Ein Rechtsstreit um abblätternde Fassadenfarbe ContiSil von Kluthe

Hinter der Fassade

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Das erste Gegengutachten Der   Hanse-Haus   Kundendienstbeauftragte   ging   ungleich   prag - matischer   ans   Werk   als   die   Gutachterin.   Ihm   genügte   eine Fingernagelprobe.   Dann   wartete   er   mit   Dokumentationen   und fachmännischen     Erklärungen     auf.     Er     zeigte     uns     den Putzaufbau,   erklärte,   wie   und   warum   das   Armierungsgewebe im    Putz    eingebettet    wird,    nannte    die    damals    ausführenden Firmen   und   bot   uns   an,   jene   Fertigungsstätte   zu   besuchen,   wo einst unser Holzständerhaus gebaut worden war. Links   ist   das   Gutachten   in   Auszügen zu   finden,   während   die   kleine   Skizze den   Aufbau   unserer   Fassade   veran - schaulicht.   Laienhaft   erklärt:   auf   die Hauswand    wurde    eine    Dämmplatte geklebt,    auf    diese    Dämmplatte    ein Gittergewebe,   auf   dieses   Gitterwebe kam   an   gefährdeten   Stellen   ein   Flies, dann     folgte     der     Oberputz.     Das Ganze   wird   als   Wärmedämm-Verbundsystem   bezeichnet, abgekürzt auch WDVS.
Dipl.-Ing. (FH) Gertraud Stumpf-Virsik Architektin der IHK Heilbronn Franken / öffentlich bestellte und vereidigte Sachverständige für Schäden an Gebäuden Auszug aus dem Gegen-Gutachten vom 21.8.2007 Mit einem festen kantigen Gegenstand (Rissbreitenmaßstab) können die Rissflanken der Farbschollen schon durch mäßigen Druck abgehebelt bzw. abgesplittert werden. Um die Tragfähigkeit der Beschichtung beurteilen zu können, drückte ich ein Stück Klarsichtkleber auf und zog es wieder ab. Die darunter liegende Farbscholle einschließlich einer dünnen Schicht des Altanstrichs blieb am Klebeband haften. Im Oberputz auf dem verbliebenen Altanstrich waren keine Risse und Beulen vorhanden, somit ist die vom Farbhersteller vermutete Ursache, ein mangelnder Haftverbund der Putzarmierung und somit ein gerissener Oberputz auszuschließen. Die Mangelursache sehe ich in der nicht ausreichend festen Altbeschichtung, d.h. in der nicht oder unzureichend ausgeführten Untergrundvorbereitung (Grundierung). Anstriche auf stark saugenden Untergründen verlangen eine Grundierung mit einem Grundanstrichstoff (hier systemgetreu das Produkt CONTI Puracryl- Tiefgrund gemäß Technischem Merkblatt zu CONTI ContiSil)….. Die vom Hersteller benannten thermischen Einflüsse kommen als Mangelursache nur in Betracht, wenn die Witterung (Oktober!) ungeeignet war….. Weiter kommt als mögliche Mangelursache in Betracht, dass die Beschichtung in nur einem Arbeitsgang aufgebracht wurde. Ggf. ist sie dabei in einer zu dicken Schicht aufgetragen worden, so dass sich Spannungen aufbauten…..
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