Einbeinstative     haben     Tradition.     Sie     sind     leichter,     kompakter     und     preiswerter     als Dreibeinstative.    Sie    passen    in    eine    größere    Fototasche    und    zur    Not    auch    mal    an    die Gürtelschlaufe.   Sie   sind   bei   schlechten   Lichtverhältnissen   nützliche   Helfer,   indem   sie   als Stütze   dienen   und   somit   Aufnahmen   mit   längeren   Belichtungszeiten   ermöglichen,   die   aus der    freien    Hand    nicht    mehr    zu    bewerkstelligen    sind.    Aufgrund    dieser    Vorteile    werden Fotostöcke   vor   allem   zur   Natur-,   Sport-   und   Actionfotografie   verwendet.   Aber   auch   auf Festivitäten     und     Konferenzen     sind     Monopods     eine     gute     Wahl.     Im     Gegensatz     zu Dreibeinstativen   (erhöhte   Stolpergefahr)   sind   Einbeinstative   in   vielen   Museen   erlaubt.   Die Einsatzmöglichkeit eines Monopods ist vielfältig, das Handling leicht zu beherrschen. In     der     Panoramafotografie     werden     Einbeinstative     hauptsächlich     zum     Erstellen     von einzeiligen    Landschaftsaufnahmen    genutzt.    Dass    die    Kamera    hierzu    direkt    auf    dem Stativgewinde   sitzt,   ist   gängige   Methode.   Ohne   Berücksichtigung   des   Knotenpunkts   können so      drei      bis      vier     Aufnahmen      bedenkenlos      zu      einem      zylindrischen      Panorama zusammengesetzt    werden.    Ein    Nodalpunktadapter    (umgangssprachlich)    ist    nur    dann erforderlich, sollte das Motiv im Nahbereich Probleme in Form von Stitchingfehlern bereiten. Im   September   2010   stellte   der   deutsche   Hersteller Novoflex   einen   Adapter   zum   Erstellen   von   Kugel- panoramen   vor.   Zwar   war   die   Idee   nicht   neu.   Es gab    bereits    Spezialisten,    die    Kugelbilder    mittels Fisheyeobjektiv    vom    Monopod    aus    erstellten    - doch   populär   wurde   diese   Kombination   erst   durch ein   werbewirksames   Video .   Die   Aufnahme   eines Kugelpanoramas   in   weniger   als   zwei   Minuten   von Jan    Röpenack,    der    den    schrägen    Adapter    mit- entwickelt   hatte   und   vermarkten   wollte.   Das   Bild rechts   zeigt   den   besagten   Adapter   von   Novoflex: Panorama    VR-System    SLANT.    SLANT    bedeutet Neigung   oder   Schräge.   Die   Schräglage   ist   ideal für   Fisheye-Objektive,   die   180°   Blickwinkel   in   der Diagonalen   zeichnen.   Um   den   verfügbaren   Blick- winkel   des   Fisheye-Objektives   optimal   auszunut- zen,   wird   die   Kamera   um   60°   gegenüber   der   Hori- zontalen   und   zusätzlich   um   bis   zu   10-15°   vertikal nach   oben   geneigt,   so   dass   auf   die Aufnahme   des Zenits   (Himmel)   verzichtet   werden   kann.   Novoflex verlangt   ca.   245   EURO   für   das   solide   verarbeitete VR-System SLANT. Inspiriert   durch   Jan   Röpenacks   Video   entschloss ich   mich   zur   Eigenentwicklung.   Ich   beließ   die   Ka- mera   in   der   vertikalen   Stellung,   denn   die   Nikon D5000    zeichnet    im    Verbund    mit    dem    zirkularen Fisheye-Objektiv   Sigma   8mm   f4   über   180   Grad   im Hochkantformat.     Die     Grundkonstruktion     (siehe Bild    links)    besteht    aus    zwei    preiswerten    Blech- stücken   vom   Baumarkt   (ca.   1,5   mm   stark)   -   ein einfacher   Blechstreifen   in   Kombination   mit   einem L-Stück.   Dank   den   vorgestanzten   Löcher   können die     beiden     Bleche     schnell     miteinander     ver- schraubt   und   dann   zugeschnitten   werden.   In   den L-Winkel     wurde     eine     Gewindebohrung     einge- bracht   (siehe   Stativgewinde )   und   mittels   Hutmut- ter    gesichert.    Die    Kamera    ist    durch   Anschläge fixiert.   Das   heißt,   man   setzte   die   Kamera   an   den Adapter   und   schraubt   sie   fest.   Ohne   jede   Jus- tagearbeit.   Der   Neigungswinkel   beträgt   5°.   Dies garantiert   eine   akzeptable   Überlappung   der   vier Einzelaufnahmen im Zenit. Kosten Panoramakopf = 15 EURO Arbeitsaufwand   inkl.   Lackierung   =   ca.   4   Stunden Bauanleitung Ein   gutes   und   solides   Einbeinstativ   kostet   zwisch- en    40    und    75    Euro    -    für    ein    schwingungsge- dämpftes   Luxusmodell   kann   man   natürlich   auch mehr   auf   den   Ladentisch   legen.   Ich   entschloss mich   zum   Kauf   eines   Monopods   aus   dem   Verk- aufsregal    des    italienischen    Herstellers    Manfrotto    Typ    680B    (siehe    Testbericht ).    Die preiswerte   Manfrotto   Autopol   Nivellierlibelle   als   auch   ein   Funk-Fernauslöser   von   Oppilas komplettieren das Einbeinstativ zu einem praktischen Reisebegleiter. Das   erstes   Kugelpanorama   vom   Einbeinstativ   entstand   auf   einer   Reise.   Und   zwar   im   norwegischen   Røldal   vor   einer   der   schönsten Stabkirchen,   die   Skandinavien   zu   bieten   hat.   Ich   hielt   das   Einbeinstativ   mit   beiden   Händen   hoch   über   den   Kopf   und   wollte   mittels Funkauslöser   (den   ich   zwischen   den   Lippen   hielt)   eine   Testaufnahme   machen.   Die   Belichtungszeit   war   grob   geschätzt   und   noch   nicht optimiert.   In   dieser   Situation   trat   eine   kleine   Familie   ins   Motiv.   Ich   drückte   ab,   drehte   das   Stativ   in   drei   90Grad-Schritten   und   schloss die Fotoreihe somit ab. In   Anbetracht    des    Experiments    freihändig    über    dem    Kopf    in Kombination   mit   der   merklichen   Überbelichtung   wollte   ich   an- fänglich   die   vier   Aufnahmen   löschen.   Im   Traum   hätte   ich   nicht gedacht,   dass   sich   diese   vier   Bilder   stitchen   lassen,   ganz   ab- gesehen    von    der    etwas    fraglichen    Bildqualität.    Zum    Glück löschte   ich   die   Bilder   nicht.   Die   vier Aufnahmen   ließen   sich   unter PTGui    Pro    problemlos    zusammennähen.    Ohne    jeden    Opti- mierungsprozess    attestierte    die    Control    Point    Tabelle    eine maximale   Abweichung   von   lediglich   6.8.   Mit   Werten   um   die   5 kann   man   sehr   gut   weiterarbeiten.   Nach   Löschen   der   ersten   drei Kontrollpunkte   (Wolkenstruktur)   erreichte   ich   eine   Distanz   von 3,8.   Das   Panorama   wies   geringfügige   Stitchfehler   auf,   nur   im Nadir   (Boden)   “eierte”   der   Stativteller   besorgniserregend   in   alle Richtungen   (siehe   Detailbild).   Dieser   Fehler   rührte   aus   einem Konstruktionsfehler;   ich   hatte   schlichtweg   die   Materialstärke   des   Winkelblechs   beim   Platzieren   der   Gewindebohrung   außer   Acht   ge- lassen.   Ich   lag   ca.   2   mm   außerhalb   des   Knotenpunkts.   Folglich   maskierte   ich   den   Stativteller   (mich   natürlich   auch)   und   nutzte   das Tool Optimizer   mit   der   Einstellung   Minimize   lens   distortion   =   Heavy   and   lens   shift.   Dem   ausgeleiteten   Panorama   widerfuhr   unter   Corel Paintshop Pro noch etwas Retuschearbeit, dann konnte ich das Panorama veröffentlichen. In    der    Zwischenzeit    habe    ich    mehrere    Panoramen    mit    dem    Einbeinstativ    erstellt.    Der    kleine Konstruktionsfehler   wurde   natürlich   beseitigt. Als   Fazit   gilt:   So   schnell,   leicht   und   flexibel   bin   ich   mit keiner   anderen   Lösung   unterwegs.   Wo   mich   Versuche   aus   der   Hand   bislang   scheitern   ließen, konnte    ich    viele    Panoramen    vom    Monopod    aus    erfolgreich    abschließen.    Aber    nicht    alle! Insbesondere     Motive     mit     Böden     bestehend     aus     kleinen     Pflastersteinen     bereiten     große Schwierigkeiten.    Woher    rührt    das?    Nun,    der    Abstand    zum    Bodenbild    hin    beträgt    mit    einem Einbeinstativ   nebst Adapter   ca.   1,75   Meter.   Geht   man   von   dem   Erfahrungswert   aus,   dass   pro   Meter Abstand   zum   Motiv   hin   eine   Abweichung   von   ca.   2   Millimeter   im   Knotenpunkt   gerade   noch   zu tolerieren   ist,   darf   man   beim   Drehen   nicht   mehr   als   ca.   4-5   Millimeter   aus   dem   optimalen   Drehpunkt hinaus   wandern.   Dieser   Wert   ist   besorgniserregend   wenig,   aber   durchaus   realistisch.   Am   Beispiel links   weist   Bild   1   einen   Distanzfehler   von   ca.   20   auf.   Infolgedessen   treten   im   Bereich   der   Polachse Probleme   auf.   Erschwerend   kommt   hinzu,   dass   ein   Fischauge   im   Randbereich   stark   verzeichnet, also   ausgerechnet   dort,   wo   der   Stitcher   bemüht   ist,   homogene   Übergänge   in   Sachen   Helligkeit   und Farbverlauf zu schaffen. Im   Sommer   2014   ergab   sich   eine   Situation,   die   mich   hart   an   die   Grenze   führte,   was   mit   einem   Monopod   machbar   ist.   Die   hiesige Feuerwehr   erkundigte   sich,   ob   es   möglich   sei,   aus   dem   Rettungskorb   ihrer   Drehleiter   heraus   Panoramen   über   der   Ortschaft   zu   er- stellen.   Unter   einer   Drehleiter   versteht   die   Feuerwehr   ein   spezielles   Hubrettungsfahrzeug   mit   Leiterpark.   Das   folgende   Panorama   zeigt das authentische Fahrzeug: Um   es   kurz   zu   machen:   In   einem   Rettungskorb   ist   verdammt   wenig   Platz.   Er   bietet   gerade   mal   Raum   für   zwei   Personen,   die   dicht   an dicht   nebeneinander   stehen.   Der   Korb   ist   aus   Sicherheitsgründen   mit   einer   relativ   hoch   platzierten   Reling   ausgestattet,   das   darunter liegende   Metallgerüst   ist   mit   Lochblech   verkleidet,   es   existiert   ein   kleines   Schaltpult,   hier   und   da   verlaufen   Hydraulik-Schläuche.   Von vornherein   war   klar:   mit   diesem   Panorama   handelt   man   sich   Ärger   ein.   Und   der   Ärger   verdoppelt   sich   bei   folgender   Zielsetzung:   Dem Betrachter   des   Panoramas   soll   der   Eindruck   vermittelt   werden,   persönlich   im   Rettungskorb   zu   stehen.   Das   heißt,   die   Optik   bewegt   sich auf Augenhöhe   mittig   im   Korb.   Weder   wird   die   Kamera   über   Kopf   gehalten,   noch   seitlich   aus   dem   Korb   geschwenkt.   Die   Linse   schwebt ca.   50   Zentimeter   über   der   Reling   und   muss   im   Nah-   und   Fernbereich   ordentlich   zeichnen.   Die   komplexe   Struktur   sauber   zu   stitchen verlangt   nach   einem   stabilen   Dreibeinstativ,   doch   dazu   ist   kein   Platz. Also   montierte   ich   meine   Nikon   auf   das   Einbein   und   bestieg   den Korb..... Das   Wetter   war   miserabel.   Die   Sonne   versteckte   sich   hinter   Wolken.   Für   Testaufnahmen   ideal.   Oder   wäre   ein   wenig   mehr   Sonne wünschenswert   gewesen?   Nein!   Im   Nachhinein   betrachtet   kam   ich   zu   der Auffassung,   dass   dieser   Rettungskorb   Menschenleben   rettet - hier braucht es keine poppige Schönwetterfarben! Und hier das Ergebnis: PTGui   akzeptierte   die   vier   Einzelaufnahmen   und   nähte   sie   grob   zusammen.   Zwei   Stunden   lang   fügte   ich   von   Hand   zusätzlich Kontrollpunkte   ein,   dann   musste   ich   akzeptieren,   dass   das   Optimum   erreicht   war.   Der   Stitcher   konnte   keine   Fehler   mehr   bereinigen. Ab jetzt musste ich retuschieren. Ein paar dieser Baustellen zeige ich unkommentiert. Die Bilder sprechen für sich. Insgesamt   investierte   ich   12   Stunden   Arbeit   in   das   rectilineare   Bild,   das   ich   wieder   und   wieder   in   unterschiedlichen   Blickwinkeln   er- stellte,   um   den   jeweiligen   Fehler   in   einer   senkrechten   oder   waagrechten   Projektion   beseitigen   zu   können.   Gebogene   Linien   sind   meist irreparabel,   man   kann   sie   aber   zu   einer   geraden   Linie   ausbilden.   Erst   dann   ist   der   Versatz   korrigierbar.   Ob   sich   die Arbeit   gelohnt   hat, zeigt das fertige Panorama: Beim   Bau   eines   einbeinigen Adapters   muss   man   präzise   vorgehen.   Ein   Fisheyeobjektiv   auszurichten,   ist   nicht   einfach.   Darüber   hinaus gilt   es,   die   hyperfokale   Distanz   zu   berücksichtigen.   Sind   diese   Hürden   genommen   und   weiß   man   um   die   Schwächen   des   Systems, gelingen   Panoramen   auch   aus   ungewöhnlichen   Perspektiven.   Trotz   aller   Hürden   möchte   ich   auf   meinen   “Foto-Wanderstock”   nicht mehr verzichten.
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Kugelpanoramen vom Einbeinstativ (Monopod)

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Kugelpanoramen. Die Welt in 360 Grad.

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Einbeinstative     haben     Tradition.     Sie     sind leichter,   kompakter   und   preiswerter   als   Drei - beinstative.    Sie    passen    in    eine    größere Fototasche   und   zur   Not   auch   mal   an   die   Gür - telschlaufe.   Sie   sind   bei   schlechten   Lichtver - hältnissen    nützliche    Helfer,    indem    sie    als Stütze   dienen   und   somit   Aufnahmen   mit   län - geren     Belichtungszeiten     ermöglichen,     die aus   der   freien   Hand   nicht   mehr   zu   bewerk - stelligen   sind.   Aufgrund   dieser   Vorteile   wer - den   Fotostöcke   vor   allem   zur   Natur-,   Sport- und   Actionfotografie    verwendet.   Aber    auch auf   Festivitäten   und   Konferenzen   sind   Mono - pods    eine    gute    Wahl.    Im    Gegensatz    zu Dreibeinstativen   (erhöhte   Stolpergefahr)   sind Einbeinstative   in   vielen   Museen   erlaubt.   Die Einsatzmöglichkeit   eines   Monopods   ist   viel - fältig, das Handling leicht zu beherrschen. In   der   Panoramafotografie   werden   Einbein - stative     hauptsächlich     zum     Erstellen     von einzeiligen    Landschaftsaufnahmen    genutzt. Dass   die   Kamera   hierzu   direkt   auf   dem   Sta - tivgewinde   sitzt,   ist   gängige   Methode.   Ohne Berücksichtigung   des   Knotenpunkts   können so   drei   bis   vier   Aufnahmen   bedenkenlos   zu einem    zylindrischen    Panorama    zusammen - gesetzt      werden.      Ein      Nodalpunktadapter (umgangssprachlich)    ist    nur    dann    erforder - lich,    sollte    das    Motiv    im    Nahbereich    Pro - bleme in Form von Stitchingfehlern bereiten.   Im   September   2010   stellte   der   deutsche   Her - steller   Novoflex   einen   Adapter   zum   Erstellen von   Kugelpanoramen   vor.   Zwar   war   die   Idee nicht   neu.   Es   gab   bereits   Spezialisten,   die Kugelbilder      mittels      Fisheyeobjektiv      vom Monopod     aus     erstellten     -     doch     populär wurde   diese   Kombination   erst   durch   ein   wer - bewirksames    Video .    Die    Aufnahme    eines Kugelpanoramas   in   weniger   als   zwei   Minu - ten    von    Jan    Röpenack,    der    den    schrägen Adapter   mit-entwickelt   hatte   und   vermarkten wollte.   Das   Bild   rechts   zeigt   den   besagten Adapter    von    Novoflex:    Panorama    VR-Sys - tem   SLANT.   SLANT   bedeutet   Neigung   oder Schräge.    Die    Schräglage    ist    ideal    für    Fis - heye-Objektive,   die   180°   Blickwinkel   in   der Diagonalen   zeichnen.   Um   den   verfügbaren Bildwinkel    des    Fisheye-Objektives    optimal auszunutzen,     wird     die     Kamera     um     60° gegenüber   der   Horizontalen   und   zusätzlich um   bis   zu   10-15°   vertikal   nach   oben   geneigt, so   dass   auf   die   Aufnahme   des   Zenits   (Him - mel)   verzichtet   werden   kann.   Novoflex   ver - langt     ca.     245     EURO     für     das     solide verarbeitete VR-System SLANT. Inspiriert    durch    Jan    Röpenacks    Video    ent - schloss   ich   mich   zur   Eigenentwicklung.   Ich beließ   die   Kamera   in   der   vertikalen   Stellung, denn   die   Nikon   D5000   zeichnet   im   Verbund mit   dem   zirkularen   Fisheye-Objektiv   Sigma 8mm   f4   über   180   Grad   im   Hochkantformat. Die     Grundkonstruktion     besteht     aus     zwei preiswerten   Blechstücken   vom   Baumarkt   (ca. 1,5   mm   stark)   -   ein   einfacher   Blechstreifen   in Kombination   mit   einem   L-Stück.   Dank   den vorgestanzten    Löcher    können    die    beiden Bleche   schnell   miteinander   verschraubt   und dann   zugeschnitten   werden.   In   den   L-Winkel wurde     eine     Gewindebohrung     eingebracht (siehe   Stativgewinde )   und   mittels   Hutmutter gesichert.   Die   Kamera   ist   durch   Anschläge fixiert.   Das   heißt,   man   setzte   die   Kamera   an den    Adapter    und    schraubt    sie    fest.    Ohne jede     Justagearbeit.     Der     Neigungswinkel beträgt   5°.   Dies   garantiert   eine   akzeptable Überlappung    der    vier    Einzelaufnahmen    im Zenit. 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In   Anbetracht   des   Experiments   freihändig   über   dem   Kopf   in   Kombination   mit der    merklichen    Überbelichtung    wollte    ich    anfänglich    die    vier    Aufnahmen löschen.   Im   Traum   hätte   ich   nicht   gedacht,   dass   sich   diese   vier   Bilder   stitchen lassen,   ganz   abgesehen   von   der   etwas   fraglichen   Bildqualität.   Zum   Glück löschte   ich   die   Bilder   nicht.   Die   vier   Aufnahmen   ließen   sich   unter   PTGui   Pro problemlos   zusammennähen.   Ohne   jeden   Optimierungsprozess   attestierte   die Control   Point   Tabelle   eine   maximale Abweichung   von   lediglich   6.8.   Mit   Werten um   die   5   kann   man   sehr   gut   weiterarbeiten.   Nach   Löschen   der   ersten   drei Kontrollpunkte    (Wolkenstruktur)    erreichte    ich    eine    Distanz    von    3,8.    Das Panorama   wies   geringfügige   Stitchfehler   auf,   nur   im   Nadir   (Boden)   “eierte”   der Stativteller    besorgniserregend    in    alle    Richtungen    (siehe    Detailbild).    Dieser Fehler    rührte    aus    einem    Konstruktionsfehler;    ich    hatte    schlichtweg    die Materialstärke   des   Winkelblechs   beim   Platzieren   der   Gewindebohrung   außer Acht    gelassen.    Ich    lag    ca.    2    mm    außerhalb    des    Knotenpunkts.    Folglich maskierte    ich    den    Stativteller    (mich    natürlich    auch)    und    nutzte    das    Tool Optimizer   mit   der   Einstellung   Minimize   lens   distortion   =   Heavy   and   lens   shift. Dem    ausgeleiteten    Panorama    widerfuhr    unter    Corel    Paintshop    Pro    noch etwas Retuschearbeit, dann konnte ich das Panorama veröffentlichen. In   der   Zwischenzeit   habe   ich   mehrere   Panoramen mit      dem      Einbeinstativ      erstellt.      Der      kleine Konstruktionsfehler    wurde    natürlich    beseitigt.   Als Fazit   gilt:   So   schnell,   leicht   und   flexibel   bin   ich   mit keiner     anderen     Lösung     unterwegs.     Wo     mich Versuche   aus   der   Hand   bislang   scheitern   ließen, konnte    ich    viele    Panoramen    vom    Monopod    aus erfolgreich       abschließen.       Aber       nicht       alle! 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Im   Sommer   2014   ergab   sich   eine   Situation,   die   mich   hart   an   die   Grenze führte,    was    mit    einem    Monopod    machbar    ist.    Die    hiesige    Feuerwehr erkundigte   sich,   ob   es   möglich   sei,   aus   dem   Rettungskorb   ihrer   Drehleiter heraus   Panoramen   über   der   Ortschaft   zu   er-stellen.   Unter   einer   Drehleiter versteht   die   Feuerwehr   ein   spezielles   Hubrettungsfahrzeug   mit   Leiterpark. Das folgende Panorama zeigt das authentische Fahrzeug: Um   es   kurz   zu   machen:   In   einem   Rettungskorb   ist   verdammt   wenig   Platz.   Er bietet   gerade   mal   Raum   für   zwei   Personen,   die   dicht   an   dicht   nebeneinander stehen.   Der   Korb   ist   aus   Sicherheitsgründen   mit   einer   relativ   hoch   platzierten Reling    ausgestattet,    das    darunter    liegende    Metallgerüst    ist    mit    Lochblech verkleidet,   es   existiert   ein   kleines   Schaltpult,   hier   und   da   verlaufen   Hydraulik- Schläuche.   Von   vornherein   war   klar:   mit   diesem   Panorama   handelt   man   sich Ärger   ein.   Und   der   Ärger   verdoppelt   sich   bei   folgender   Zielsetzung:   Dem Betrachter   des   Panoramas   soll   der   Eindruck   vermittelt   werden,   persönlich   im Rettungskorb   zu   stehen.   Das   heißt,   die   Optik   bewegt   sich   auf   Augenhöhe mittig   im   Korb.   Weder   wird   die   Kamera   über   Kopf   gehalten,   noch   seitlich   aus dem   Korb   geschwenkt.   Die   Linse   schwebt   ca.   50   Zentimeter   über   der   Reling und    muss    im    Nah-    und    Fernbereich    ordentlich    zeichnen.    Die    komplexe Struktur   sauber   zu   stitchen   verlangt   nach   einem   stabilen   Dreibeinstativ,   doch dazu   ist   kein   Platz.   Also   montierte   ich   meine   Nikon   auf   das   Einbein   und bestieg den Korb..... Das   Wetter   war   miserabel.   Die   Sonne   versteckte   sich   hinter   Wolken.   Für Testaufnahmen    ideal.    Oder    wäre    ein    wenig    mehr    Sonne    wünschenswert gewesen?   Nein!   Im   Nachhinein   betrachtet   kam   ich   zu   der   Auffassung,   dass dieser   Rettungskorb   Menschenleben   rettet   -   hier   braucht   es   keine   poppige Schönwetterfarben! Und hier das Ergebnis: PTGui   akzeptierte   die   vier   Einzelaufnahmen   und   nähte   sie   grob   zusammen. Zwei   Stunden   lang   fügte   ich   von   Hand   zusätzlich   Kontrollpunkte   ein,   dann musste   ich   akzeptieren,   dass   das   Optimum   erreicht   war.   Der   Stitcher   konnte keine   Fehler   mehr   bereinigen.   Ab   jetzt   musste   ich   retuschieren.   Ein   paar dieser Baustellen zeige ich unkommentiert. Die Bilder sprechen für sich. Insgesamt   investierte   ich   12   Stunden   Arbeit   in   das   rectilineare   Bild,   das   ich wieder    und    wieder    in    unterschiedlichen    Blickwinkeln    erstellte,    um    den jeweiligen   Fehler   in   einer   senkrechten   oder   waagrechten   Projektion   beseitigen zu   können.   Gebogene   Linien   sind   meist   irreparabel,   man   kann   sie   aber   zu einer   geraden   Linie   ausbilden.   Erst   dann   ist   der   Versatz   korrigierbar.   Ob   sich die Arbeit gelohnt hat, zeigt das fertige Panorama: Beim    Bau    eines    einbeinigen    Adapters    muss    man    präzise    vorgehen.    Ein Fisheyeobjektiv   auszurichten,   ist   nicht   einfach.   Darüber   hinaus   gilt   es,   die hyperfokale   Distanz   zu   berücksichtigen.   Sind   diese   Hürden   genommen   und weiß   man   um   die   Schwächen   des   Systems,   gelingen   Panoramen   auch   aus ungewöhnlichen    Perspektiven.    Trotz    aller    Hürden    möchte    ich    auf    meinen “Foto-Wanderstock” nicht mehr verzichten.
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Kreuzwertheim - Fuhrpark der Feuerwehr
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Kreuzwertheim - Im Rettungskorb der Feuerwehr (10m)
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Kugelpanoramen vom Einbeinstativ (Monopod)

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Kugelpanoramen. Die Welt in 360 Grad.

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