Das   sphärische   Panorama   hat   sich   in   der   Werbung   fest   etabliert.   Kein   Autohersteller   dieser   Welt   kann   heute   noch   Verzicht   üben   in Sachen   360-Grad-Darstellung,   insbesondere   dann,   geht   es   um   die   Präsentation   des   Interieurs.   Meist   darf   der   Homepagebesucher die   Ausstattungsmerkmale   frei   konfigurieren.   Vom   mausgrauen   Polsterstoff   bis   hin   zum   feinst   nappierten   Leder   in   mannigfachen Farben.   Wählt   man   die   Zierelemente   in   exklusivem   Silberchrom,   in   Holz   oder   dann   doch   lieber   in   hochglanzpoliertem   Klavierlack? Wie   wirkt   das   neue   TFT   Display   in   Flatscreen-Optik?   Ein   Mausklick   genügt,   dann   öffnet   der   Player   und   die   Frage   beantwortetet   sich, ob im Cockpit alle Bedien- und Anzeigeinstrumente auch wirklich ergonomisch angeordnet sind. Als   Kugelpanograf   ist   man   natürlich   neugierig,   welche Arbeitsergebnisse   die   Werbekollegen   veröffentlichen.   Fast   immer   sind   die   Pa- noramen   beeindruckend   clean,   fast   schon   zu   clean,   denn   Perfektion   allein   genügt   selten,   um   nachhaltig   zu   beeindrucken.   Und   so reizte   uns   die Aufgabe,   den   Innenraum   eines   Fahrzeugs   als   Kugelpanorama   zu   erstellen,   lange   Zeit   gar   nicht.   Letztlich   muss   man   ja nur   zwei   Probleme   in Angriff   nehmen:   Die   Positionierung   des   Stativs   und   eine   möglichst   homogene Ausleuchtung   der   Fahrgastzelle. So dachten wir. Bis uns eine Veröffentlichungen vom Gegenteil überzeugte. Richtiger gesagt, waren es zwei. Bei   der   ersten   Veröffentlichung   handelte   es   sich   um   eine   herausragende   Arbeit   von   Tom   Striewisch ,   der   einen   betagten   Opel   P2 Baujahr   1962   nur   wenige   Zentimeter   vom   Armaturenbrett   entfernt   in   den   Fokus   rückte.   Die   zweite   Veröffentlichung   bestand   aus einem   aufwändigen   Tutorial,   in   dem   gezeigt   wird,   wie   man   mit   allergrößtem   Materialeinsatz   zu   Werke   geht.   Die   Idee,   einen   motor- isierten   Panoramakopf   auf   einem   Monopod   montiert   zwischen   die   Polster   zu   quetschen,   konnte   eigentlich   nur   den   Hintergrund haben,   hier   etwas Teures   verkaufen   oder   promoten   zu   wollen.   Das   motivierte   uns.   Ggf.   hätten   wir   sogar   unseren   Nudeltassenadapter ein   weiteres   mal   bemüht,   der   beim   Erstellen   des   Kühlschrankpanoramas    den   Beweis   führte,   es   geht   auch   mit   kleinem   Geld,   doch   wir fanden eine andere, preiswerte Lösung. Bevor   wir   allzuviele   Details   im   Vorfeld   verraten:   Mit   einem   Materialeinsatz   von   lediglich   28,90   Euro   erstellten   wir   mit   unserem   vor- handenen   VR-System   vier   Einzelaufnahmen   im   HDR-Modus,   die   wir   mittels   PTGui   Pro   erfolgreich   stitchten.   Eine   zusätzliche   Auf- nahme   (Nadir   oder   Zenit)   war   nicht   erforderlich.   Der   zeitliche   Aufwand   zum   Erstellen   der   Bilder   betrug   30   Minuten.   Hier   zeigen   wir das   Rohmaterial,   darunter   ist   die   equirectangulare   Projektion   zu   finden.   In   die   Retusche   investierten   wir   übrigens   nicht   mehr   als   zwei bis drei Stunden. Die    Sonne    schien    hart    vom    Himmel.   Auf    eine weitere   Beleuchtungsquelle   wurde   verzichtet.   Die Seitenscheiben   waren   geöffnet,   da   der   Mercedes CLS    Shooting    Brake    in    dieser    Modellvariante hinter   den   B-Säulen   komplett   foliert   ist.   Aus   die- sem   Grund   sind   Schiebedach   und   Heckscheibe im    Bildmaterial    deutlich    abgedunkelt.    Soviel    zu den   Fakten.   Die   Philosophie   indes   sollte   erklärt werden: Wie   bereits   erwähnt:   Professionelle   Aufnahmen aus   der   Fahrgastzelle   sind   perfekt   ausgeleuchtet. Bis   in   die   letzte   Ecke   hinein   wird   die   Optik   mit ausreichend    Licht    versorgt,    um    jedes    noch    so kleine   Detail   messerscharf   abzubilden.   Beim   Blick durch   die   Scheiben   gibt   es   nichts   zu   entdecken,   keine   Landschaft,   keine   Szenerie,   die   vom   Interieur   ablenken   könnte.   Semiprofes- sionelle   Fotografen   wählen   eine   diffuse   Tageslichtsituation.   Hier   liegt   möglichst   wenig   im   Schatten,   das   Panorama   wird   leicht   über- schärft,   der   Hintergrund   muss   klar   und   deutlich   herausgestellt   werden. Anfangs   hatten   auch   wir   diese   Überlegungen,   aber Tom   Strie- wisch   zeigte   uns   mit   seinem   Opel   eine   völlig   anderen   Herangehensweise:   Erst   Licht   und   Schatten   verleihen   dem   Panorama   eine authentische   Dynamik.   Auch   auf   die   Gefahr   hin,   dass   hier   und   da   eine   Reflektion   irritiert,   ein   Staubkorn   zu   entdecken   ist   oder   ein Blendenfleck   mühselig   zu   beseitigen   wäre.   Und   hier   ist   das   Ergebnis.   Mit   dem   zweiten   Panorama   zeigen   wir   unseren   Standort,   um zu beweisen: Wir tricksen nicht! Selbst der Hintergrund ist 100% authentisch! (Siehe u.a. Stromleitung im Schiebedach) Positiv   =   Unser   preiswerter   Stativhalter   erzeugte   weder   einen   Parallaxenfehler   noch   schien   er   trotz   langer   Belichtungszeit   aus   der Ruhe   gekommen   zu   sein.   Und   dies,   obwohl   unsere   Kamera   im   HDR-Modus   zwei   Aufnahmen   mit   unterschiedlichen   Belichtungs- zeiten   hintereinander   schießt.   Frei   von   Vibrationen   geht   das   nicht.   Außerdem   mussten   wir   mehrmals   die   Fahrzeugtür   öffnen   (und wieder   schließen),   um   das   VR-System   für   die   nächste   Aufnahme   um   90   Grad   weiter   zu   drehen.   Da   gibt   es   nichts   zu   kritisieren.   Mit welcher Kamera, mit welchem Objektiv und mit welchem Nodalpunktadapter arbeiteten wir? Das zeigen wir jetzt: Das   erste   Bild   präsentiert   unseren   Nodalpunktadapter   Speedy,   eine   Eigenkonstruktion .   Der   Adapter   rastet   in   90°-Schritten   ein,   die Indexierung   wird   nochmals   mittels   eines   kleinen   Zeigers   unterstützt.   Unter   Verzicht   auf   nervige   Skalen   kann   man   mit   diesem   kleinen Adapter   “rasant”   arbeiten,   mit   der   Einschränkung,   dass   er   lediglich   mit   einer   einzigen   Kamera-Objektiv-Kombination   zu   betreiben   ist. Multifunktional   ist   unser   “Speedy”   nicht.   Dafür   kompakt   und   simpel   in   der   Bedienung.   Es   folgt   unsere   Nikon   D5200.   24   Megapixel sind   für   Panoramen   bestens   geeignet,   die   mittels   Fisheye   entstehen.   Das   Fischauge   stammt   aus   dem   Hause   Sigma,   die   Brennweite beträgt   8mm.   Ein   Blick   auf   unser   Rohmaterial   verrät:   dieses   etwas   lichtschwache   Objektiv   zeichnet   im   Verbund   mit   dem   Nikon- Sensor   über   180”   Blickwinkel.   So   versteht   sich   dann   auch,   weshalb   wir   lediglich   4   Einzelaufnahmen   benötigten,   um   die   gesamte Fahrgastzelle   in   den   Kasten   zu   bekommen.   Und   die   Frage,   weshalb   wir   den   Einsatz   eines   motorisch   betrieben Adapters   für   maßlos überzogen halten, ist ebenfalls beantwortet. Bliebt noch zu klären, aus welchem Stativ-Kopf unser VR-System saß: Unter    der    Bezeichnung    Infuu    Holders 041   Car   camera   holder   bietet   die   Firma infuuholders      eine     kleine     aber     feine Saugnapflösung     an.     Die     Konstruktion beinhaltet       neben       der       eigentlichen Saugschale    (95    mm    im    Durchmesser) fünf       Verlängerungsglieder       und       ein Drehgelenk   mit   Stativgewinde    1/4   Zoll   - 20 UNC. Die    fünf    Verlängerungsstücke    sind    aus Aluminiumguss    gefertigt    und    verfügen jeweils    über    zwei    Verdrehsicherungen (Zahnprofil).   Die   Konstruktion   kann   also beliebig   in   sämtliche   Richtungen   verformt werden.   Ebenso   besteht   die   Möglichkeit, die    einzelnen    Verlängerungsstücke    aus der   Konstruktion   zu   entfernen,   so   dass sich   der   Halter   merklich   einkürzt.   Wem die     Konstruktion     insgesamt     zu     kurz erscheint,   kann   weitere   Verlängerungen hinzukaufen.    Der    Halter    wiegt    ca.    600 Gramm    und    soll    laut    Herstellerangabe 1,5   bis   2,0   kg   Traglast   aufnehmen.   Ein Problem   gilt   es   allerdings   noch   zu   lösen. Während   eine   Kamera   über   ein   1/4   Zoll   - 20     UNC     Gewinde     verfügt,     sind     VR- System   meist   mit   dem   größeren   3/8   Zoll Gewinde   ausgestattet.   Folglich   lässt   sich   der   Panoramakopf   nicht   einfach   so   auf das   Stativ   anflanschen.   Was   tun?   Für   knapp   5   Euro   ist   ein   Adapterstück   von Walimex    (siehe    oben)    zu    haben.    Dieses   Adapterstück    schraubt    man    auf    das Stativgewinde   -   und   fertig   ist   das   VR-Saugnapfsystem.   Zu   guter   Letzt   zeigen   wir noch   unseren   kompletten   Kamera-Aufbau.   Mit   etwas   Phantasie   lässt   sich   erraten, wo   genau   der   Halter   befestigt   war   und   wie   sich   die   Kamera   in   der   Fahrgastzelle drehte.   Sind   sie   auf   den   Geschmack   gekommen?   Dann   wünschen   wir   viel   Spaß und Erfolg beim panografieren ihres Fahrzeugs. PS:   Kurz   nach   Veröffentlichung   unseres   Panoramas   kontaktierte   uns   die   Freiwillige   Feuerwehr   Kreuzwertheim    und   öffnete   uns   die Türen   zu   ihren   Löschfahrzeugen.   Natürlich   nutzten   wir   die   Gelegenheit   und   wendeten   ein   weiteres   mal   die   oben   beschriebene Technik an. Vielen Dank nach Kreuzwertheim!  Das könnte Sie auch interessieren Die    Auswahl    an    guter    und    zu- gleich   preiswerter   Stitch-Software zum    Erstellen    von    Kugelpanora- men    ist    leider    sehr    beschränkt. Können      sich      PanoramaStudio Pro,    Autopano    Giga    und    Adobe Photoshop     mit     PTgui     messen? Ein    Vergleichstest    ganz    aus    der Praxis.   Diesen   und   viele   weitere Artikel finden Sie hier .
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