwinkel kostet die Gesamtkonstruktion keine 100 Euro. Die Bauanleitung beinhaltet ein Video-Clip .
Am Anfang des Jahres 2015 feierte die Leica IIIf meines Vaters ihren 60ten Geburtstag. Wir erweckten die alte Dame aus ihrem Dornröschenschlaf, gönnten ihr ein 35mm Weitwinkelobjektiv (Zorki Jupiter-12) und montierten sie auf das frisch im Fachhandel erhältliche Novoflex VR-System Slim. Mit einer analogen Kamera aus dem Jahr 1954 zum Kugelpanorama? Ob das gelingt? Zum ersten Mal in der Geschichte dieser Homepage konnten die Leser über mehrere Monate hinweg den Werdegang eines Projekts zeitnah verfolgen, kommentieren und kritisieren. Das Ergebnis unserer Arbeit finden Sie hier .

Ein Blick in unsere Fototasche - gestern bis heute

Totalschaden 2016 Beim Versuch, von einer schmalen Stahlbrücke aus ein Panorama zu erstel - len, geschieht das Unglück. Die Kamera nebst Nodalpunktadapter sind auf einem ca. 3 Meter langen Monopod montiert. Ich lege das ausgefahrene Einbeinstativ auf das Brückengeländer und schiebe den VR-Kopf langsam von mir weg. Als die gewünschte Position erreicht ist, halte ich das Stativbein mit der einen Hand fest, während ich mit der anderen Hand den Funk-Auslöser aus der Jackentasche krame. Cliffhanger nennt man diese Technik. Im fertigen Kugelpanorama erzielt man eine Wirkung, als hätte die Aufnahme frei schwebend über dem Abgrund stattgefunden. Dummerweise unterschätze ich den Schwerpunkt. Die Kamera kippt nach unten weg. Es gelingt mir noch das Monopod mit beiden Händen zu packen, doch das Geräusch unter mir Sekunden lässt Schlimmes erahnen. Das VR-System war irgendwo an der Brücke hart aufgeschlagen
Tatort: Eisenbahnbrücke in Wertheim, die den Stadtteil Bestenheid mit dem auf der gegenüberliegenden Mainseite befindlichen Hasloch verbindet. Dieses Panorama entstand kurz vor dem Unglück und ist das letzte Panorama, das mit der Nikon D5200 entstand. Schaden: Der Stecker des Fernauslösers hatte sich quer gelegt und dabei die Buchse zerstört. Schlimmer noch: Auf der Linse des Fisheyes zieht sich ein langer, durchge - hender Kratzer sowie eine kleine, aber tief gehende Kerbe. Die Kerbe er - zeugt massive Bildfehler.
Der langen Rede kurzer Sinn: Die Nikon D5200 geht nach über 400 Panoramen in Ruhestand. Zumindest in Sachen Panoramafotografie. Für “normale” Bilder wird sie mir noch gute Dienste leisten. Wem es ähnlich er - geht: Die Reparaturkosten der Buchse liegen bei ca. 180 - 250 Euro. Das 8mm Sigma Fisheye f3,5 benötigt eine neue Frontlinse. Sigma verlangt ca.150 Euro für den Austausch. Ggf. würde ich im kommenden Winter die Linse erneuern lassen und bis dahin versuchen, die Bildfehler (milchige Fehlstellen im Bild) zu retuschieren. Dann erreichte mich die Nachricht: ein Austausch ist nicht mehr möglich.
Dass die Nikon D5300 auf all meine Nodalpunktadapter passt, war eine we - sentliche Entscheidungshilfe bei der Frage, ob es denn wieder eine kleine APS-C Nikon aus der 5000er Serie werden soll. Viele meiner Panoramafreunde bevorzugen derzeit die Sony Alpha 7R oder auch die 7R Mark II. Nach einigem hin und her entschloss ich mich gegen den Wechsel ins Lager der Vollformaten. Weshalb? Weil ich der Meinung bin, dass das Quäntchen mehr an Qualität in keiner Relation steht zum Mehrpreis. Darüber hinaus kann die Nikon D5300 mit einem Feature punk - ten, auf das ich nicht verzichten möchte: das voll klapp- und schwenkbare Display. Und die Frage ob sich der Tiefenschärfenbereich eines großen Sensor nicht eher kontraproduktiv verhält in der Panoramafotografie, wird viel zu selten erörtert. Das Reisezoombjektiv Sigma 18-300 ist aufgrund des enormen Brennweitenbereichs ein praktischer Begleiter. Die Fokussierung erfolgt erstaunlich schnell. Noch erstaunlicher ist, dass meine beiden Objektive Nikkor 18-135 und Sigma 70-300 keinen sichtbaren Qualitätsvorsprung in Sachen Bildqualität abliefern können. Keine Frage. Festbrennweite ist immer zu bevorzugen. Auf Reisen jedoch möchte ich keinen Fuhrpark mit mir herumschleppen oder feststellen müssen, das ich für den Moment einer Aufnahme mal wieder das falsche Objektiv angeflanscht habe. Die beiden Alt-Objektive sind verkauft.
Der PocketPANO VARIO von Lutz Müller Fototechnik aus Ilmenau (Thüringen) passt mit einer zusätzlichen Schiene von Mengs wie maßge - schneidert - und da dieser kleine aber feine Adapter nicht aus Aluminium, sondern aus einem äußerst widerstandsfähigem und schwingungsarmen Hochdrucklaminat gefertigt ist, können wir mit der Leica IIIf erstmalig auch Langzeitbelichtungen realisieren. Der PocketPANO VARIO ist für für unter - schiedliche Arten von Kompakt- und Systemkameras gedacht und lässt in Sachen Ausstattung keine Wünsche offen. So sind u. a. an beiden Drehachsen Rotatoren mit einstellbaren Rastwinkeln verbaut. Dieses Feature ist bei 2-3x so teuren Adaptern keine Selbstverständlichkeit. Ein weiteres Extra: Möchte man ein zusätzliches Bodenbild aufnehmen, kann man den Vertikalträger um 180° drehen. Systemwechsel in der Kompaktklasse 2019 Die traditionelle Kompakt- kamera hat ausgedient. Die meisten digitalen Fotos entstehen heute mit dem Smartphone. Im Alltag so auch auf Reisen. Der Trend zieht sich fort, so dass auch höherwertige Kameras immer öfter ungenutzt im Schrank liegen bleiben. Infolgedessen ist der Gebrauchtmarkt gesättigt mit Spiegelreflex- und Systemkameras, die vor wenigen Jahren noch richtig viel Geld kosteten. In die Systemkamera Panasonic Lumix DMC-G3 musste man bei Markteinführung ca. 520 - 600 EURO investieren. Sie galt als die kleinste und leichteste Systemkamera mit Wechseloptik, hochauflösendem elektronischen Sucher, dreh- und schwenkbarem Display und 16 Megapixel auflösendem 4/3 CMOS-Sensor. In diversen Tests schnitt die G3 hervorragend ab. Insbesondere die sehr gute Bildqualität bis ISO 800 und der schnelle Kontrast-AF wurden hervorgehoben, so dass man auch im Jahr 2019 mit der G3 sehr zufrieden sein kann. Wir konnten heuer ein nahezu fabrikneues Exemplar für 126 Euro ergattern und schicken somit unsere Panasonic Lumix DMC-LX3 in den wohlverdienten Ruhestand. Ihr 1/1,6" Sensor (8,1 x 6,0mm) kann mit dem 4/3" Sensor der G3 (17,3 x 13,0mm) nicht konkurrieren. Zwei Wochen drauf, wir hat - ten gerade mal ein Test- Panorama mit dem G3 Kit- Objektiv erstellt, überraschte uns ein „Verkaufsangebot“, für das wir uns an dieser Stelle noch einmal herzlich bedanken möchten. Der Panoramakopf MFT Tom Shot 360 im Verbund mit dem Meike Fisheye MK 6,5 mm f2,0 machen unsere Lumix DMC-G3 zur Spezialistin für das schnelle Panorama be - stehend aus 4 Quellbildern plus Bodenbild. Für ein Objektiv dieser Preisklasse (NP ca. 130 EURO) sind Auflösung, Kontrast und Gegenlichtverhalten erstaunlich gut. Chromatische Aberration und Flares treten selten auf. Die Schärfe ist in der Bildmitte her - vorragend. An einer Kamera mit MFT-Sensor gibt es zurzeit nur ein Fisheye mit größerem Bildwinkel ( Laowa 4 mm f2,8 ). Wir sind gespannt, wohin uns die kleine Lumix mit dem Meike Fisheye führt…. Neun Jahre lang leistet uns das Stativ 745XB MDeVe von Manfrotto sehr gute Dienste. Bis zum heutigen Tag haben wir mit diesem Alu-Dreibein annähernd 1.000 Panoramen erstellt, teils in schwierigem Gelände. Insbesondere auf die nivellierbare Mittelsäule möchten wir nicht mehr ver - zichten. Ein weiteres Plus sind die sechs Auszüge. Die Klemmhebel lassen sich bei Bedarf mit einfachsten Mitteln schnell wieder straff ziehen. Kurzum: Wir sind von dieser Typenreihe voll überzeugt. Folglich schauten wir immer wieder mal nach, ob ein wei - teres Video-Stativ für unsere Lumix auf dem Gebraucht- markt angeboten wird. Jetzt endlich wurden wir fündig. Für lediglich 100 EURO erwarben wir bei eBay ein makellos erhaltenes Video-Stativ 755XB MDeVe mit Fluid/Teflon Video-Neiger 501 inklusive Lino Stativtasche MBAG80PN . Der aktuelle Straßenverkaufspreis liegt bei ca. 570 - 610 EURO. Fortsetzung folgt…..
Porst Gründermodell (1928) Preis = 18 Reichsmark Objektiv = Spezial-Aplanat 1:8 Negativformat 9x12 und 9,5x9 (Glas)
Agfa 44 “Preisbox” (1932) Preis = 4 Reichsmark Objektiv = Agfa Meniscus 1:11 Negativformat 6×9 Gehäuse aus Pappe
Leica IIIf RD (1953) Preis = 890 Deutsche Mark Wechselobjektiv M39 Summitar 5cm 1:2 Negativformat 24x36 Reporter-Kamera
Die 60er, 70er und 80er Jahre Sehr ähnlich erging es auch mir. Auch ich begann mit einer Agfa meine ers - ten Bilder zu knipsen. Die Modellserie Agfa Isolette wurde von 1938 bis 1960 in verschiedenen Ausführungen mit unterschiedlichen Verschlüssen, Objektiven und Suchern gebaut und dürfte das Einstiegsmodell der 50er und 60er Jahre gewesen sein. Übliche Probleme der Isolette waren ein un - dichter Balgen (winzige Löcher in den Ecken) und ein mit der Zeit unbeweg - lich werdender Fokussierring. Nach ein paar Jahren des Gebrauchs konnte man sich mit schwarzen Klebestreifen und etwas Fett behelfen. Dessen un - geachtet erlernte ich auf der Isolette die Basics in Sachen Fotografie. In den 80er Jahren folgte dann die erste analoge Spiegelreflexkamera aus dem Hause Asahi. Für 150 DM erstand ich eine gebrauchte Pentax me super mit Zeitautomatik, K-Bajonett-Objektiv-Anschluss, TTL-Mittelbetonung und Seiko-MFC-Metall-Lamellenverschluss. Die eingestellten Zeiten wurden komfortabel im Sucher mittels LED`s angezeigt. Über 5 Jahre hinweg mani - festierte die handliche und solide verarbeitete Pentax meine Leidenschaft, bis ich beim freundlichen Händler von nebenan mit einer Kamera konfron - tiert wurde, die in Sachen Design alles bisher dagewesene in den Schatten stellte. Knapp ein Jahr nach Markteinführung konnte ich der Versuchung nicht länger widerstehen. Wider jede Vernunft schlachtete ich das Sparschwein und leistete sie mir: die Canon T90 . inkl. einem 50er Canon- Objektiv und einem Tokina Schiebezoom. Wenn ich mich recht entsinne, kostete allein das Gehäuse 950DM. Im Nachhinein erwies sich die Entscheidung aber als richtig, denn 22 Jahre lang war ich hochzufrieden mit meiner Canolani und würde sehr wahrscheinlich bis heute mit ihr fotografie - ren, hätte da nicht die digitale Neuzeit revoltiert.
Agfa Isolette (1950) Preis = 98 DM Agfa Color Agnar 4,5 / 85 Negativformat 6×6
Pentax me super (1980) Preis = 150 DM gebraucht K-Bajonett-Objektiv-Anschluss Spiegelreflexkamera (35 mm SLR)
Bevor ich den Bogen weiter spanne, möchte ich kurz bei der alten Technik verweilen. Obwohl die Agfa-Box in Vergessenheit geraten sein dürfte, machte sie das Knipsen populär wie kaum ein anderer Fotoapparat. Darüber hinaus steht die kleine Pappschachtel für ein geniales Marketing, denn Agfa hatte die Idee, die Box nicht einfach zu verkaufen. Wer eine Box haben wollte, musste anfänglich 4 einzelne Markstücke mit den Prägebuchstaben A-G-F-A für ein Tauschgeschäft vorweisen. Lange vor Ablauf des Eintauschtermins steigerte diese Aktion den Verkauf der Box auf über 1.000.000 Exemplare und machte so den Firmennamen Agfa zu einem Begriff. Leica-Fotoapparate konnte man zu keiner Zeit zu Schnäppchen-Preisen ergattern. In der einfachsten Ausstattung kostete die Leica IIIf 658,00 DM. Wenn man bedenkt, dass das mittlere Jahreseinkommen im Jahre 1950 in etwa 3.400 DM betrug, muss man den damaligen Verkaufspreis um den Faktor 10 potenzieren, um den heutigen Kaufwert zu ermitteln. 1998 = Meine erste Pixelschubse Apropos Preis: Meine erste Digitalkamera kaufte ich 1998. Eine Kodak DC210 plus , die für 850 EURO fabrikneu über den Ladentisch ging. Eine ernstzunehmende Alternative zur analogen Fotografie war diese Pixelschubse aber nicht. Zwischen dem Druck auf den Auslöser und der Aufnahme verging eine Sekunde, gefolgt von mehreren Sekunden für das Abspeichern auf die CF-Karte. Da der Fokuspunkt der Kodak eher im Nahbereich lag, sahen Landschafts- und Architekturaufnahmen dementsprechend matschig aus.
2001 = Meine erste brauchbare Digitalkamera Die Canon PowerShot G2 avancierte be - reits bei ihrer Markteinführung zu einer der interessantesten und besten Digitalkameras auf dem Markt. Mit einer Auflösung von 4 Megapixeln-CCD, 3 Punkt-Autofokus und einer Matrixmes- sung ausgestattet, konnte man fast ge - nauso präzise arbeiten, wie mit ihren analogen EOS-Schwestern. Selbst Vollblutprofis gerieten in Versuchung, die G2 als kleine und leichte Zweitkamera im Gepäck mitzunehmen - und auch ich nutzte die Canon drei bis vier Jahre lang als handliche, praktische Reisekamera. Mit einem Verkaufspreis von 850 EURO schloss sie den Kreis und bestätigte die Aussage, gute Fotoapparate kosteten immer schon richtig viel Geld. Zugleich löste sie eine Hype aus. Die Hersteller begannen sich gegenseitig mit immer höheren Pixelzahlen zu übertrumpfen und warfen in immer kürzer werden - den Zyklen Modell um Modell auf den Markt. Seitdem ist der Reiz zum Kauf einer neuen Kamera so groß wie nie, allerdings ging ein Stück weit auch die Glaubwürdigkeit der Branche verloren. Stimmt es wirklich, dass ein Topmodell bereits nach zwei drei Jahren Produktionszeit technisch überholt ist? Steht eine hohe Anzahl an Pixel (umgangssprachlich Auflösung) wirklich für eine bessere Bildqualität? Woher rühren die hohen Verkaufspreise von Topmodellen im Vergleich zu Mittelklassenkameras bei teils identischer Elektronik und sehr vergleichbarem Materialeinsatz? Nun, die Anzahl an Megapixel hat auch heute noch einen großen psychologischen Effekt auf den Verbraucher. Das rührt teilweise von den Anfangsjahren her, als die “Auflösung” noch wirklich ein Qualitätsmerkmal war. Parallel dazu erliegen wir nur all zu gerne dem Irrglauben, neuere Modelle müssten technisch aus - gereifter sein als das jeweilige Vorgängermodell - und sollten demzufolge die besseren Bilder schießen. Es dem wirklich so? Nur eine Frage von vie - len, die ein Laie schwerlich beantworten kann. Wer sich hilfesuchend an einen Großmarkthändler wendet oder meint, im Internet mittels Testberichte und Usermeinungen weiter zu kommen, gerät alsbald in den einen oder an - deren Glaubenskrieg. Genügt eine Kompaktkamera oder muss es wirklich eine Spiegelreflexkamera sein? Reichen Superzoom-Kameras an Kameras mit Wechselobjektiven heran? Übertrumpft Canon Nikon, oder Nikon Canon? Wo stehen Pentax, Panasonic, Sony und Co? Taugen Kit Objektive was? Oder greift man nicht besser zu einem Objektiv mit Festbrennweite? Und wie sind die sogenannten Systemkameras einzuschätzen? Je tiefer man in die Materie eintaucht, um so konfuser wird es. Als ich mich Mitte 2007 für den Kauf einer digitalen Spiegelreflexkamera entschloss, war ich mehr als verunsichert. Der Schritt, meine geliebte Pentax me super , meine Canon T90 , meine Kodak DC210 plus sowie meine Reisekamera Canon G2 zu veräußern, um mir von dem Erlös der Schätze eine vernünftige digitale Spiegelreflexkamera (kurz DSLR) zu leisten, war nun wirklich nicht einfach. Um es kurz zu machen: der Deal funktionierte. Obwohl mich der Verkauf im Herzen schmerzte, überwog die Tatsache, dass meine Schätze eigentlich nur noch verstaubten und mit Ausnahme der Canon G2 nicht mehr benutzt wurden. Die digitale Neuzeit wollte erobert werden. Und die Frage, mit wel - chem Modell diese Eroberung stattfinden sollte, beantwortete sich zu guter Letzt über den Preis. Drei Modelle standen in der engeren Wahl. Drei Modelle, zwischen denen ich mich nicht entscheiden konnte. Das Angebot eines Onlinehändlers brachte den Zuschlag. Für knapp 100 Euro unter Neupreis erstand ich eine Nikon D40 als Vorführmodell.
Canon G2 (2001) Preis = ca. 850 € Digitale Kompaktkamera 2.272 x 1.704 Bildpunkte
2007 = Meine erste digitale Spiegelreflexkamera Die Nikon D40 stellte anno 2007 das günstigste DSLR-Einstiegsmodell neben der D50 dar und war aufgrund einiger Features nicht ganz unumstritten. Die Fotogemeinde tat sich besonders mit der neuen Objektiv-Generation AF-S schwer, die fortan mit internem Fokusmotor ausgestattet war. Ältere Stangen-AF- Objektive konnten an der D40 nicht betrieben werden. Da ich keine Nikon- Objektive besaß und mich dieser Umstand nicht betraf, begeisterte mich die Abbildungsqualität dieser extrem kleinen und handlichen Kamera. Sie begleitete mich zum Beispiel nach Norwegen und entfachte meine Leidenschaft für die Makro- und Tierfotografie aufs Neue. Zu diesem Zeitpunkt erwarb ich ein Sigma Zoom-Objektiv 70-300 und tauschte ein Jahr später das Kit-Objektiv 18-55 der D40 gegen das Nikkor 18-135 ein.
Sigma 70-300 DG Macro (2008) Preis = ca. 129 €
Nikkor 18-135 (2009) Preis = ca. 245 €
2009 = Meine zweite digitale Spiegelreflexkamera Im Nachhinein betrachtet, war es kein Fehler, mich nach Erscheinen der Nikon D5000 im Jahr 2009 von dem schwenkbaren Display und der Live-View- Option des Nachfolgemodells verleiten zu lassen. Ich verdanke dem Wechsel zur Nikon D5000 eine ganz spezielle Erfahrung. Im Sommer 2009 entdeckte ich im Internet bei einem Hersteller für Jachten ein Kugelpanorama und war auf Anhieb paralysiert von dieser faszinierenden Art der Fotografie. Nach Wochen des Suchens und Einlesens bastelte ich aus Aluminiumprofilen einen primitiven Nodalpunktadapter und sog mir den Stitcher PTGui Pro zum Testen aus dem Netz. Das erste Kugelpanorama gelang. Zwar benötigte ich Stunden der Retusche und zahlte Lehrgeld in Form von Ausschuss, doch mein Anfangswerk kann sich bis heute noch sehen lassen:
Nodalpunktadapter Marke Eigenbau (2010) für Weitwinkel und Fisheye auf Manfrotto 745B mit Nikon DSLR
Nodalpunktadapter aus Winkelblech (2010) für Kompaktkamera auf Bilora-Stativ mit Lumix TZ-4
Funk-Fernauslöser Kabellos RW-221/DC0 Oppilas (2012) Preis = 30 €
Nodalpunktadapter “Speedy” Marke Eigenbau (2012 / 2013) für Fisheye-Objektive auf Manfrotto 745B mit Nikon DSLR
Infrarot Fernauslöser Nikon ML-L3 (2012) Preis = 18 €
Manfrotto - Monopod (Einbeinstativ) 680B (2012) Preis = 51 €
Manfrotto Autopol Nivellierlibelle (2012) Preis = 8 €
Nodalpunktadapter Marke Eigenbau (2012) für Fisheye-Objektive auf Manfrotto 680B Einbeinstativ
Nikon D5200 (2013) Preis = ca. 670 € Digitale Spiegelreflexkamera 6.000 x 4.000 Bildpunkte
Saugnapf VR-System im Eigenbau hier mit unserem “Speedy” und Nikon D5200 (2014) Preis = 30 €
Eigenbau-Hochstativ VR- System hier mit unserem “Speedy” und Nikon D5200 (2014) Preis = 90 €
Leica IIIf mit Jupiter-12 auf Novoflex VR-System Slim (2015)
Das Zorki Jupiter-12 ist ein russischer Nachbau des Zeiss Biogon 35mm/2.8 aus dem Jahr 1935. Dieses lichtstarke Objektiv verfügt über das M39 Gewinde der Schraub-- Leica IIIf. (2015) Preis = 80 €
Atome 360precision + Sigma 8mm Fisheye f3,5 Preis = 580 € (gebraucht) 2016
Leica IIIf auf PocketPANO VARIO Preis = 199 € 2018
Der PocketPANO VARIO passt zusammengeklappt zur Not auch mal in die Jackentasche
Nikon D5300 (2016) Preis = ca. 480 € Digitale Spiegelreflexkamera 6.000 x 4.000 Bildpunkte
Sigma 18-300 Makro OS HSM (2016) Preis = ca. 390 € Reisezoomobjektiv
Profis wissen in der Regel genau, welche Kamera(s) sie benötigen. Vermögende Amateure ebenso. Der ambitionierte Hobbyfotograf hingegen wägt zwischen Wunsch und Vernunft gerne mal ab, bevor er das Portemonnaie gar zu weit öffnet. Gute Fotoapparate sind teuer. Dies war zu allen Zeiten so und hat sich mit der Erfindung der digitalen Fotografie nicht geändert. Was sich geändert hat, ist eine undurchschaubare Produktvielfalt. Und die Tatsache, dass ein Fotosparrat keine Generation(en) mehr überlebt, sondern im höchsten der Fälle ein paar Jahre. Hier öffnen wir unsere Fototasche und blicken zurück - von gestern zu heute. Ihr
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Das Panorama-Magazin

Kugelpanoramen. Die Welt in 360 Grad.

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Canon T90 (1985) Preis = ca. 1.500 DM Der Urvater der Ergonomie Design by Colani
Kodak DC 210 plus (1998) Preis = ca. 850 € Digitale Kompaktkamera 1.152 x 864 Bildpunkte
Nikon D40 (2007) Preis = ca. 650 € Digitale Spiegelreflexkamera 3008 × 2000 Bildpunkte
Nikon D5000 (2009) Preis = ca. 579 € Digitale Spiegelreflexkamera 4.288 x 2.848 Bildpunkte
Sigma Fisheye 8mm Cirkular f4 (2012) Preis = 549 € gebraucht
Mit Kauf des Manfrotto 680B Mitte 2012 werden die Kenner unter Euch wissen, wohin der nächste Schritt mich führte. Eine Reise in die norwegische Fjord- und Bergenwelt animierte mich zum Bau eines dritten Adapters. Das Bild links zeigt meinen Wanderstock bestehend aus einer simplen Blechkonstruktion. Dieser Adapter ist abermals auf die Nikon D5000 mit aufgeflanschtem Fisheye ausgelegt, wobei zwei Festanschläge die Position der Kamera klar definieren. Eine Justagearbeit ist nicht erforderlich. Zum Wandern passen Kopf und Kamera in die Tragetasche MBAG 80. Wer mehr erfahren will, folgt diesem Artikel: Kugelpanoramen vom Einbeinstativ . Ende 2012 kochte die Gerüchteküche hoch. Nach Erscheinen der Nikon D3200 musste die Mittelklassekamera D5200 unweigerlich in den Startlöchern stehen. Doch aus welchen Gründen auch immer verpasste Nikon das lukrative Weihnachtsgeschäft. Erst Anfang Januar 2013 war die Nikon D5200 lieferbar. Und sie hatte einen schweren Stand. Die schlechten Testergebnisse des 24 MPixel Sensors der Nikon D3200 schreckten po - tentielle Käufer ab. Es dauerte Zeit, bis durchsickerte, das die beiden Sensoren von unterschiedlicher Qualität sind. In diesem Zeitfenster rutschten die Preise in den Keller. Ich kaufte die Kit- Ausführung mit Nikkor 18-55 VR.
Der britische Panoramakopf Atome von 360precision ist ein kleines me - chanisches Meisterwerk und stellt in Sachen Aufbau und Schnelligkeit viele andere VR-Systeme in den Schatten. Hier entfällt jede Art der Justagearbeit. Das Objektiv wird in den Spannring geklemmt und verbleibt in der Regel auch dort. Nachteil: Der Spannring funktioniert nur mit dem dazugehörigen Objektiv. Ein weiterer Nachteil: 360precision genießt in Sachen Service nicht den allerbesten Ruf. Im Sommer 2016 wurde der Atome inklusive Sigma Fisheye 8mm f3,5 (Nikon) gebraucht angeboten. Und zwar für einen Preis, den man nicht sel - ten allein für das Objektiv auf den Tisch blättern muss. In Anbetracht meines defekten Sigma f4 schlug ich zu. In der Praxis wird sich nun zeigen, ob ich weiterhin meinen NPA-Eigenbau Speedy verwende, oder ob ich dem Atome den Vorzug geben werde. An welchem VR-System von heute an unsere alte Dame Leica IIIf betrieben wird, zeigen die nun folgenden Bilder:
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Panasonic Lumix DMC-G3 Digitale Systemkamera 4.592 x 3.448 Bildpunkte Preis = 126 € (gebraucht) 2019
MFT Panokopf Tom Shot 360 + Meike Fisheye MK 6,5mm f2.0 Fisheye (gebraucht) 2019
Manfrotto 755 mit Fluid-Video-Neiger 501 und Tasche MBAG 80N Preis = 100 EURO (gebraucht) 2019